Milliardeninvestitionen in verlustreiche Roboterwagen-Firmen

Viel Geld für Lyft und Cruise

| Autor: dpa

(Bild: Lyft)

Kunden des Fahrdienst-Vermittlers Lyft in der US-Stadt Phoenix werden demnächst in Roboterautos der Google-Schwesterfirma Waymo unterwegs sein. Zunächst sollen in den kommenden Monaten zehn Fahrzeuge auf die Lyft-Plattform kommen, kündigte Waymo-Chef John Krafcik am Dienstag an.

Waymo betreibt in einem Vorort von Phoenix bereits einen eigenen Robotaxi-Dienst. In diesen Fahrzeugen sitzt noch ein Sicherheits-Fahrer am Steuer, der bei Bedarf eingreifen kann. Das wird auch bei der Lyft-Integration so sein. Zudem gibt es in der Stadt aber auch ein Pilot-Programm von Waymo für ausgewählte Einwohner, bei dem die Fahrzeuge zum Teil ohne Sicherheitsfahrer unterwegs sind.

Für Lyft ist der Waymo-Deal eine prestigeträchtige Nachricht zur passenden Zeit. Denn fast zeitgleich wurde bekannt, dass der Uber-Rivale seine Investoren gut einen Monat nach seinem Börsengang auf tiefrote Zahlen einstimmt. Dieses Jahr werde das verlustreichste in Lyft-Geschichte, unter anderem weil die Firma massiv in Service-Stationen sowie neues Geschäft mit elektrischen Fahrrädern und Tretrollern investiere, meldete Lyft. Für das erste Quartal 2019 weist der Fahrdienst ein Minus von 1,1 Milliarden Dollar aus (980 Mio. Euro).

Lyft ist deutlich kleiner als Uber und bisher nur in Nordamerika aktiv. Zugleich zeigt das Unternehmen schnelleres Wachstum als der inzwischen weniger aggressiv als früher auftretende Marktführer. Für das laufende Quartal rechnet Lyft mit einem Umsatzplus von 60 Prozent auf mindestens 800 Millionen Dollar.

Generell bleibt die Roboter-Fahrdienst-Branche derzeit ein Milliarden-Glücksspiel mit ungewissem Ausgang. Neben den Lyft ist auch die Roboterwagen-Firma Cruise, die zu General Motors gehört, auf frisches Geld angewiesen. Bei der Investmentfirma T. Rowe Price hat Criuse 1,15 Milliarden Dollar eingeworben. Mit der neuen Finanzierung habe die Gesamtbewertung von Cruise 19 Milliarden Dollar erreicht, wie General Motors am Dienstag mitteilte. Ganz GM ist an der Börse unterdessen knapp 55 Milliarden Dollar wert.

Der Autokonzern hatte das Start-up Cruise 2016 gekauft, um zu Konkurrenten wie Waymo aufzuholen. Cruise ist inzwischen zur Basis für die Entwicklung selbstfahrender Fahrzeuge bei GM geworden. Der Konzern arbeitet an einem Robotaxi-Service und lässt dafür zahlreiche Cruise-Fahrzeuge durch San Francisco fahren. Laut Medienberichten sind rund 180 Fahrzeuge unterwegs.

In den vergangenen Monaten hat sich das Tempo, mit dem hohe Geldsumme in die Entwicklung von Roboterwagen-Technologie noch beschleunigt. So bekamen das Start-up Aurora, das seine Technologie für selbstfahrende Autos unter anderem Volkswagen zur Verfügung stellt, sowie Nuro, der Entwickler eines autonomen Lieferwagens, hohe Finanzspritzen. Auch der Lyft-Rivale Uber erhielt eine Milliarden-Investition unter anderem von Toyota für sein Roboterwagen-Programm.

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