Mercedes stampft Abo-Modell in den USA nach zwei Jahren wieder ein

Nachfrage war „nur okay“

| Autor: Christoph Seyerlein

Nach zwei Jahren stoppt Mercedes sein Abo-Projekt in den USA.
Nach zwei Jahren stoppt Mercedes sein Abo-Projekt in den USA. (Bild: Daimler)

Subscription-Angebote erleben in der Autobranche gerade einen Hype. Ob sie auch erfolgreich sein können, müssen sie allerdings erst noch beweisen. Bei Mercedes sind sie in den USA aktuell offenbar nicht besonders überzeugt davon. Jedenfalls wird der Hersteller dort nach rund zwei Jahren seinem Autoabo „MB Collection“ zum 31. Juli wieder den Stecker ziehen, wie das Fachmagazin „Automotive News“ berichtet.

Vertriebschef Adam Chamberlain bezeichnete das Angebot als lehrreiche Erfahrung. „Wenn die Nachfrage unglaublich gewesen wäre, hätte es weitergehen können“, zitiert ihn die Zeitschrift. „Aber sie war nur okay, also lassen wir das.“ Offenbar lag die Zahl der Kunden lediglich bei wenigen Hundert. Die Hoffnung von Mercedes, binnen 12 bis 18 Monaten ein profitables Geschäftsfeld aufziehen können, dürfte sich damit nicht erfüllt haben.

Zu hohe Monatsraten?

Mercedes war mit seinem Autoabo 2018 in Atlanta gestartet, später kamen noch Philadelphia und Nashville hinzu. Nutzer bekamen gegen eine Monatsrate Zugriff auf bis zu 30 verschiedene Modelle. Zu den Leistungen zählten beispielsweise auch Versicherung und Wartung.

Dafür verlangte Mercedes allerdings auch stolze Preise. Drei verschiedene Pakete hatte der Hersteller im Angebot, die Kosten lagen bei 1.095, 1.595 und 2.995 Dollar pro Monat. Zudem verlangte die Daimler-Tochter eine einmalige Startgebühr von 495 Dollar.

Mercedes hat „einen Berg an Daten“ gesammelt

Als Flop will Mercedes USA sein Pilotprojekt aber nicht stehen lassen. Laut Chamberlain hat der Hersteller „einen Berg an Daten“ gesammelt. Viele der Kunden seien durchschnittlich zehn Jahre jünger gewesen als der typische Mercedes-Fahrer. Das werde dem Unternehmen helfen, die Zielgruppe der Millennials in Zukunft besser ansprechen zu können, zeigte sich der Vertriebschef überzeugt.

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