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Nach Lockdown: Händler belastet Rekordbestand

Autor: Martin Achter

Die Schließung von Händlerstandorten im Kampf gegen die Coronakrise hinterlässt ihre Spuren im Gebrauchtwagengeschäft: Der Online-Fahrzeugbestand von Händlern ist so groß wie nie. Das wirkt sich auch auf die Preise aus.

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Absatzstau nach dem Corona-Lockdown: Auf Deutschlands größtem Onlinemarktplatz, Mobile.de, haben Händler derzeit so viele Fahrzeuge inseriert wie nie.
Absatzstau nach dem Corona-Lockdown: Auf Deutschlands größtem Onlinemarktplatz, Mobile.de, haben Händler derzeit so viele Fahrzeuge inseriert wie nie.
(Bild: Achter/»kfz-betrieb«)

Geschlossene Händlerstandorte und wirtschaftliche Verunsicherung bei den Verbrauchern: Die Coronakrise hat den Lagerwagenbestand von Gebrauchtwagenhändlern im Mai auf ein Rekordniveau klettern lassen. Das zeigt eine Auswertung der Onlinebörse Mobile.de.

Derzeit sind auf der Plattform rund 1,7 Millionen Fahrzeuge gelistet. „Das Angebot an Gebrauchtwagen ist aktuell so groß wie nie“, teilte der Marktplatz mit. Das bringt auch die Angebotspreise der Händler unter Druck – und treibt die Standzeiten nach oben.

Der Auswertung zufolge war der Onlinebestand der Händler im Mai um 16,2 Prozent größer als im Vorjahresmonat. Bereits im April sei eine „deutliche Zunahme“ des Angebots gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen gewesen (+14,7 %).

Deutlich mehr SUV-Inserate

Besonders im Boomsegment der SUVs scheint es derzeit einen Absatzstau zu geben: Dort verbuchte die Onlinebörse im Mai 38 Prozent mehr Inserate. Bei den Klein- (+15,8 %) und Kompaktwagen (+11,6 %) sowie in der Mittelklasse (+12,4 %) wuchsen die Bestände dagegen weniger stark.

Höheres Angebot – niedrigere Preise: Im Durchschnitt veranschlagten die Händler im Mai für ihre Autos die Preise ein Prozent unter Vorjahresniveau. In der Oberklasse und der oberen Mittelklasse sanken sie im Schnitt sogar um mehr als fünf Prozent. SUVs wurden ebenfalls fast fünf Prozent günstiger angeboten.

Die niedrigeren Preise führen aber nicht dazu, dass die Ware schneller vom Hof kommt. Im Gegenteil: Händler brauchen derzeit im Schnitt elf Tage länger als im Vorjahreszeitraum, um ein Auto an den Mann oder die Frau zu bekommen. Durchschnittlich 108,5 digitale Standtage verzeichnet Mobile derzeit für Autos, die auf der Plattform inseriert sind.

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Über den Autor

 Martin Achter

Martin Achter

Redakteur Management & Handel bei »kfz-betrieb«