Interview Mercedes sieht IT für Agentur auf Kurs

Das Gespräch führte Martin Achter

Bei der Einführung des neuen Agenturmodells „Vertrieb der Zukunft“ sieht sich ­Mercedes-Benz im Zeitplan. Neue Abokonzepte für Kunden schließt Jörg ­Heinermann, Leiter Vertrieb Deutschland, nicht aus.

Jörg Heinermann, Leiter Vertrieb Deutschland, Mercedes-Benz: „Unser Ziel ist ein profitables Händlernetz, das den Kundenanforderungen gerecht wird.“
Jörg Heinermann, Leiter Vertrieb Deutschland, Mercedes-Benz: „Unser Ziel ist ein profitables Händlernetz, das den Kundenanforderungen gerecht wird.“
(Bild: Mercedes-Benz)

Redaktion: Mercedes-Benz verzeichnete in den ersten beiden Monaten des Jahres zwar ein Plus bei den Neuzulassungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Marke ist aber noch ein ganzes Stück von dem Niveau von vor der Corona- und der Halbleiterkrise entfernt. Was erwarten Sie für das Gesamtjahr?

Die Nachfrage nach unseren Fahrzeugen ist ungebrochen hoch und der Auftragseingang sehr vielversprechend – unter anderem für den EQS. Dennoch ist die allgemeine Lage volatil: Die knappen Halbleiter-Kapazitäten bleiben auch in diesem Jahr eine Herausforderung. Vor allem macht uns natürlich die aktuelle Situation in der Ukraine sehr betroffen. Wir beobachten die Entwicklung sehr genau und beurteilen diese im Hinblick auf das Geschäft. Wir gehen augenblicklich davon aus, unsere Ziele zu erreichen.

Wie wird sich die Verfügbarkeit von Fahrzeugen bzw. die Auslieferungssituation im Jahresverlauf vor dem Hintergrund der Chipkrise verändern? In welchem Volumen müssen bereits ausgelieferte Neuwagen nachgerüstet werden, weil bestellte Ausstattungsmerkmale nicht verbaut werden konnten?

Wir arbeiten intensiv daran, dass unsere Kunden schnellstmöglich ihr neues Fahrzeug in Empfang nehmen können. Wir prüfen auch die Möglichkeit von Nachrüstungen und bieten sie, wo möglich, an, wenn die Halbleiter-Komponenten wieder verfügbar sind. In einigen Fällen können wir eine solche Nachrüstung aber leider nicht anbieten – darüber informieren wir die Kunden. Entscheiden sich Kunden nachträglich für eine reduzierte Ausstattung, wird der Kaufpreis natürlich entsprechend angepasst. Sollten Kunden den Ausstattungsänderungen nicht zustimmen und das Fahrzeug nicht übernehmen wollen, suchen wir mit ihnen gemeinsam nach anderen, individuellen Lösungen.