Oldtimer-Auktion Monterey lief prächtig

Autor: Steffen Dominsky

Nach verhältnismäßig schlechten Zeiten scheint sich beim Handel mit hochwertigen Oldtimern wieder eine Verbesserung anzukündigen. Frank Wilke von Classic Analytics prognostiziert ein gutes Jahr 2021.

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Zugegeben: Er ist vom Oldtimer noch weit enfernt. Dennoch brachte es ein Lexus LFA Nürburgring bei einer Auktion in Monterey zum bislang teuersten versteigerten japanischen Wagen. Für rund 1,36 Millionen Euro wechselte er den Besitzer.
Zugegeben: Er ist vom Oldtimer noch weit enfernt. Dennoch brachte es ein Lexus LFA Nürburgring bei einer Auktion in Monterey zum bislang teuersten versteigerten japanischen Wagen. Für rund 1,36 Millionen Euro wechselte er den Besitzer.
(Bild: Lexus)

Im Fernsehen gibt es eine Seifenoper, die trägt im Titel irgendwas mit guten und schlechten Zeiten. Dieser Titel, bzw. das Motto, passt auch ganz gut im Fall klassischer Fahrzeuge: Bereits vor der Pandemie waren bei den Verkaufs-/Versteigerungserlösen bzw. Fahrzeugwerten die goldenen Zeiten vorbei. Und über das vergangene Jahr brauchen wir nicht zu sprechen – eigentlich. Und über dieses?

„Die Monterey Auction Week hat gezeigt, dass der internationale Markt für hochwertige Oldtimer im Aufwärtstrend ist und dass die höchsten Verkaufserlöse immer noch bei Live-Auktionen erzielt werden“, berichtet Frank Wilke vom Oldtimer-Marktbeobachter Classic Analytics. Besagte „Versteigerungswoche“ im californischen Ort Monterey ist eine Ansammlung unterschiedlicher Versteigerungen, durchgeführt von verschiedenen Auktionshäusern. So waren in diesem Jahr vor allem Supersportwagen der Neunziger- und frühen Zweitausenderjahre gefragt, und Fahrzeuge, die noch nie öffentlich angeboten wurden. „Insgesamt könnte 2021 das erfolgreichste Oldtimer-Auktionsjahr aller Zeiten werden“, ist Frank Wilke überzeugt. Dafür sprechen mit Blick auf Monterey aus seiner Sicht einige gewichtige Fakten wie:

  • ein höherer Gesamterlös aller Auktionen in Summe von 343 Millionen US Dollar (37 Prozent mehr als 2019)
  • 80 Prozent aller Lots wurden verkauft (54 Prozent mehr als 2019)
  • Es wurde ein höherer Durchschnittspreis von 428.000 US Dollar pro Fahrzeug erzielt (2019: 334.000)
  • Es wurden 82 Autos zu einem Preis über eine Million Dollar verkauft (2019: 45)

Ein top restauriertes Exemplar der sechsten Land-Cruiser-Generation (J6) von 1986 brachte es bei der Auktion in Monterey auf einen Erlös von 113.700 Euro!
Ein top restauriertes Exemplar der sechsten Land-Cruiser-Generation (J6) von 1986 brachte es bei der Auktion in Monterey auf einen Erlös von 113.700 Euro!
(Bild: Toyota)

Zum sprichwörtlichen Hammerpreis kam ein Lexus LFA Nürburgring unter selbigen. Der eher in die Kategorie „Liebhaberfahrzeug“ als Oldtimer gehörende 2012 gebaute Wagen wurde unter der Sonne Kaliforniens zum teuersten bislang gehandelten japanischen Auto „geadelt“: Für rund 1,36 Millionen Euro wechselte er den Besitzer. Die wachsende Popularität asiatischer Erzeugnisse im Kreise klassischer Automobilität dokumentierte auch die Versteigerung eines perfekt restaurierten Toyota Land Cruiser (FJ62) von 1986. Der brachte es auf einen Preis von sage und schreibe 113.700 Euro.

Ebenfalls stattliche Beträge fuhr seinen bisherigen Eigentümern ein McLaren F1 von 1995 ein: Er fand für umgerechnet rund 17,4 Millionen Euro einen neuen Besitzer. Ebenso ein Ferrari F50 aus dem gleichen Baujahr (3,4 Millionen Euro), ein 2004er Ford GT (2,24 Millionen Euro) und ein Porsche 918 Spyder Weissach Roadster (1,36 Millionen Euro).

Kleine Enttäuschung in Monterey: Dieser Porsche 917K von 1970 aus dem Film „Le Mans“ blieb mit einem Gebot von 15 Millionen Dollar unverkauft. Erwartet hatte der Eigentümer mindestens 19 Millionen.
Kleine Enttäuschung in Monterey: Dieser Porsche 917K von 1970 aus dem Film „Le Mans“ blieb mit einem Gebot von 15 Millionen Dollar unverkauft. Erwartet hatte der Eigentümer mindestens 19 Millionen.
(Bild: © Justin Chan Photography 2021)

Ein paar „kleine“ Enttäuschungen gab es allerdings auch: Eins der „Star-Cars“, ein Porsche 917K von 1970 aus dem Film „Le Mans“, blieb mit einem Gebot von 15 Millionen Dollar unverkauft. Erwartet hatte der Eigentümer mindestens 19 Millionen.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group