Umweltbonus bis Ende 2025 Ministerium kündigt ausstehende Förderrichtlinie an

Autor: Doris Pfaff

Die Förderrichtlinie für den verlängerten Umweltbonus soll in Kürze veröffentlicht werden. Schon im November war die Verlängerung der Prämie bis Ende 2025 versprochen worden. Der ZDK hatte das Bundesverkehrsministerium bereits mehrmals angemahnt.

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Die seit acht Monaten ausstehende Förderrichtlinie für E-Fahrzeuge soll in den nächsten Wochen veröffentlicht werden.
Die seit acht Monaten ausstehende Förderrichtlinie für E-Fahrzeuge soll in den nächsten Wochen veröffentlicht werden.
(Bild: BAFA)

Die deutlich höhere Kaufprämie für Elektroautos soll im Juli oder August bis Ende 2025 verlängert werden – das teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag in Berlin mit. Versprochen hatten die Vertreter der Politik diesen Schritt bereits beim „Autogipfel“ im vergangenen November. Seit acht Monaten warten die Autohändler also auf die Förderrichtlinie zur angekündigten Verlängerung des Umweltbonus.

Eigentlich sollte die Innovationsprämie, also der verdoppelte Anteil des Bundes bei der Kaufprämie für E-Fahrzeuge, Ende des Jahres auslaufen. So steht es nach wie vor in der aktuell geltenden Förderrichtlinie, die das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) veröffentlicht.

Aber bei dem damals gegebenen Versprechen, die Förderung zu verlängern, war es bislang geblieben. Die fehlende Rechtsgrundlage erschwerte seitdem den Händlern, E-Fahrzeuge abzusetzen, weil die Planungssicherheit fehlte. Kunden schreckten vom Kauf zurück, weil sie nicht sicher sein konnten, ob sie trotz der Ankündigungen durch die Politik tatsächlich in den Genuss der Prämie kommen würden.

Fehlende Richtlinie bedeutet Hängepartie für Handel

Das bedeutet eine Hängepartie für die Händler, denn sie können kaufwillige Kunden bislang nur auf die aktuell gültige Förderrichtlinie und das Auslaufen der Prämie verweisen. Für E-Fahrzeuge mit längeren Bestellzeiten – das betrifft nahezu alle Marken – wäre bei einer Auslieferung im nächsten Jahr dann keine Förderung mehr möglich.

Auf dieses Problem hatte der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) das Bundeswirtschaftsministerium in den vergangenen Monaten mehrmals hingewiesen und zuletzt die ausstehende Förderrichtlinie auch angemahnt.

ZDK und Autoverbände begrüßen die Verlängerung

Die heutige Ankündigung wurde entsprechend in der Branche begrüßt, allen voran vom ZDK. „Es war höchste Zeit, die Verunsicherung sowohl im Automobilhandel als auch bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern abzuräumen“, sagte ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn. Der ZDK habe bereits seit dem Frühjahr immer wieder auf die Dringlichkeit der zeitnahen Verlängerung hingewiesen.

Aus Sicht des ZDK ist es zudem unabdingbar, den Fördertopf aufzustocken. „Wenn jetzt schon laut dem Bundesministerium für Wirtschaft für dieses Jahr rund 1,25 Milliarden Euro aus dem auf 1,6 Milliarden Euro begrenzten Fördertopf ausgeschüttet worden sind, ist abzusehen, dass sich der Topf sehr schnell leert und dann neue Anträge erst wieder im Jahr 2022 bearbeitet werden“, so Peckruhn. Wenn die Politik die Richtung vorgibt und die E-Mobilität nach vorn bringen will, müsse sie auch die passenden Instrumente dazu bereitstellen und flexibel auf entsprechende Nachfrage reagieren.

Auch Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), begrüßte die Ankündigung: „Die Prämie ist ein wichtiger Schub für den Ausbau der Elektromobilität und damit zur Erreichung der Klimaziele.“

ADAC kritisiert langen Förderzeitraum

VDIK-Präsident Reinhard Zirpel lobte die Entscheidung ebenfalls: „Der Umweltbonus mit dem verdoppelten Staatsanteil trägt entscheidend zum großen Erfolg der Elektromobilität in Deutschland bei. Die Hersteller bringen ihrerseits laufend neue, attraktive Elektromodelle auf den Markt und übernehmen den Herstelleranteil am Umweltbonus. Mit der Verlängerung stellt Bundesminister Peter Altmaier nun die Weichen für den weiteren erfolgreichen Markthochlauf der Elektromobilität bis Mitte dieses Jahrzehnts.“

ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand sagte: „Es ist gut, dass mit der Verlängerung der Innovationsprämie nun doch Planungssicherheit für Verbraucher besteht und kurzfristige Unsicherheiten über den Fortbestand und die Höhe der Förderung beseitigt sind.“ Er kritisierte allerdings den langen Förderzeitraum, der eine flexible Anpassung durch die neue Bundesregierung verhindere.

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Über den Autor

 Doris Pfaff

Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik