Mercedes Vision Van: Rollendes Logistikzentrum

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Hatte Airbus mit dem A320 einst die Fly-by-Wire (Fliegen per elektronischen Befehlen statt mit Mechanik) erfunden, will Mercedes Vorreiter beim „Drive-by-Wire“ sein. Zum Losfahren muss der Transporter-Fahrer von Übermorgen den Joystick nach hinten ziehen. Dann lenkt er den Van entlang der vorher im Navigationssystem programmierten Route, die per Computer auf Grund der Kundenadressen zuvor errechnet hat. Ferngesteuert wird auch die Betätigung der seitlichen und hinteren Ladetüren. Gleichzeitig wird der Verkehr durch Leuchtsignale gewarnt, dass hier ein Hindernis am Straßenrand im Weg steht. Oder dass gleich eine der Drohnen abheben wird.

Das Boden-Luft-Bündnis ist eine der Top-Ideen des Vision Van. Denn die bestellten Waren können von ihm aus auch durch die Lüfte zum Empfänger befördert werden. Zwei Drohnen, die auf dem Dach des Autos bereitstehen, übernehmen Frachtaufgaben bis zu einer Entfernung von 10 Kilometern. Die Flugleitzentrale ist an Bord des Transporters. So können bei einem Stopp gleich mehrere Kunden bedient werden. Durch die enge Vernetzung über Internet und Cloud-Dienste können Liefertermine außerdem vorher mit dem Empfänger abgestimmt werden. Das lästige Abholen in einer Packstation, weil man eben nicht zu Hause war, wird deutlich reduziert.

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„Von unseren Logistik-Kunden wissen wir, dass die letzte Meile der teuerste Teil des Liefervorganges ist. Unsere Lösungen können diese Kosten erheblich reduzieren“, erklärt Volker Mornhinweg. Dazu gehört auch, dass der Zukunfts-Van erheblich effektiver beladen wird. Das kann per Roboter erledigt werden, der die Waren bereits vor dem Start nach Routen sortiert und in einer Art Gestell aufreiht. Das wird dann wiederum automatisch passgenau ins Auto befördert. So verringert sich die Beladezeit von derzeit gut 80 auf fünf Minuten. Auch der zur Verfügung stehende Laderaum kann besser genutzt werden.

Alles natürlich noch Zukunftsmusik. Aber Daimler hat 200 Mitarbeiter auf das Projekt angesetzt, die mit ihren Ideen für kommende Transporter nicht hinterm Berg halten sollen. „Für uns beginnt gerade eine neue Ära. Ähnlich wie ein Start-up-Unternehmen wollen wir völlig neue Wege gehen, Entwicklungszeiten verkürzen oder auch mit Partnern an kundenfreundlichen Lösungen zusammenarbeiten“, sagt Mornhinweg.

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