Volkswagen Nahezu jeder dritte Händlerstandort seit 2015 verschwunden

Autor Christoph Seyerlein

Die Marktkonsolidierung im deutschen Kfz-Handel ist kein neues Phänomen. Beim Marktführer Volkswagen schreitet sie allem Anschein nach allerdings vergleichsweise schnell voran – zumindest im Vertriebsgeschäft.

2020 gab es noch 851 VW-Vertriebsstützpunkte in Deutschland.
2020 gab es noch 851 VW-Vertriebsstützpunkte in Deutschland.
(Bild: Scherer-Gruppe)

Dieselgate, WLTP, neue Händlerverträge, Corona-Pandemie – Volkswagen-Händler hatten in den letzten Jahren zahlreiche Herausforderungen zu meistern. Eine »kfz-betrieb«-Analyse der Netzstruktur der Wolfsburger hierzulande zeigt: Bei Weitem nicht jeder Partner kann, will oder darf diese Herausforderungen bewältigen. Gab es 2015 noch 1.253 VW-Vertriebsstützpunkte in Deutschland, waren es zum Ende des Jahres 2020 nur noch 851. Das bedeutet: Nahezu jeder dritte Vertriebsstandort des Marktführers ist binnen sechs Jahren von der Bildfläche verschwunden.

Die Gründe dafür sind vielschichtig. Die Dieselkrise und massive Wertverluste bei Leasingrückläufern in der Folge brachten manchen Händler ins Schleudern. Ein bekanntes Beispiel war etwa das Hamburger Traditionshaus Willy Tiedtke. Im Zuge der Netzkündigung und der Ausgestaltung neuer Verträge, die 2019 in Kraft getreten sind, schieden dann weitere Partner aus.