Elektroautos Mit Xiaomi drängt der nächste Handy-Hersteller in den Markt

Autor / Redakteur: dpa/gr / Andreas Grimm

Die Elektromobilität zieht immer neue Glücksritter des Automobilbaus an. Nach Apple und Huawei signalisiert nun mindestens der dritte Smartphone-Hersteller Interesse an der Branche.

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Handy im Auto, Handy als Auto oder Auto durch Handy-Kompetenz? Der Elektronikkonzern und Smartphone-Bauer Xiaomi will künftig E-Autos bauen.
Handy im Auto, Handy als Auto oder Auto durch Handy-Kompetenz? Der Elektronikkonzern und Smartphone-Bauer Xiaomi will künftig E-Autos bauen.
(Bild: Xiaomi)

Der im Westen vor allem als Smartphone-Anbieter bekannte chinesische Xiaomi-Konzern geht unter die Autobauer. In den kommenden zehn Jahren sollen dafür zehn Milliarden Dollar (rund 8,5 Mrd. Euro) investiert werden. Gründer und Konzernchef Lei Jun will die Führung der neuen Auto-Tochter selbst übernehmen, wie Xiaomi am Mittwoch mitteilte.

Xiaomi wurde vor allem als Smartphone-Anbieter groß, baut inzwischen aber alle möglichen Elektronik-Produkte von vernetzten Luftreinigern bis hin zu Elektro-Tretrollern. Im Smartphone-Markt profitierte Xiaomi besonders stark von dem Absturz des Konkurrenten Huawei nach US-Sanktionen. Im Schlussquartal 2020 stiegen die Verkäufe von Xiaomi-Smartphones nach Berechnungen der Marktforschungsfirma IDC im Jahresvergleich um fast ein Drittel.

Xiaomi ist nicht der erste Elektronik-Anbieter, den es in die Autobranche zieht. Sony stellte bereits Anfang 2020 den Prototypen eines Elektroautos vor. Nach wie vor ist unklar, ob der japanische Konzern eine Serienproduktion plant, aber Sony entwickelt das Fahrzeug weiter. Dyson, der britische Spezialist für Staubsager und Luftreiniger, wollte ebenfalls ein Elektroauto auf den Markt bringen. Gründer James Dyson gab das Projekt jedoch nach Milliardeninvestitionen auf. Schon seit Jahren wird auch über Pläne von Apple für ein eigenes Auto spekuliert.

Mit der Produktion von E-Autos wird übrigens auch Huawei selbst in Verbindung gebracht. Laut der Nachrichtenagentur „Reuters“ unter Berufung auf vier namentlich nicht genannte Quellen Anfang März berichtete, könnten erste Huawei-Fahrzeuge bereits in diesem Jahr auf den Markt kommen. Dazu sei Huawei in Gesprächen mit verschiedenen chinesischen Autobauern. Ziel sei, die Umsatzverluste durch die US-Sanktionen wettzumachen. Eine Bestätigung für diese Meldung gab es jedoch bislang nicht.

China ist unter anderem dank Klima-Anreizen der weltgrößte Markt für Elektrofahrzeuge mit vielen einheimischen Anbietern. Erst vor kurzem kündigte der vor allem als Hersteller von Apple-Geräten bekannte Auftragsfertiger Foxconn an, er werde für seine Kunden künftig auch Elektroautos bauen.

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