Mercedes Vision Van: Rollendes Logistikzentrum

Autor / Redakteur: sp-x / Christoph Seyerlein

Auf der IAA in Hannover zeigt Mercedes seine Studie Vision Van, die den Lieferverkehr in den Ballungsräumen revolutionieren soll. Unter anderem hat sie Drohnen an Bord.

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Mercedes zeigt auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover seine Studie Vision Van.
Mercedes zeigt auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover seine Studie Vision Van.
(Bild: Daimler)

Ein Lenkrad? Fehlanzeige. Auch Pedale oder Schaltknüppel sind in diesem Auto einfach verschwunden. Wie in der Playstation oder in Airbus-Flugzeugen wird alles per Joystick geregelt, damit sich der Fahrer an seinem Arbeitsplatz frei bewegen kann. Da er oft aus- und wieder einsteigen muss, wird wertvolle und teure Zeit eingespart. So jedenfalls stellt sich Mercedes den Transporter der Zukunft vor, der sogar seine eigenen Lieferdrohnen an Bord hat. Das Konzept-Modell Vision Van soll Mitte des Monats einer der Stars auf der Nutzfahrzeuge-IAA in Hannover werden. Vorab war es jetzt schon in Stuttgart zu bestaunen.

„Intelligent, sauber und immer online“, so fasst Volker Mornhinweg, bei Daimler für die Vans verantwortlich, die Eigenschaften des Denkmodells zusammen. Er räumt aber freimütig ein, dass es dabei um den Mercedes-Transporter von übermorgen geht. „Der Vision Van ist ein Logistikcenter auf Rädern“, erklärt er. Weil der Lieferverkehr in den Ballungsräumen immer wichtiger wird, müssen sich auch die Hersteller von kleineren Nutzfahrzeugen anpassen. „Wir werden zum Komplettanbieter“, kündigt Mornhinweg an, „liefern neben dem Fahrzeug auch eine Fülle von Dienstleistungen, Transportlösungen und Möglichkeiten zur Online-Kommunikation.“

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Der Vision Van fasst viele dieser Ideen zusammen. Natürlich hat er einen reinen Elektroantrieb, da künftig sicher viele Innenstädte nur noch abgasfrei befahren werden dürfen. Er leistet 75 kW/102 PS und erreicht eine Durchzugskraft von bis zu 270 Newtonmetern. Damit könnte er gut 120 km/h schnell sein. Da er jedoch ausschließlich für den Einsatz im Stadtgebiet gedacht ist, wurde die Spitze auf 80 km/h begrenzt. Aufgeladen wird der Ideenträger entweder per Induktion (wie zum Beispiel ein Wasserkocher) oder auch per Steckdose.

Die Reichweite pro Batterieladung liegt je nach Version zwischen 80 und 270 Kilometern. Äußerlich ähnelt er der Pkw-Studie F015, von der er neben der glatten Außenhaut auch die Frontpartie geerbt hat. Der Unterschied: Der futuristische Transporter ist nicht für das autonome Fahren vorgesehen, das im Kurzstrecken-Verkehr durch das Großstadt-Gewühl nicht wirklich Sinn machen würde.

Das Fahrerhaus hat einen ebenen Boden und wurde weit nach vorne gerückt. Um beispielsweise dem Fahrer eines Kurierdienstes möglichst viel Bewegungsfreiheit zu bieten, wurde auf all das verzichtet, was heute oft für Enge sorgt. Kein Lenkrad, keine Pedale, kein Schaltknüppel. Der kleine Joystick links vom Fahrer erledigt alles.

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