Michelin-Sommerreifen erhöhen Sicherheitsreserven

Primacy 3 schafft kürzere Bremswege

22.11.2011 | Autor: Jan Rosenow

Michelin Primacy 3: 2,20 Meter weniger Bremsweg als die Konkurrenz sind eine Ansage.
Michelin Primacy 3: 2,20 Meter weniger Bremsweg als die Konkurrenz sind eine Ansage.

Nicht an jedem Verkehrsunfall sind schlechte Reifen schuld – aber mit guten Reifen lassen sich viele Unfälle vermeiden. Michelin hat deshalb seinen neuen Sommerreifen Primacy 3 nach den aktuellen Erkenntnissen der Unfallforscher entwickelt und sich dabei weitreichende Kompetenzen in Sachen Sicherheit angeeignet.

Den theoretischen Unterbau lieferte in erster Linie der Lehrstuhl für Verkehrsunfallforschung (VUFO) der Technischen Universität Dresden. In Dresden wurden 20.000 Verkehrsunfälle, die sich innerhalb von zehn Jahren in Europa ereignet haben, untersucht. Aus dieser Analyse entstanden bemerkenswerte statistische Daten:

  • 70 Prozent der Verkehrsunfälle ereignen sich auf trockener Fahrbahn
  • 60 Prozent der Verkehrsunfälle entstehen im Stadt- und Nahverkehr und bei geringer Geschwindigkeit
  • 75 Prozent der Verkehrsunfälle ereignen sich auf gerader Strecke (davon 20 Prozent auf nasser Fahrbahn)
  • 25 Prozent der Unfälle geschehen in einer Kurve – dies sind die schwersten (davon 50 Prozent auf nasser Fahrbahn)
  • 99 Prozent der Unfälle auf nasser Fahrbahn entstehen bei sehr dünnem Wasserfilm auf der Fahrbahn

Michelin nutzte diese Erkenntnisse, um die Anforderungen an den neuen Sommerreifen zu definieren.

Deutlich kürzere Bremswege

In dreijähriger Entwicklungsarbeit konstruierten die Ingenieure deshalb einen Reifen, der besonders gute Bremsleistungen sowohl auf trockener als auch auf nasser Straße sowie hohe Haftung bei Kurvenfahrt auf nasser Straße aufweist. In Tests, die Michelin durch TÜV Süd Automotive durchführen ließ, benötigte der Primacy 3 auf trockener Straße aus 100 km/h 2,20 Meter weniger Bremsweg. Auf nasser Straße (Geschwindigkeit 80 km/h) waren es 1,5 Meter weniger. Der Vergleichswert war der Durchschnitt der Ergebnisse von vier Wettbewerbsreifen (Conti Premium Contact 2, Bridgestone Turanza ER 300, Goodyear Efficient Grip, Pirelli P7). Auf einer bewässerten Kreisbahn erreichte der Michelin eine bis zu drei km/h höhere Kurvengeschwindigkeit.

Für diese Leistungen sind vor allem zwei neue Techniken verantwortlich. Die patentierte Gummimischung des Michelin Primacy 3 sorgt für Haftung, ohne den Rollwiderstand zu erhöhen oder die Laufleistung zu senken. Michelin spricht in einer Mitteilung etwas nebulös von einer „optimalen Dosierung und Verteilung der einzelnen Bestandteile sowie der Art und Weise, wie diese gemischt werden“.

Sommerreifen mit Lamellen

Das zweite interessante Merkmal der Neuentwicklung ist das Profil mit den eingearbeiteten Lamellen. Bei starker Beanspruchung des Reifens ist es entscheidend, dass die Kontaktfläche mit der Fahrbahn möglichst groß ist. Der Primacy 3 besitzt ein Reifenprofil mit selbstblockierenden Lamellen. Dadurch verformen sich die Profilblöcke weniger, stabilisieren sich untereinander und erreichen somit eine höhere Steifigkeit.

Vor allem die Herstellung dieser neuen Lamellen war eine Herausforderung, denn ihre minimale Stärke beträgt gerade einmal 0,2 Millimeter. Zum Vergleich: Damit sind sie nur halb bis ein Drittel so dick wie die Lamellen von Winterreifen.

Der Michelin Primacy 3 kommt im Februar 2012 in 38 Dimensionen in den Handel. Das Lieferprogramm umfasst Radgrößen von 15 bis 18 Zoll, die Querschnittsserien 65 bis 40, Breiten von 185 bis 245 Millimetern und die Speedindices H, V, W und Y.

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