Mercedes ML 320 CDI BlueTEC: Selbstzündender Saubermann

Autor / Redakteur: Sebastian Viehmann / Praktikant AM

Mercedes hat die M-Klasse ein wenig aufgehübscht. Die wichtigste Neuerung kommt aber erst 2009 zu uns: Ein blitzsauberer BlueTEC-Dieselmotor. Wir sind die US-Version des Wagens gefahren.

Wenn Amerikaner das Wort Diesel hören, denken viele an Trucks und Pick-ups, mancher vielleicht noch an deutsche U-Boote aus dem Zweiten Weltkrieg. Dass in „Old Europe“ selbst Kleinwagen mit Dieselmotoren unterwegs sind, erntet oft überraschtes Stirnrunzeln. 1981, kurz nach der zweiten Ölkrise, war das ganz anders: Rund 80 Prozent aller in den USA verkauften Mercedes-PKW hatten Selbstzünder an Bord. Neue Abgasbestimmungen setzten dem Trend zum (damals) rußenden Stinker schließlich ein Ende.

„Ein Up and Down gab es beim Diesel in den USA schon immer, aber nie ein Down und Out“, gibt sich Daimlers Entwicklungsmanager Dr. Uwe Ernstberger nun optimistisch. Nach dem 2006 eingeführten E 320 sollen neue BlueTEC-Modelle den Selbstzünder in den USA wieder auf breiter Front salonfähig machen – obwohl Dieselkraftstoff dort deutlich teurer ist als Benzin.

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Der selbstzündende Saubermann kommt in drei Modellen zum Einsatz: Im ML 320, im GL 320 und in der R-Klasse. Bislang konnten die Diesel-SUV nur in 45 US-Bundesstaaten zugelassen werden. Mit BlueTEC an Bord sind Rußpartikel und Stickoxide aus dem Abgas verbannt. Bei der Abgasnachbehandlung wird eine wässrige Harnstofflösung namens AdBlue in den Abgasstrom eingespritzt, so dass nach einem chemischen Prozess bis zu 80 Prozent der Stickoxide im nachgeschalteten Katalysator in unschädlichen Stickstoff und Wasser umgewandelt werden. Den Diesel-Sternträgern stehen nun alle 50 Staaten öffnen, das Ökoland Kalifornien inbegriffen.

Das AdBlue befindet sich in einem kleinen Zusatztank, beim ML 320 fasst dieser 28 Liter. Im Durchschnitt, so Mercedes, würden pro 100 Kilometer nur 0,1 Liter AdBlue benötigt. Rein rechnerisch wäre der Tank beim ML also nach 28.000 Kilometern verbraucht und müsste nachgefüllt werden. Das geschehe im Rahmen der planmäßigen Wartungsintervalle, verspricht Mercedes. Bei hohen Anforderungen, etwa beim Anhänger-Betrieb, steige parallel zum Spritverbrauch auch der AdBlue-Verbrauch an. Das Wartungsintervall für die M-Klasse in den USA liegt bei 10.000 Meilen (16.000 Kilometer).

Serienmäßiges Siebengang-Getriebe

Abgesehen von der BlueTEC-Abgasanlage und einem Leistungsminus von 14 PS entspricht die Technik der des normalen 320 CDI. Beim Fahren merkt man im BlueTEC-ML keinen Unterschied zum CDI. Mit 210 PS und einem üppigen Drehmoment von 540 Nm ist der Gelände-Benz gut motorisiert – für die Tempolimit-verliebten USA reicht es allemal. Bei Vollgas setzt sich der Wagen erst ein wenig behäbig in Bewegung, sprintet dann aber in 8,5 Sekunden auf 100 km/h. Das serienmäßige Siebengang-Automatikgetriebe wechselt die Gänge meistens butterweich. Die Höchstgeschwindigkeit des ML 320 BlueTEC ist für die USA elektronisch auf 131 Meilen (210 km/h) begrenzt.

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