Suchen
+

Netzwerk: „Handel muss Entwicklung von Technologie verstehen“

| Autor / Redakteur: Das Gespräch führte Martin Achter / Martin Achter

Eine Initiative junger Technologiefirmen will Autohausmitarbeitern helfen, digitale Zukunftskonzepte in ihren Firmen voranzutreiben. Vereinschef Philipp Posselt erläutert, wie Betriebe vom „Netzwerk Autohaus Transformation“ profitieren können.

Philipp Posselt, Gründer des Datenanalyse-Start-ups Vecat, will als Vorsitzender des Netzwerks Autohaus Transformation das Verständnis von Autohäusern und Tech-Unternehmen füreinander stärken.
Philipp Posselt, Gründer des Datenanalyse-Start-ups Vecat, will als Vorsitzender des Netzwerks Autohaus Transformation das Verständnis von Autohäusern und Tech-Unternehmen füreinander stärken.
(Bild: Veact)

Philipp Posselt: Als eine Gemeinschaft junger Technologieunternehmen – sogenannte Techies – wollen wir den Automobilhandel dabei unterstützen, die Herausforderungen des Digitalzeitalters zu meistern – bis hin zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Denn wir haben mit Autohäusern ein gemeinsames wirtschaftliches Interesse: jenes, dass es mit der Branche nach vorn geht. Um das zu gewährleisten und die gemeinsame Zukunft zu sichern, brauchen wir in den Autohäusern aber auch bestimmte Kompetenzen, Veränderungsbereitschaft und ein Verständnis dafür, wie wir Technologie entwickeln. Deswegen wollen wir das digitale Know-how der Branche stärken.

Damit sagen Sie zwischen den Zeilen, dass die Zusammenarbeit zwischen Autohäusern und Technologiefirmen nicht immer reibungsfrei verläuft. Wo hakt es?

Als Techies denken und arbeiten wir oft in wöchentlichen Zyklen. Die Produkt- und Qualitätszyklen in der Automobilwirtschaft sind dagegen viel langfristiger. Techies pflegen in der Regel eine Fehlerkultur; wir arbeiten agil und verbessern unsere Produkte fortlaufend. Im Handel wird dagegen oft eine Null-Fehler-Toleranz gelebt, und es gibt eine starke Standardisierung der Prozesse. All das mag seine Berechtigung haben. Bei der Erstellung von Rechnungen liegt das klar auf der Hand. Es führt aber auch dazu, dass die Mitarbeiter im Handel und bei Techies ganz unterschiedlich denken und handeln. Jedoch haben wir ein Interesse an gegenseitigem Verständnis. Denn wir als Techies wollen den Automobilhandel mit unseren Services unterstützen. Und das funktioniert für uns nur dann gut, wenn wir im Handel auf ein Gegenüber treffen, das ähnlich tickt. Deswegen müssen wir voneinander lernen.