Gefahren Mercedes Maybach GLS 600 – dick und fein

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Mit dem Maybach GLS 600 erweitert die Luxusmarke von Mercedes ihr Angebot auf ein großes SUV. Basis ist das normale Dickschiff Mercedes GLS, das als Maybach zahlungskräftige Kunden mit speziellen Materialien und Extras verwöhnen will.

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Maybach GLS: Luxusdampfer unter den Dickschiffen.
Maybach GLS: Luxusdampfer unter den Dickschiffen.
(Bild: Mercedes-Benz)

Allein der schweifende Blick durch den gewaltigen Innenraum sorgt für Ehrfurcht. Schneeweißes Leder auf allen Plätzen, durchsetzt mit sorgfältig gesteppten Nähten und eingerahmt von hellblauen LED-Lichtleisten. Wer sich hier ausgestreckt auf Liegesitzen wie in der First-Class-Kabine eines arabischen Airbus A 380 chauffieren lässt, sich aus der mittigen Kühlbox mit Champagner bedient und ihn aus eigens gestalteten versilberten Kelchen nippt, hat mit den Alltagssorgen in der schnöden Welt da draußen wohl nichts am Hut. Eine Luxusyacht auf 22-Zoll-Rädern, ein rollendes Chefbüro, Mercedes spricht sogar von einer Wohlfühloase, die nur ein großes SUV bieten kann – wie eben der Maybach GLS 600.

Nun gut, Mercedes ist nicht der erste Premium-Hersteller, der den Luxus in die begehrte SUV-Klasse bringt – in diesem Fall übrigens zu Preisen ab 162.500 Euro. Auch der Bentley Bentayga kratzt an der 200.000 Euro-Marke und ein Rolls Royce Cullinan kostet sogar weit über 300.000 Euro.

Maybach GLS: Dick und fein
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Aber trotzdem ist der Neuling für die Stuttgarter eine Art Revolution. Die einst pompös gestartete Marke Maybach ist inzwischen ein Ableger mit Mercedes-Stern und markiert die feinste Version des Flaggschiffs S-Klasse. Gedacht für eine eher konservative Kundschaft, deren Dienstlimousine sich von all den anderen meist schwarzen S-Klassen auf dem Vorstandsparkplatz oder der Vorfahrt am roten Teppich abheben wollen.

Kaum vorstellbar dagegen der Gedanke, dass ein Präsident im Blitzlicht-Gewitter vor seinem Palast aus einem SUV steigt. Also wird der Vorstoß in die Gattung der Hochbeiner wohl eher private Kunden ansprechen. Den Grafen auf seinem Landsitz, der gefahrlos die abgelegene Jagdhütte auf matschigem Weg erreichen will. Oder das Oberhaupt eines Familienunternehmens, das auf seinen Reisen dank guter Rundumsicht entspannt die Landschaft genießen will.

Zugegeben ist das Spekulation, die beim Druck auf den Startkopf des Maybach GLS 600 die Gedanken erobert und schnell von einer Art Faszination abgelöst wird. Der Achtzylinder-Bi-Turbo mit 410 kW/558 PS meldet sich fast so lautlos wie ein E-Auto. In der technisch mit dem normalen GLS nahezu identischen Umwelt findet man sich schnell zurecht. Das digitale Cockpit mit den Instrumenten hinterm Lenkrad sorgt ebenso wie der große Zentralmonitor für zeitgemäße Modernität. Wie erwartet hat das Treibwerk keine Mühe mit dem 2,8 Tonner, läuft ruckfrei los und die Automatik findet immer die passende ihrer neun Stufen. Dabei fällt nicht auf, dass die Elektronik vier der acht Zylinder immer dann abschaltet, wenn sie gerade nicht für den Vortrieb benötigt werden.

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