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Mobilitätsversicherungen: Ein eigenes Ökosystem bilden

Autor / Redakteur: Timo Hertweck / Silvia Lulei

Um für die digitale Zukunft von Mobilitätsversicherungen gewappnet zu sein, können Autohäuser ihren eigenen Kosmos an Versicherungen anbieten.

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Der Bedarf an maßgeschneiderten Versicherungsprodukten in allen Lebensbereichen wächst.
Der Bedarf an maßgeschneiderten Versicherungsprodukten in allen Lebensbereichen wächst.
(Bild: © Worawut – adobe.stock.com)

Teilkasko, Vollkasko, Kfz-Haftpflicht - Jeder Autofahrer hat sich beziehungsweise sein Fahrzeug versichert. Aber keiner will sich so wirklich damit beschäftigen. Zumal Versicherungen kein gutes Image haben. Für den Verbraucher ist entscheidend, wie viel eine Versicherung kostet und was sie im Schadenfall ersetzt. Selbst Versicherungsexperten müssen zugeben, dass sich in den letzten Jahrzehnten kaum etwas an den Standardprodukten geändert hat.

Aber jetzt passiert einiges. Das liegt da ran, dass Fortschritte in der Mobilität neue Risiken hervorbringen und dementsprechend neue Produkte notwendig sind. Beispielsweise die öffentlich viel diskutierte Frage, wer bei einem Unfall mit einem selbstfahrenden Auto der Schuldige ist – derjenige, der vorne links sitzt, der Hersteller oder der Software-Entwickler? Hier sind Policen gefragt, die diese komplexen Fragestellungen abdecken.

Es kommen derzeit Produkte auf den Markt, die die Möglichkeiten der Digitalisierung voll ausschöpfen. Sogenannte Kilometerversicherungen berechnen nur so viel, wie tatsächlich gefahren wird. Bald muss im eigenen Wagen auch keine zusätzliche Hardware mehr installiert werden; Tesla bietet das in den USA bereits vollintegriert an. Aktuell rechnen sich solche Nischenlösungen zwar nur für Wenigfahrer, mit Connected Car werden sie jedoch im Mainstream ankommen – und wahrscheinlich direkt vom Autohersteller selbst angeboten werden.

Versicherungslösungen unter eigener Marke

Diese beiden Bereiche – neue Risiken und digitalisierte Standardprodukte direkt vom Hersteller – sind große Herausforderungen für die Versicherungsbranche, tangieren die Gebrauchtwagenbranche aber nur bedingt. Dabei eröffnet die Digitalisierung auch für den Geschäftsbereich Gebrauchtwagen ganz neue Produktansätze.

Gastautor Timo Hertweck ist Vertriebsvorstand der Element Insurance AG, die White­Label-Lösungen für Versicherungen ent­wickelt. Zuvor hatte er diverse Führungs­positionen in der Versicherungsbranche inne, unter anderem als Geschäftsführer beim Ver­sicherungsmakler Südvers, als Vorstandsmitglied bei der Würzburger Versicherungs-AG sowie als Vertriebsdirektor und Prokurist bei der WWK Versicherung AG.
Gastautor Timo Hertweck ist Vertriebsvorstand der Element Insurance AG, die White­Label-Lösungen für Versicherungen ent­wickelt. Zuvor hatte er diverse Führungs­positionen in der Versicherungsbranche inne, unter anderem als Geschäftsführer beim Ver­sicherungsmakler Südvers, als Vorstandsmitglied bei der Würzburger Versicherungs-AG sowie als Vertriebsdirektor und Prokurist bei der WWK Versicherung AG.
(Bild: Element Insurance AG)

Denn der große Vorteil ist, dass Versicherungslösungen nun anhand der wirklichen Bedürfnisse der Kunden entwickelt werden können. Früher scheiterten diese Ansätze oft an einer simplen Kosten-Nutzen-Rechnung: Mit althergebrachten Methoden war es zu aufwendig, kleinere und zielgenaue Policen zu erstellen, die vergleichsweise wenig Erlös bringen; entweder war der Einzelpreis zu niedrig oder der Absatz zu gering.

Digitale, modulare Ansätze können aber genau das – unkompliziert zielgruppenbasierte Lösungen anbieten. Bedarfsbezogene Absicherungen werden mehr und mehr kommen, und zwar in allen Lebensbereichen. Aus Unternehmenssicht können viele davon absatzfördernd eingesetzt werden, und/oder sie erhöhen den sogenannten Share of Wallet (wie viel der einzelne Kunde für ein Produkt/eine Dienstleistung ausgibt). Gleichzeitig wird die Vertriebshoheit der Versicherungsindustrie fallen.

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