Michael Martin ist neuer Toyota-Händlersprecher

Autor / Redakteur: Julia Mauritz / Gerd Steiler

Der neue Händlerverbandspräsident will die kritisch-konstruktive Zusammenarbeit mit dem Importeur fortsetzen. Martin fordert einen stimmigeren Markenauftritt und schnellere Reaktionen auf Marktveränderungen.

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Michael Martin ist neuer Präsident des Toyota-Händlerverbands. Der Würzburger Toyota-Händler wurde von der Delegiertenversammlung in Essen einstimmig zum Nachfolger von Burkhard Weller gewählt.
Michael Martin ist neuer Präsident des Toyota-Händlerverbands. Der Würzburger Toyota-Händler wurde von der Delegiertenversammlung in Essen einstimmig zum Nachfolger von Burkhard Weller gewählt.
( Mauritz )

Nach 21 Jahren gibt es einen Stabwechsel an der Spitze des deutschen Toyota-Händlerverbands. Die Delegiertenversammlung des Verbands (35 wahlberechtigte Delegierte) wählte am Freitag in Essen den Geschäftsführer des Würzburger Autohauses Stumpf, Michael Martin, einstimmig zum neuen Präsidenten. Martin ist damit Nachfolger von Burkhard Weller, der sich nicht mehr zur Wahl stellte.

Rückblick auf 21 Jahre

Der scheidende Verbandspräsident ließ seine 21-jährige Amtszeit in einem Rückblick Revue passieren. „Ich bin 35.000 Kilometer und damit einmal um die Welt zu Toyota-Vorstandssitzungen gefahren, ich habe sechs Toyota-Deutschland-Geschäftsführer erlebt und fünf Margenverhandlungen geführt.“ Schon 1990 habe Toyota ähnliche Neuzulassungsziele gehabt wie heute - nämlich rund 125.000, betonte Weller. Mehr als 100.000 Neuzulassungen „in guten Jahren“ und 80.000 Einheiten „in schlechten Jahren“ hält er allerdings auch in den kommenden Jahren für eher unwahrscheinlich.

Martin verspricht Kontinuität

Der neu gewählte Verbandssprecher Michael Martin betonte in seiner Antrittsrede, dass er den von Weller eingeschlagenen Weg fortführen werde. „Eine Revolution wird es auch mit mir nicht geben. Wir können nur gemeinsam mit Toyota erfolgreich sein.“ Seine wichtigste Aufgabe sieht Martin darin, Toyota zu Höchstleistungen anzutreiben, den Finger in die Wunde zu legen und vernünftige Verbesserungsvorschläge zu machen.

Ein Marktanteil von knapp 2,5 % tue weh. Es gelte, jetzt die Weichen zu stellen, um wieder deutlich über 100.000 Einheiten zu verkaufen. Die Toyota-Qualität sei zwar spürbar besser geworden und auch die Naturkatstrophe vom vergangenen März habe der Hersteller bewundernswert schnell gemeistert. Dennoch aber mangle es dem Hersteller/Importeur am nötigen Selbstbewusstsein. Positive Meldungen schlachte er medial zu wenig aus.

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Händler fordern mehr Präsenz

„Toyota braucht eine neue, stringente Marketingstrategie, um endlich wieder Begehrlichkeiten zu wecken“, forderte Martin. Die aktuelle Werbung konzentriere sich zu sehr auf junge Kunden. Die wichtigste Zielgruppe für Toyota seien jedoch die Käufer der Generation 50plus. Als zwei seiner seiner Hauptaufgaben nannte Martin die Emotionalisierung des Themas „Hybridauto“ und gezielte Maßnahmen zur Stammkunden-Bindung. Vom Importeur forderte Martin einen stimmigeren Markenauftritt, mehr Kontinuität bei den Marketingmaßnahmen sowie schnellere und flexiblere Reaktionen auf aktuelle Marktveränderungen.

Modellseitig sieht der neue Toyota-Händlersprecher seine Marke mit dem neuen Sportwagen GT 86 (Marktstart 2012), dem neuen RAV 4 sowie dem Auris und Auris Kombi (Verkaufsstart 2013) wieder deutlich besser aufgestellt. Dennoch gebe es Anlass zur Kritik: „Es ist schade, dass sich Toyota Deutschland nicht aus dem weltweiten Modellregal bedient. Wir brauchen unbedingt leichte Nutzfahrzeuge und kleine Turbobenziner.“

Die Deligierten kritisierten, dass Toyota Deutschland allzuoft an Entscheidungsschwäche leide, die Verkaufsförderung reduziert habe und die Zinsen bei der Absatzfinanzierung zu hoch seien. „Toyota hat das Feld in den vergangenen Monaten ein gutes Stück für den Wettbewerb geräumt“, bedauerte Martin.

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