Volkswagen Microsoft-Kooperation soll Digitalisierung beschleunigen

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Ohne tiefe Software-Kompetenz steht es schlecht um die Zukunftsfähigkeit der Autobauer. Um die Entwicklung zu beschleunigen, schließt sich Volkswagen nun mit Microsoft zusammen – die Partnerschaft hat einen wesentlichen Vorteil.

Firmen zum Thema

Mit Cluod-basierten Diensten von Microsoft will Volkswagen bei der Entwicklung von Softwar-Werkzeugen schneller vorankommen.
Mit Cluod-basierten Diensten von Microsoft will Volkswagen bei der Entwicklung von Softwar-Werkzeugen schneller vorankommen.
(Bild: Volkswagen)

Volkswagen kooperiert mit Microsoft in der Entwicklung von Software für vernetzte Assistenz-Systeme und automatisiertes Fahren. Microsofts Cloud-Dienste sollen beim Aufbau einer Plattform für Entwickler zum Einsatz kommen, teilten die Unternehmen am Donnerstag mit.

Die Wolfsburger erhoffen sich von der Zusammenarbeit nach eigenen Angaben unter anderem schnellere Entwicklungszyklen, sagte der Chef der Software-Division des Konzerns, Dirk Hilgenberg. „Es ist eine sehr tiefgreifende Partnerschaft“, betonte Microsoft-Manager Scott Guthrie. VW solle zum Beispiel eigene Software-Werkzeuge auf Basis von Microsofts Diensten aufbauen können. Neben der sicheren Übertragung von Daten bringt der Software-Konzern auch seine Fähigkeiten zu künstlicher Intelligenz mit. Zugriff auf die VW-Daten bekomme Microsoft nicht, betonte Guthrie.

VW legte in der von Hilgenberg geführten Firma Car.Software Organisation die Entwicklung künftiger Software für alle Konzernmarken zusammen. Sie soll sich um verschiedene Fahrzeug-Funktionen, eine Plattform für Infotainment-Systeme, Fahrwerks-Technologie sowie neue Geschäftsmodelle kümmern.

Es ist ein entscheidendes Feld: Die Industrie ist mit der fortschreitenden Digitalisierung an einem Wendepunkt angelangt und stellt sich auf eine Zukunft ein, in der Software die Hauptrolle spielt und ein Auto mit Updates permanent verbessert werden kann. Dabei konkurrieren die Autounternehmen mit Apple und Google als Betreiber der großen Smartphone-Plattformen um den Zugang zu den Kunden und damit auch künftige Dienste-Erlöse.

„Wir brauchen Partner, die uns beschleunigen können“, sagte Hilgenberg. Er hoffe, gemeinsam mit Microsoft Ansätze zu entwickeln, die branchenweit als Standard etabliert und anderen Unternehmen angeboten werden könnten.

Volkswagen und Microsoft kooperieren bereits seit 2018 beim Aufbau einer Cloud-Plattform für den Datenaustausch zwischen vernetzten Fahrzeugen. Die neuen Pläne weiten diese Partnerschaft aus.

Microsoft ist einer der wenigen Tech-Riesen ohne ein eigenes Autoprojekt. Die Google-Schwesterfirma Waymo und Apple arbeiten an eigener Software zum autonomen Fahren, Amazon kaufte die Roboterwagen-Firma Zoox. Microsoft wolle nicht mit seinen Kunden konkurrieren, betonte Guthrie. Außerdem habe der Konzern bereits in den 1990er Jahren erkannt, dass Unternehmen, die alles machen wollten, nicht erfolgreich seien.

(ID:47127559)