Mercedes: IT-Probleme kosten US-Händler fünf Verkaufstage

Autor: Christoph Seyerlein

Eine Mercedes-Sprecherin kommentierte die klar rückläufigen Absatzzahlen der Marke im Juli mit dem Satz: „Dass es auch bei uns nicht ewig weiter bergauf gehen kann, war jedem klar.“ Besonders bitter verlief der zurückliegende Monat für die Partner in den USA.

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Nach jahrelanger Rekordfahrt fiel der Mercedes-Absatz im Juli den zweiten Monat in Folge.
Nach jahrelanger Rekordfahrt fiel der Mercedes-Absatz im Juli den zweiten Monat in Folge.
(Bild: Daimler)

Der Mercedes-Absatz ist im Juli nach zuvor jahrelanger Rekordfahrt den zweiten Monat in Folge gesunken. Das weltweite Minus im Vergleich zum Vorjahr fiel mit 7,9 Prozent (167.518 verkaufte Neuwagen) noch deutlich deftiger aus als im Juni. Damit bröckelt auch im Gesamtjahr langsam aber sicher die heile Mercedes-Welt – aktuell liegt die Marke mit 1.356.350 ausgelieferten Autos noch 2,3 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Vor allem in den USA setzte es für die Stuttgarter im Juli einen herben Dämpfer. Mit 20.034 Autos verkaufte die Daimler-Tochter dort 22,7 Prozent weniger als noch im Vorjahr. Allerdings gibt es dafür eine simple Erklärung: Wie eine Sprecherin des Autoherstellers »kfz-betrieb« auf Anfrage sagte, hatten die US-Händler im vergangenen Monaten schwer mit IT-Problemen zu kämpfen. „Unsere Partner in den USA konnten fünf Tage lang keine Transaktion durchführen“, so die Sprecherin. Dummerweise seien die Schwierigkeiten genau in die geschäftigste Woche des Monats gefallen.

Aber auch in Deutschland lief es – wie bereits vergangene Woche berichtet – für das Premiumfabrikat im Juli ziemlich mau. Mit 22.272 Einheiten sackte der Absatz hierzulande gegenüber dem Vorjahresmonat um 16,5 Prozent ab. Mercedes belastet hierzulande aktuell ein Auslieferungsstopp für mehrere Diesel-Modelle, wie die Sprecherin mitteilte.

Weltweit sorgten zudem mehrere Modellwechsel für temporäre Rückgänge, hieß es vom Hersteller. Die neue A-Klasse läuft derzeit hoch, bei der neuen C-Klasse – dem traditionell stärksten Mercedes-Modell – wird der Hochlauf in einigen Märkten noch eine gewisse Zeit dauern.

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Dass es für die Stuttgarter im Juli nicht noch schlechter lief, hatte hauptsächlich mit dem chinesischen Markt zu tun. Dort lieferte das Fabrikat mit 52.616 Neuwagen 8,3 Prozent mehr aus als vor Jahresfrist. Alles in allem sei man mit dem Absatz zufrieden, so die Sprecherin. Man komme schließlich von einem „extremst hohen Niveau“ und der Juli sei trotz des Rückgangs immer noch „der zweitbeste Juli in der Geschichte“ gewesen. „Dass es auch bei uns nicht ewig weiter bergauf gehen kann, war jedem klar“, so die Sprecherin.

Smart im Aufwind

Bei Daimlers Kleinwagentochter Smart zeigt die Kurve dagegen aktuell nach oben. Im Juli erzielte die Marke auch dank einer starken Bilanz in Deutschland (+36,2 %) mit weltweit ausgelieferten 11.404 Neuwagen ein Plus von 11,1 Prozent. Im Gesamtjahr liegt Smart nach einem schwachen ersten Halbjahr mit nun 77.064 verkauften Einheiten aber noch um 3,8 Prozent hinter dem Vorjahresergebnis zurück.

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Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«