Neue Strategie Mini krempelt die Modellpalette um

Autor Andreas Wehner

Die BMW-Tochter setzt künftig stärker auf größere Autos und Crossover – und schon bald sollen alle Minis elektrisch fahren. Das letzte Modell mit Verbrenner will Mini 2025 auf den Markt bringen.

Firmen zum Thema

Mini-Markenchef Bernd Körber soll das Fabrikat in die Zukunft führen.
Mini-Markenchef Bernd Körber soll das Fabrikat in die Zukunft führen.
(Bild: Mini)

Mini stellt sich neu auf. Der Kleinwagenableger des BMW-Konzerns will ab 2023 eine komplett neue Modellplatte auf den Markt bringen. „Neben der Elektromobilität wird auch die Erschließung neuer Zielgruppen und Absatzmärkte für die Zukunft von Mini von entscheidender Bedeutung sein“, sagte Mini-Markenchef Bernd Körber am Mittwoch laut eine Pressemitteilung. Mini will künftig ein größeres Augenmerk auf Crossover- und Kompaktfahrzeuge legen und vor allem den chinesischen Markt stärker in den Fokus nehmen.

2023 kommt der neue Dreitürer. Er soll das erste Modell einer neuen Generation von rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugen sein. Er wird allerdings zunächst auch noch mit Verbrennungsmotor erhältlich sein. Die Kleinwagenpalette ergänzt ein Crossover, den es nur als Stromer geben soll.

Gleichzeitig will sich Mini stärker auf das Kompaktsegment konzentrieren. Der Nachfolger Countryman soll ebenfalls 2023 starten. Er kommt sowohl elektrifiziert als auch als Verbrenner. Außerdem hat Mini ein neues Fahrzeugkonzept angekündigt, das „die Wünsche vieler Kunden nach zusätzlichem Raumkomfort und gesteigerter Variabilität berücksichtigt“. Das klingt nach einer Art Van, wie Mini ihn im vergangenen Jahr schon mit der Studie Vision Urbanaut in Aussicht gestellt hat. Das Fahrzeug könnte gleichzeitig als Nachfolger des Clubman fungieren. Über dessen Zukunft schweigt sich das Fabrikat noch aus.

Neues Cabrio kommt 2025

Auch ob der Fünftürer weiter gebaut wird, ist noch unklar. Fest steht dagegen, dass es den Mini auch wieder offen geben wird. 2025 ist ein neues Mini-Cabriolet geplant, wie ein Unternehmenssprecher auf Anfrage von »kfz-betrieb« mitteilte.

Mini will bis 2027 etwa die Hälfte des weltweiten Absatzes mit E-Autos machen. Das letzte Verbrenner-Modell soll 2025 neu auf den Markt kommen. Zu Beginn der 2030er-Jahre wird Mini eine vollelektrische Marke sein. Spätestens dann muss auch der Sport-Ableger John Cooper Works ohne Verbrenner auskommen.

Viele Kunden seiner neuen Elektromodelle sieht Mini in China. Daher hat das Unternehmen schon vor einiger Zeit ein Joint Venture mit dem chinesischen Autobauer Great Wall gegründet. Es soll künftig in einem neuen Werk die elektrischen Kleinwagen des Fabrikats produzieren – aber nicht nur für China, sondern für alle Märkte weltweit.

Den Nachfolger des Countryman produziert Mini künftig in Leipzig. Damit entsteht erstmals ein Modell des Fabrikats in Deutschland. Alle anderen Fahrzeuge sollen aus dem britischen Werk in Oxford kommen.

(ID:47773452)