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Mercedes: Rückrufe für A- und E-Klasse

| Autor / Redakteur: Niko Ganzer / Jakob Schreiner

Wegen insgesamt vier Aktionen müssen Modelle von A- und E-Klasse zu den Vertragspartnern. Beim Kompaktmodell sind Brems- und Lichtanlage die Schwachstellen, Fußgängerschutz und Bereifung bei den größeren Geschwistern.

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(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Je zwei Rückrufe für die A- und E-Klasse hat der schwäbische Autobauer auf Anfrage bestätigt. Bei der Kleinwagen-Baureihe 177 ist die Brems- und Lichtanlage betroffen, bei der Baureihe 213 (E-Klasse Limousine) in der AMG-Variante geht es um die aktive Motorhaube und bei der Baureihe 238 (E-Klasse Coupé/Cabriolet) um die Bereifung.

Fahrzeuge mit werksseitig montierten M&S-Pneus, welche bis 210 km/h freigegeben sind, seien ohne Hinweisschild zur zulässigen Höchstgeschwindigkeit oder mit falschem Hinweisschild (240 km/h) ausgeliefert worden, erklärte ein Konzernsprecher. „Bei dauerhaft hoher Belastung über 210 km/h kann sich das Profil des Reifens stellenweise ablösen“, sagte er. Der vorgesehene Werkstattaufenthalt für den Tausch oder das Anbringen des Hinweisschildes an Fahrzeugen aus dem Produktionszeitraum von Mai bis September dieses Jahres werde circa 30 Minuten in Anspruch nehmen.

Deutlich länger dauert der erste Rückruf für die A-Klasse, der aufgrund von Metallspänen in der Hydraulikeinheit des ABS-/ESP-Systems stattfindet. Für den anstehenden Tausch der ESP-Einheit an im April dieses Jahres gebauten Fahrzeugen sind drei Stunden angesetzt. Ohne diesen Tausch könnte ein Metallspan innerhalb der ESP-Hydraulikeinheit ein Rückschlagventil blockieren und den Bremspedalweg verlängern. „Unter Extrembedingungen, wie langer Schubbetrieb auf schneeglatter Fahrbahn, könnte sich darüber hinaus der Bremsweg verlängern“, sagte der Sprecher.

Zwischen September 2017 und August 2018 vom Band liefen A-Klasse-Modelle, deren LED-„Multibeam“-Scheinwerfer den Gegenverkehr blenden könnten. „Durch Abweichungen in der Codierung könnte das Fernlicht bei Autobahnfahrt dauerhaft aktiviert werden oder bei Verwendung des Adaptiven Fernlicht-Assistenten nicht automatisch abblenden“, beschrieb der Sprecher das Fehlerbild. Die Neucodierung der Scheinwerfer-Steuergeräte dauert dem Hersteller zufolge etwa eine Stunde.

Zu allen Rückrufen machte Daimler wie gewohnt keine Angaben zum Umfang. Lediglich zum Rückruf für die AMG-Modelle der E-Klasse (E63 4Matic) mit aktiver Motorhaube für den Fußgängerschutz liegt eine Stückzahlangabe vor. Weltweit müssen 816 Einheiten aus dem Produktionszeitraum Oktober 2016 bis Januar 2018 für maximal eine Stunde in die Vertragswerkstatt. Dort erfolgt eine Prüfung und gegebenenfalls Korrektur der Verlegung des Sensorschlauches im vorderen Stoßfänger. Sollte dieser geknickt sein, würde ein Fußgängerkontakt bei einem Unfall nicht erkannt und die aktive Motorhaube nicht ausgelöst. Der Code der Rückrufmaßnahme lautet „8891135“.

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 Niko Ganzer

Niko Ganzer

Freier Journalist