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Mini John Cooper Works GP: Der Maxi-Mini

| Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Mit dem neuen Mini John Cooper Works GP geht die englische BMW-Tochter auf Rekordjagd. Der Dreitürer ohne Rückbank ist mit seinen 225 kW/306 PS der stärkste Mini aller Zeiten und mit 265 km/h Vmax gleichzeitig der schnellste. Der teuerste ist er leider auch.

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Der Mini John Cooper Works GP ist für die Rennstrecke gemacht, kann aber auch Straße.
Der Mini John Cooper Works GP ist für die Rennstrecke gemacht, kann aber auch Straße.
(Bild: Mini)

Schon auf dem Weg hinauf zum ehrwürdigen Nürburgring lassen sich bei aller Vorfreude zweifelnde Gedanken nicht ganz vertreiben. Denn dort wartet ein ganz besonderer Kleinwagen, geadelt durch das Prädikat „Mini“. Bärenstark wie nie, mit ausgebauter Rückbank und einem fürstlichen Preis von 45.000 Euro. Ist das der Tempo 265-Mini, auf den die treuen Fans schon immer gewartet haben oder vielleicht doch nur die Antwort auf eine nie gestellte Frage?

Der Name ist lang: „Mini John Cooper Works GP“, wobei die letzten Buchstaben „Grand Prix“ für die Rennstreckentauglichkeit eines Autos mit Straßenzulassung stehen sollen. Das Auto ist die zumindest vorläufige Krönung der Arbeit der offiziellen Mucki-Bude von Mini. Deshalb auch die Superlative.

Mini John Cooper Works GP: Der Maxi-Mini
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Trotz allem steht da unverkennbar ein Mini. Doch das so freundlich-knuddelige Gesicht unter den kreisrunden Glubschaugen wurde beim Knallbonbon kurzerhand wegdesignt. Das Kühlermaul zeigt tiefes Schwarz, ist leicht aufgestülpt mit einem knallroten Doppelstrich in der Mitte. Das scharfe Chili-Rot findet sich auch als Umrandung der gewaltigen Atemorgane unterhalb des Grills. Belüftet wird zudem durch seitliche Öffnungen in den Kotflügelwangen.

Zum ziemlich bösen Gesamteindruck tragen die dicken, leicht von der Karosse abstehenden Karbonbacken um die Radhäuser ebenso bei wie der zweistöckige, mittig halbierte Dachspoiler, der dem Heckfenster Schatten spendet und dessen Inneres ebenfalls ins Gewürzrot getaucht wurde. Gleiches gilt für das GP-Logo an den Seiten. Die beiden je neun Zentimeter dicken Endrohre glänzen dagegen in feinem Alu-Silber. Egal, ob das Drumherum nun gefällt oder nicht, auf jeden Fall flößt das optische Gesamtwerk Respekt ein, wartet mit bedrohlichem Bollersound irgendwo von unten auf seinen Einsatz.

Cockpit aus dem Elektro-Mini

Kurz noch ein Blick ins Datenblatt. Unter der kurzen Haube werkelt ein Zweiliter-Turbo mit 225 kW/306 PS, eine Organspende der Mutterfirma. Bei BMW treibt er den M135i an, dort allerdings kombiniert mit Allradantrieb. Im Mini übernimmt die Kraftverteilung ein intelligentes Sperrdifferential, das mit der Achtgang-Automatik zusammenarbeitet. Das Digital-Cockpit überrascht, wurde es doch vom Elektro-Mini übernommen. Wohl eine Art Tribut an die neue, sauberere Zeit, die in nicht allzu ferner Zukunft Gefährten wie diesem Kraft-Mini alter Schule den Garaus machen dürfte.

So weit sind wir aber noch nicht. Der Startknopf ist schon gedrückt, es geht die lange Boxenstraße entlang in Richtung der geschlängelten Eifel-Piste, auf der zuletzt vor sieben Jahren die Formel 1 um Punkte kämpfte. Das dicke Lenkrad fordert Zupacken, dahinter warten die großen Schaltpaddels in Reichweite der Finger auf Fahrerbefehle, wenn die Automatik auf manuell gepolt ist. Schon auf den ersten Metern offenbart der Mini seine Härte, entdeckt selbst auf dem optisch glatten Asphalt unebene Bereiche, die er ans Kreuz seines Fahrers weiterreichen kann.

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