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Mercedes startet Rückruf für mehr als 180.000 Autos in Deutschland

| Autor / Redakteur: Niko Ganzer / Christoph Seyerlein

Über 182.000 Exemplare der Mercedes A-Klasse und des GLK erhalten in Deutschland einen neuen Airbag. Weitere Modellreihen werden folgen. Hintergrund sind Probleme mit Produkten des Zulieferers Takata.

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Vom Rückruf sind unter anderem 49.300 des Mercedes GLK in Deutschland betroffen.
Vom Rückruf sind unter anderem 49.300 des Mercedes GLK in Deutschland betroffen.
(Bild: Daimler)

Schon vergangenes Jahr hatte Daimler einen weltweiten Rückruf wegen mangelhafter Airbags des Zulieferers Takata angekündigt, nun liegen aktuelle Zahlen hierzu für Deutschland vor. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) meldet seit Mitte August bei knapp 133.000 Exemplaren der Mercedes A-Klasse und 49.300 des GLK eine mögliche Verletzungsgefahr für Insassen bei Auslösen des Fahrer- bzw. Beifahrerairbags. „Die beiden Modelle sind der Beginn der erweiterten Rückrufaktion, weitere werden folgen“, kündigte ein Konzernsprecher auf Nachfrage an.

Die vollständige Liste lässt sich der Internetseite der US-Verkehrssicherheitsbehörde (NHTSA) entnehmen. Demnach geht es neben den beiden genannten Baureihen zusätzlich noch um die C-, E- und R-Klasse, sowie um den ML, GL, SLK und SLS aus unterschiedlichen Modelljahren zwischen 2005 und 2017. Das KBA nennt im Zusammenhang mit der A-Klasse und dem GLK weltweit über 1,1 Millionen betroffene Mercedes-Modelle weltweit. Ein Teil davon dürfte aber schon abgearbeitet sein.

Der NHTSA-Seite ist zu entnehmen, dass in den USA bereits knapp die Hälfte der 1,2 Millionen dort auszutauschenden Gasgeneratoren ersetzt worden ist. Damit liegen die Stuttgarter aber unter dem Gesamtschnitt aller Hersteller, die (Stand Juli) etwa drei Viertel der fast 50 Millionen allein in den Vereinigten Staaten betroffenen Airbags abgearbeitet haben. Die Liste der in den Rückruf-Marathon eingeschlossenen Fabrikate zählt in Übersee 34 Einträge - von „A“ wie Acura bis „V“ wie Volkswagen.

„Auffällige Ergebnisse“ bei Labortests

Ursprünglich glaubte man das Problem auf Regionen mit feucht-warmen Klima eingrenzen zu können. Denn nur in den (Sub-)Tropen beobachtete man die Zersetzung des Ammoniumnitrats, das als Treibmittel in den Airbags dient. Der dadurch entstehende Überdruck in Gasgenerator tötete bei Entfaltung des Airbags weltweit mindestens 25 Menschen durch im Fahrzeuginnenraum umherfliegende Metallteile. Die meisten Hersteller haben ihre Rückrufe aber inzwischen auch auf Europa ausgedehnt, auch wenn von dort bislang kein Todesfall gemeldet wurde.

„Im Rahmen der durchgeführten Labortests liegen vereinzelte auffällige Ergebnisse vor. Diese konnten bisher aber nicht zweifelsfrei auf das von Takata beschriebene Fehlerbild zurückgeführt werden. Dennoch haben wir uns höchstvorsorglich für einen weltweiten Rückruf der betroffenen Fahrzeuge entschieden", erklärte dazu der Daimler-Sprecher. Die bislang bekannten Aktionscodes der Stuttgarter lauten „9196001" bis „9196006". Das KBA listet folgende Hotline-Nummer für Fragen zum Rückruf: 00800/97777777.

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 Niko Ganzer

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Freier Journalist