Mit H-Kennzeichen steigt die Verkehrssicherheit

Autor: Steffen Dominsky

Die Erwartung, dass Fahrzeuge mit steigendem Alter in einem immer schlechteren technischen Zustand sind, stimmt nur zum Teil. Denn schon vor, erst recht aber mit Erreichen des Oldtimerstatus werden die Autos deutlich verkehrssicherer.

Firmen zum Thema

„Alte Schätzchen meist gut in Schuss“ , lautet das Urteil der aktuellen HU-Mängelstatistik der GTÜ.
„Alte Schätzchen meist gut in Schuss“ , lautet das Urteil der aktuellen HU-Mängelstatistik der GTÜ.
(Bild: GTÜ)

Derzeit sind hierzulande knapp 480.000 Fahrzeuge mit H-Kennzeichen unterwegs. Insgesamt bevölkern sogar rund 700.000 Fahrzeuge, die vor mehr als 30 Jahren auf erstmals auf die Straßen kamen, unsere Straßen. Deren Zustand in Sachen Verkehrssicherheit hat sich die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) einmal genauer angesehen. Speziell im Fokus stand die Gruppe der Vorkriegsfahrzeuge sowie die Altersgruppe 30- bis 40-jähriger Oldies. Die Ergebnisse können sich sehen lassen, urteilt die Sachverständigenorganisation. „Meist sind die alten Schätzchen gut in Schuss und im Vergleich zu vielen ihrer jüngeren ‚Artgenossen‘ mit deutlich weniger technischen Mängeln unterwegs“, lautet das Urteil.

Bildergalerie

So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die meist sehr gepflegten Klassiker mit H-Kennzeichen bei den Mängeln im Durchschnitt auf dem Niveau der acht bis neun Jahre alten Pkws in der GTÜ-Mängelstatistik liegen. Mit Erreichen des Oldtimeralters sinkt die Mängelzahl bei den Pkws mit H-Kennzeichen auf deutlich unter 50 Prozent. Bei den 30 bis 40 Jahre alten Autos sind 29,3 Prozent der Klassiker mit „geringen Mängeln“ unterwegs. Der Anteil der „erheblichen Mängel“ liegt bei 17 Prozent. Mehr als die Hälfte der Klassiker (53,7 Prozent) erhält bei der Hauptuntersuchung (HU) die neue Prüfplakette bereits im ersten Anlauf.

H-Kennzeichen = mehr Sicherheit

Zum Vergleich: Bei den Klassikern ohne H-Kennzeichen liegt die Mängelzahl mit über 55 Prozent deutlich höher. Mit „geringen Mängeln“ sind hier 31,8 Prozent und mit „erheblichen Mängeln“ 23,3 Prozent der Klassiker unterwegs. 44,9 Prozent absolvieren die Hauptuntersuchung „ohne erkennbare Mängel“. Bei den von der GTÜ im Jahr 2017 im Rahmen der HU untersuchten Oldtimern stellten die Prüfingenieure am häufigsten Mängel in den Baugruppen „Fahrgestell, Rahmen, Aufbau“, „Bremsanlage“, „Beleuchtung, Elektrik“, „Umweltbelastung“ und „Achsen, Räder, Reifen, Aufhängungen“ fest.

Ein völlig anderes Bild ergibt sich bei den Klassikern aus der Vorkriegszeit: Bei den für den Straßenverkehr zugelassenen Oldtimern der Baujahre 1920 bis 1940 sind 75 Prozent der Fahrzeuge in meist sehr gepflegtem Zustand und ohne jegliche Mängel unterwegs. Lediglich 18,4 Prozent der historischen Fahrzeuge aus diesem Zeitraum weisen „geringe Mängel“ auf, bei nur 6,6 Prozent stellten die GTÜ-Prüfingenieure „erhebliche Mängel“ fest.

(ID:45285700)

Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group