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Nachholbedarf: Ein Drittel der freien Werkstätten hat keine Internetseite

Autor: Jakob Schreiner

Die aktuelle Sonderbefragung „Digital-BIX“ zeigt, dass es bei vielen freien Kfz-Werkstätten in Sachen Internetpräsenz mau aussieht. Die Markenkollegen stehen hier deutlich besser da. Dennoch gibt es auch bei ihnen teils massives Potenzial für Verbesserung.

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(Bild: Screenshot)

Die Internetseite ist so etwas wie die moderne Visitenkarte eines jeden Unternehmens. Um so verwunderlicher ist es, dass nur rund zwei Drittel der freien Werkstätten einen eigenen Auftritt im Netz besitzen, wie die aktuelle Sonderbefragung „Digital-BIX“ von Bank Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (BDK), BBE Automotive und »kfz-betrieb« ergeben hat. Dafür wurden 100 markengebundene sowie 100 markenunabhängige Kfz-Betriebe befragt.

Auffällig dabei: Je umsatzstärker das Unternehmen ist, desto zuverlässiger pflegt es auch seinen Internetauftritt. Kleine Werkstätten, die nur lokal begrenzt oder mit wenigen Mitarbeiter am Markt aktiv sind, verzichten häufig auf eine Website, so die Analyse des Marktforschungsunternehmens BBE. Und auch ob eine freie Werkstatt einem Werkstattsystem angehört oder komplett frei am Markt agiert, spielt in Bezug auf die Internetpräsenz eine Rolle. Denn die Systemgeber stellen ihren Partnernbetrieben in der Regel entsprechende Module zur Verfügung, mit denen sie ohne allzu großen Aufwand eigene Inhalte erstellen können.

Nahezu alle Vertragspartner eines Werkstattsystems verfügen also über eine entsprechende Website. Aber auch der schönste Internetauftritt bringt nichts, wenn er nicht funktional ist und den digitalen Kundenkontakt effektiv unterstützt. Und so analysiert gerade mal ein Drittel der Befragten die Performance ihrer Website regelmäßig, wie die Studie offenbart.

Aus Sicht des Sprechers der BDK-Geschäftsführung, Hermann Frohnhaus, eine verpasste Chance: „Kleinigkeiten sind ausschlaggebend, ob ein Nutzer die Autohaus-Website besucht, digital mit dem Betrieb interagiert und damit so dicht wie möglich an eine Kaufentscheidung herangeführt wird“, erklärt Frohnhaus.

Er führt als Beispiel an, dass aus zu großen Bilddateien lange Ladezeiten und eine schlechtere Sichtbarkeit bei Google resultieren. Ferner könne auch ein ungünstig platzierter Menüpunkt dafür verantwortlich sein, dass der Nutzer eine entsprechende Information nicht findet oder einen Onlineservice nicht nutzt. Die Liste ließe sich noch weiter fortführen.

Viele Punkte, die einem positiven Erlebnis auf den Websites im Weg stehen, lassen sich nach Ansicht des BDK-Sprechers mit verhältnismäßig einfachen Anpassungen aus dem Weg räumen. Vorausgesetzt der Betrieb weiß, was schief läuft, wozu wiederum die Analyse notwendig ist. Sind die Verantwortlichen in den Firmen dazu nicht selbst in der Lage, empfiehlt Frohnhaus, einen externen Partner – sei es eine Agentur oder ein Digitalisierungsspezialist – damit zu beauftragen. „Diese zeigen effektive Lösungswege auf“, ist er sich sicher.

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Über den Autor

 Jakob Schreiner

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Redakteur Ressort Service & Technik