Mercedes startet vier Rückrufaktionen

Autor / Redakteur: Niko Ganzer / Christoph Seyerlein

Eine gefährliche Motorhaube, undichte Kraftstoffleitungen und eine schwergängige Lenkung zwingen die Stuttgarter zum Handeln. Alle Aktionen haben aber eine überschaubare Größe.

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Mit dem Dieselmotor OM651 hatte Mercedes bereits im vergangenen Jahr Probleme.
Mit dem Dieselmotor OM651 hatte Mercedes bereits im vergangenen Jahr Probleme.
(Foto: Mercedes)

Erneut startet Mercedes-Benz mit einem Rückruf für seinen Vierzylinder-Dieselmotor OM651 ins neue Jahr. Anders als 2015, als die Mercedes-Partner einen Dichtring am Steuerkettenspanner erneuern mussten, geht es in diesem Jahr um eine fehlerhaft gefertigte Hochdruck-Kraftstoffleitung. Die diesjährige Aktion ist zudem im Vergleich deutlich kleiner, da die betroffenen Baureihen nur drei Produktionswochen im vergangenem Oktober und November vom Band liefen. Nach Informationen von »kfz-betrieb« geht es weltweit um knapp 7.000 Fahrzeuge.

Eine Sprecherin machte auf Anfrage keine Angaben zur Stückzahl, bestätigte aber, dass bei A-, B-, C- und E-Klasse, sowie bei CLA, CLS, GLA, SLK und Sprinter eine Rissbildung in der Leitung und damit ein Kraftstoffaustritt droht. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) spricht in seinem Warnhinweis von Brandgefahr. Die Werkstätten brauchen etwa 45 Minuten, um die Hochdruck-Kraftstoffleitung zu erneuern.

In einer ähnlichen Größenordnung bewegt sich ein Rückruf für die M- und GL-Klasse (Baureihe 166) und den GLE (292) mit Standheizung. Auch hier drohen laut KBA ein Austritt von Kraftstoff und ein Fahrzeugbrand, diesmal aber aufgrund einer Undichtigkeit der Leitung zur Standheizung an der Verbindung mit der Kraftstoffpumpe. Für die weltweit über 5.500 betroffenen SUV, gebaut zwischen Februar 2014 und März 2015, steht eine Kontrolle der Verbindung an und gegebenenfalls ein Tausch der Kraftstoffpumpe.

Gefährliche Motorhaube

Ebenfalls überschaubar dürfte ein Rückruf für die E- und C-Klasse sein. „Bei der E-Klasse (BR 212) könnte die Reversierhilfe der aktiven Motorhaube aufgrund eines Fehlers in der Montage fehlen“, sagte die Mercedes-Sprecherin. Im Falle eines Frontalcrashs mit Auslösung der aktiven Motorhaube könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Motorhaube sich nicht gemäß des Crash-Sicherheitskonzeptes verhalte. Im Klartext: Die Haube könnte beim Frontalcrash in die Windschutzscheibe geschoben werden. Die kostenlose Prüfung und der eventuell notwendige Einbau der Reversierhilfe wird laut Hersteller rund 15 Minuten in Anspruch nehmen. Die Fahrzeuge stammen aus dem vergangenen Jahr.

Bei bestimmten C-Klasse-Modellen der Baujahre 2013 und 2014 mit dem Allradsystem „4MATIC“ droht eine Deaktivierung der elektrischen Lenkkraftunterstützung. „Die zugewiesene Speicherkapazität der Elektrolenkungssoftware könnte im ungünstigsten Fall nicht ausreichen“, begründete die Sprecherin den Mangel, bei dessen Eintreten das Fahrzeug aber weiterhin lenkfähig bleiben soll. Die Erweiterung der Speicherkapazität dauert in der Werkstatt etwa 30 Minuten.

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 Niko Ganzer

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Freier Journalist