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Mittelalte Gebrauchtwagen besonders gefragt

| Autor: Silvia Lulei

Auch wenn ein eigenes Auto in der Corona-Pandemie wieder wichtiger geworden ist, müssen viele Autokäufer aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit sparen. Das stärkt die Nachfrage nach Gebrauchtwagen – doch längst nicht alle sind gleich gefragt. Zu diesem Schluss kommt eine Auswertung des Marktforschungsunternehmens Dataforce.

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Der Gebrauchtwagenmarkt ist deutlich weniger eingebrochen als das Neuwagengeschäft.
Der Gebrauchtwagenmarkt ist deutlich weniger eingebrochen als das Neuwagengeschäft.
(Bild: Achter/»kfz-betrieb«)

Der Gebrauchtwagenmarkt hat einen großen Teil der Lockdown-bedingten Einbrüche aufgeholt. Die Besitzumschreibungen gingen seit Jahresbeginn im Vergleich zum Vorjahr um 6,2 Prozent zurück, wie das Marktforschungsunternehmen Dataforce bei der Analyse der Halterwechsel in Deutschland feststellte. Das ist ein deutlich moderateres Ergebnis als bei den Erstzulassungen (–28,8 %), so die Frankfurter Analysten.

Damit bestätigt sich für Dataforce, dass das eigene Auto in der Corona-Pandemie wieder sehr viel wichtiger geworden ist, um Mobilität sicherzustellen. Gleichzeitig müssen Autokäufer aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit sparen. Das stärkt die Nachfrage nach Gebrauchtwagen.

Die Analyse von Dataforce zeigt, dass mittelalte Gebrauchtwagen sehr gefragt sind.
Die Analyse von Dataforce zeigt, dass mittelalte Gebrauchtwagen sehr gefragt sind.
(Bild: Dataforce)

Die Auswertung der Pkw-Besitzumschreibungen in Deutschland zeigt unter dem Eindruck der Pandemie ein gespaltenes Bild: Der Handel mit ein bis sechs Jahre alten Fahrzeugen hat von der Krise profitiert. Bei jüngeren Fahrzeugen ist das Angebot jedoch eingebrochen, und auch bei den Altersklassen darüber zeigt sich ein Minus.

Engpass bei jungen Gebrauchten

Gebrauchte, die jünger als ein Jahr sind, haben es schwer. In diesem Segment orientiere sich die Nachfrage laut Dataforce stärker an der nach Neuwagen. Wer sich trotzdem für einen jungen Gebrauchtwagen interessiert, muss lange suchen. Durch den Einbruch bei Eigenzulassungen der Händler habe er ohnehin nur wenig Auswahl.

Positiv haben sich dagegen die Besitzumschreibungen von ein bis sechs Jahre alten Pkws entwickelt. In diese Gruppe fallen die meisten früheren Firmenwagen, aber auch viele private Halter steigen nach dieser Zeit auf ein neues Auto um, sodass sieben von zehn Besitzumschreibungen in diese Kategorie fallen.

Zurückhaltung bei älteren Pkws

Bei noch älteren Fahrzeugen sind die Transaktionen zurückgegangen. Zwar wächst dieser Fahrzeugbestand stetig, doch die Probleme bei den Zulassungsstellen haben die Transaktionen, die größtenteils zwischen Privatpersonen stattfinden, eingebremst.

Die Dataforce-Strategen rechnen damit, dass sich der Gebrauchtwagenmarkt in den nächsten Monaten wieder normalisieren wird. Nachholeffekte durch den Lockdown spielen keine große Rolle mehr, und auch der Rückstau bei den Zulassungsstellen wird sich auflösen. Während der massive Ausfall im Frühjahr in der Jahresbilanz 2020 wohl nicht mehr vollständig aufgeholt wird, stehen die Zeichen für 2021 auf Wachstum.

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Über den Autor

 Silvia Lulei

Silvia Lulei

Chefredakteurin »Gebrauchtwagen Praxis«