Kfz-Innung Köln Mit SERMI wird es für die Mitglieder günstiger

Von Doris Pfaff

Vom Normalzustand ist das Kfz-Gewerbe weit entfernt. Zum dritten Mal in Folge fällt das Frühjahrsgeschäft aus, bilanzierte Obermeister Stefan Bäckmann bei der ersten Mitgliederversammlung der Kfz-Innung Köln.

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Ehrung langjähriger Mitglieder: (v. l.) Ralf Abshoff, Stefan Bäckmann, Winfried Schnüge und Boris Kanis.
Ehrung langjähriger Mitglieder: (v. l.) Ralf Abshoff, Stefan Bäckmann, Winfried Schnüge und Boris Kanis.
(Bild: Pfaff/»kfz-betrieb«)

Für Obermeister Bäckmann war es die erste Präsenzversammlung. Im Clubhaus des 1. FC Köln traf er erstmals seit seiner Wahl im November persönlich auf die Mitglieder. Das nutzte er, um zuerst langjährige Innungsmitglieder auszuzeichnen: Den Meisterbrief in Silber erhielten Ralf Abshoff, Boris Kanis und James Andrea Niel, den goldenen Meisterbrief Winfried Schnüge.

Die anschließende Ehrung von Rolf Mauss war Bäckmann besonders wichtig: 25 Jahre lang bis 2021 hatte der heute 75-Jährige als Obermeister „Maßstäbe gesetzt“, so Bäckmann. Zwar war Mauss dafür schon geehrt und zum Ehrenobermeister gewählt worden. Die Ehrennadel der Innung in Gold mit Brillanten kam nun aber hinzu. Darüber freute sich Mauss und betonte, seine Lebensphilosophie sei immer gewesen „Leben ist Arbeit und Arbeit ist Leben“. Deshalb sei es für ihn selbstverständlich gewesen, sich stets für das Gemeinwohl einzusetzen. Die Versammlung dankte ihm mit stehendem Applaus.

Obermeister Stefan Bäckmann (l.) ehrte seinen langjährigen Vorgänger Rolf Mauss.
Obermeister Stefan Bäckmann (l.) ehrte seinen langjährigen Vorgänger Rolf Mauss.
(Bild: Pfaff/»kfz-betrieb«)

Anschließend beschrieb der Obermeister die aktuelle Lage des Kfz-Gewerbes: Zum dritten Mal in Folge falle das wichtige Frühjahrsgeschäft aus. Pandemie, Lieferengpässe und erneute Produktionsausfälle durch den Ukrainekrieg hinterließen deutliche Spuren. Die Änderungen beim Umweltbonus und die geplante Streichung der Förderung für Plug-in-Hybride verschärften die Situation. Bei der geplanten Neugestaltung des Umweltbonus müssten Plug-in-Hybride weiterhin berücksichtigt werden und zudem das Bestelldatum und nicht die Zulassung für die Förderung ausschlaggebend sein. Nur dann könnten Kunden und Handel planen.

Werkstattgeschäft: Mehr als 80-prozentige Auslastung

Allein das Servicegeschäft sei im vergangenen Jahr angesichts einer 80-prozentigen Auslastung der Werkstätten positiv verlaufen. Ebenfalls positiv sei die Entscheidung der Innung, wieder selbst die Gesellenprüfungen abzunehmen. Die Winterprüfung 2021/2022 fand erstmals seit vielen Jahren wieder unter der Hoheit der Innung statt.

Welch hohen Stellenwert die Gesellenprüfung für Obermeister und Vorstand hat, zeigte sich darin, dass alle Vorstandsmitglieder in die Prüfungsausschüsse gewählt wurden. Der Obermeister gratulierte anschließend den Prüfungsbesten Sebastian Görner und seinem Ausbilder Rene Schiller vom Mitgliedsbetrieb Kfz-Schütz für die gute Ausbildungsleistung.

In das Thema Aus- und Weiterbildung will der Vorstand auch künftig viel Energie stecken. Bäckmann ermunterte die Mitglieder, sich bei ihrer Azubi-Suche dort hinzubewegen, wo der Nachwuchs stecke: online. Die Mittel für das digitale Recruiting, den digitalen Werkzeugkasten, fänden sie auf Autoberufe.de.

Am 2. Juni 2022 macht sich die Innung selbst auf die Suche und nimmt an der Ausbildungsbörse im historischen Rathaus der Stadt Köln teil. Ausbilder und Azubis werden dort das Kfz-Gewerbe Köln „als zukunftsträchtigen Ausbilder“ der Öffentlichkeit präsentieren.

SERMA-Akkreditierung des Kfz-Gewerbes

Über das Thema Fahrzeugdaten referierte nach dem Bericht der Geschäftsführerin Claudia Weil Alexander Richrath, technischer Berater beim Kfz-Landesverband NRW. Hintergrund ist die SERMA-Akkreditierung des Kfz-Gewerbes. Der Zugang zu sicherheits- und diebstahlrelevanten Reparatur- und Wartungsinformationen für Kfz-Betriebe soll zukünftig über das neue, standardisierte Autorisierungsverfahren SERMA (Secure Repair and Maintenance Authorization) gewährleistet werden.

Richrath erläuterte, was Fahrzeugdaten sind, wer Zugriff darauf hat, den rechtlichen Rahmen und das neue SERMI-Verfahren des Kfz-Gewerbes. Dieses soll akkreditierten Werkstätten den Zugriff auf die Fahrzeugdaten aller Hersteller und eine Kostenersparnis ermöglichen, so Richrath. Weitere Informationen dazu gibt es auf serma.eu.

Im Herbst will die Kfz-Innung wieder zusammenkommen, dann aber gemeinsam mit der Karosseriebauer-Innung. Bäckmann: „Wir wollen weiter zusammenrücken und unseren Austausch fördern.“

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