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Mobilitätsdienste: Warum viele sie mögen, aber nicht nutzen

Autor: Christoph Seyerlein

Eine Bitkom-Umfrage zeigt: An manchem Mobilitätsdienst in Deutschland besteht durchaus ordentliches Interesse. Aktiv nutzen die Angebote allerdings die wenigsten. Das hat mehrere Gründe.

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Nur 9 Prozent gaben in einer Bitkom-Umfrage an, bereits Ride-Pooling-Dienste wie Clevershuttle, Moia oder Berlkönig in Anspruch genutzt zu haben.
Nur 9 Prozent gaben in einer Bitkom-Umfrage an, bereits Ride-Pooling-Dienste wie Clevershuttle, Moia oder Berlkönig in Anspruch genutzt zu haben.
(Bild: Moia)

So richtig Fuß gefasst haben in Deutschland bislang die wenigsten Mobilitätsdienste. Eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom macht Anbietern nun einerseits Mut, zeigt andererseits aber auch deutlich die Probleme auf. Demzufolge hat ein nicht zu verachtender Teil der Bevölkerung durchaus Interesse an Mobilitätsdiensten, die sich auf digitalem Weg buchen lassen.

Fast jeder zweite (47 %) glaubt gar, dass digitale verfügbare Angebote in Zukunft unser Mobilitätsverhalten dominieren werden. Insgesamt hat Bitkom 1.005 Deutsche mit einem Mindestalter von 16 Jahren befragt, die Umfrage gilt damit als repräsentativ.

Was die Leute interessiert – und was nicht

Für ein regelmäßiges Nutzen verschiedener Angebote reicht es aktuell aber noch bei den wenigsten. Werfen wir einen Blick auf die unterschiedlichen Angebotsformen:

  • Ride-Pooling: Mehr als jeder dritte Befragte (35 %) würde diese Form der Mobilität gerne nutzen. Tatsächlich getan haben es bislang aber nur 9 Prozent. Das dürfte beispielsweise damit zusammenhängen, dass sich Angebote wie Moia, Clevershuttle oder Berlkönig bislang vor allem auf Ballungsräume beschränken.
  • Ride-Hailing: Hier ist die Akzeptanz deutlich geringer als beim Ride-Pooling (21 %). Echte Erfahrungen mit Ride-Hailing haben bislang sogar nur 4 Prozent der Befragten gemacht. Vermutlich hängt das damit zusammen, dass Angebote wie Uber in Deutschland teilweise verboten sind und von vielen eher kritisch betrachtet werden.
  • Car-Sharing: Einst als next big thing gestartet, ist Car-Sharing nie richtig ins Rollen gekommen. Nur jeder fünfte Befragte gab gegenüber Bitkom an, daran interessiert zu sein. Immerhin 8 Prozent haben es schon einmal ausprobiert.
  • E-Scooter-Sharing: E-Scooter sind in deutschen Städten längst angekommen. Seit dem Start im Sommer 2019 sind vergleichsweise viele Deutsche schon einmal losgerollert. Von den Bitkom-Befragten waren es immerhin 17 Prozent. Echtes Interesse daran bekundet jeder fünfte.
  • Bike-Sharing: Hier gibt es laut der Umfrage mehr Nutzer (21 %) als Interessenten (19 %). Die Mobilitätsform ist für die Deutschen aber offenbar deutlich interessanter als etwa Ridesharing (8 %), also das Mitnehmen von anderen Fahrgästen mit dem gleichen Ziel.

Woran hakt es?

Wie erwähnt ist teilweise die sehr geringe Verbreitung von Diensten ein Problem. Das führt auch dazu, dass manche Mobilitätsform vielen überhaupt nicht bekannt ist. So gaben beispielsweise 41 Prozent der Befragten an, noch nie etwas von Ride-Hailing gehört zu haben.

Die größten Hemmungen löst bei den Deutschen aber die Preisfrage aus. 73 Prozent beklagten, dass Mobilitätsangebote hierzulande schlicht zu teuer seien. Die meisten verbinden das mit einem klaren Auftrag an die Politik: Dreiviertel fordern, digitale Angebote für eine komfortablere und umweltfreundlichere Mobilität stärker staatlich zu fördern.

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«