Mutterschutz: Neue Rechte – neue Pflichten

Der Gesetzgeber hat das Mutterschutzgesetz reformiert. Die wesentlichen Verschärfungen gelten für Arbeitgeber ab Januar 2018. Was Firmen tun sollten, um keinen Ärger mit der Gewerbeaufsicht zu riskieren.

| Autor: Rebekka De Conno, Rechtsanwältin und Fachanwältin für Arbeitsrecht der Kanzlei WWS in Mönchengladbach

Der Gesetzgeber hat die Regelungen zum Arbeitsschutz deutlich ausgeweitet.
Der Gesetzgeber hat die Regelungen zum Arbeitsschutz deutlich ausgeweitet. (Bild: © nmann77 - stock.adobe.com)

Der Mutterschutz stellt deutsche Unternehmen vor neue Herausforderungen. Mit der Novelle des Mutterschutzgesetzes (MuSchG) gehen weitreichende Änderungen einher. Sie erweitert unter anderem nicht nur den Kreis der geschützten Mitarbeiterinnen, sondern auch den der betroffenen Firmen. Das Gesetz nimmt selbst Arbeitgeber in die Pflicht, die aktuell gar keine Frauen beschäftigen. Unternehmen sollten das Thema Mutterschutz genau beachten, da bei Verstößen hohe Bußgelder oder sogar strafrechtliche Konsequenzen drohen.

Das erneuerte MuSchG bringt schwangeren und stillenden Frauen einige Vorteile. Sie profitieren künftig etwa von einem erweiterten Kündigungsschutz und einer verlängerten Schutzfrist nach der Geburt von zwölf statt bisher acht Wochen bei Mehrlings- oder Frühgeburten. Unternehmen hingegen müssen künftig mehr leisten, um die Vorgaben zu erfüllen. Mit der Gesetzesnovelle geht für Firmen ein nicht unerheblicher bürokratischer Mehraufwand einher. Ein zentraler Punkt im MuSchG ist das Thema Sicherheit am Arbeitsplatz. Bislang mussten Unternehmen in besonderen Einzelfällen eine individuelle Gefährdungsprüfung vornehmen. Sie waren dazu aber nur verpflichtet, wenn sie von einer Schwangerschaft wussten und die betreffende Mitarbeiterin einer konkreten Gefährdung bei der Arbeit ausgesetzt war – beispielsweise durch potenziell schädliche chemische oder biologische Stoffe oder durch physikalische Einwirkungen.

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