Öffentlichkeitsarbeit im Kfz-Gewerbe Neu denken und nach vorne schauen

Autor Doris Pfaff

Das Corona-Jahr wirkt sich nicht nur auf die traditionellen PR-Seminare des ZDK aus. Es prägt auch die Inhalte der Öffentlichkeitsarbeit des Kfz-Gewerbes. Über die Schwerpunkte informierte der Verband in seiner ersten PR-Webshow.

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Bei der ersten PR-Webshow trafen sich die Mitglieder des Landesverbands Baden-Württemberg digital und steckten gemeinsam die Schwerpunkte der Öffentlichkeitsarbeit ab.
Bei der ersten PR-Webshow trafen sich die Mitglieder des Landesverbands Baden-Württemberg digital und steckten gemeinsam die Schwerpunkte der Öffentlichkeitsarbeit ab.
(Bild: Pfaff/»kfz-betrieb«)

Eigentlich wollten sie sich zum Auftakt der Veranstaltungsreihe in Schwäbisch-Hall treffen: Stattdessen kamen die PR-Spezialisten aus den jeweiligen Landesverbänden des Kfz-Gewerbes online zusammen zu einer PR-Webshow. Ziel ist es, gemeinsam mit den jeweiligen Landesverbänden die Weichen für die Öffentlichkeitsarbeit im Jahr 2021 zu stellen. Ein wichtiger Bestandteil wird sein, Ausbildungsbetriebe in der schwierigen Situation zu unterstützen, damit sie für interessierte Jugendliche sichtbarer sind.

Die Moderation übernahm Michael „Goofy“ Förster, die Begrüßung Birgit Leicht, Vorsitzende des Ausschusses Öffentlichkeitsarbeit des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg. Traditionell standen die Ehrungen verdienter Pressesprecher an. Ihre Urkunden erhielten Petra Bäzner (fünf Jahre) von der Innung Pforzheim und Fritz Beilharz (25 Jahre) von der Innung Aalen allerdings per Post. Neu in der Funktion des Pressesprechers sind Michael Berger (Innung Freiburg), Patricia Griener (Innung Sigmaringen) und Sven Morrkopf (Innung Karlsruhe).

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ZDK-Pressesprecher Ulrich Köster und Peter Meyer, Referent für die Öffentlichkeitsarbeit, berichteten zunächst über die besonderen Herausforderungen für den ZDK. „Corona hat auch die PR-Arbeit verändert“, sagte Köster. Nahezu alle Veranstaltungen fanden nur virtuell statt, zuletzt auch die Jahrespressekonferenz des ZDK.

Die Taktung der verfassten Pressemitteilungen war hoch, ebenso die Zahl der Interviews und Statements. Mehrere Briefe schickte der ZDK an das Bundeskanzleramt, auch in Absprache mit den anderen großen Autoverbänden. Allesamt mit dem gleichen Appell, den Autohandel zu öffnen.

Licht-Test wird leicht modifiziert

Ungeachtet der Pandemie stehen die etablierten Kampagnen an, allen voran der Licht-Test. Die Bilanz der Pressearbeit zu der bekanntesten Werbekampagne des Kfz-Gewerbes fiel ähnlich positiv aus wie im Vorjahr. Die Aktion fand bundesweit in den Medien viel Beachtung.

Für 2021 wird der Licht-Test dennoch leicht modifiziert. Ein neues Gewinnspiel – ein Foto des teilnehmenden Fahrers mit der Plakette – soll die bisherigen Gewinnspielfragen ablösen. Auch Betriebe sollen davon profitieren: Sie können ein Scheinwerfer-Einstellgerät oder eine Kalibrierung gewinnen. Zudem wird der Aktionszeitraum um einen Monat verlängert, sodass die Werkstätten den Licht-Test mit dem Wintercheck verbinden, auf Glasschäden oder den anstehenden Reifenwechsel hinweisen können. Zur Unterstützung bietet der ZDK neue Werbemittel wie Plakate und Flyer an.

Auf großes Interesse stoßen weiterhin die ZDK-Podcasts zu aktuellen Themen. Im Schnitt werde jeder Podcast rund 650-mal gehört, erörterte Meyer. Für 2021 gibt es neue Beiträge. „Offene Telematik-Plattform“ ist bereits abrufbar. Weitere Podcasts sind in Arbeit, so über nichtfossile Kraftstoffe, NEFZ/WLTP, Onlinevertrieb sowie über Umsatzsteigerungen für Werkstätten.

Gute Resonanz gab es für die ersten Onlineseminare für Pressesprecher. Das neue Format findet in drei Stufen statt und richtet sich an Einsteiger, Erfahrene und Experten. Die nächsten Termine für das Einsteigerseminar stehen bereits fest: Es findet am 27. und 30. September sowie am 4. Oktober statt und dauert jeweils vier Stunden. Anmeldungen sind per Mail bei smeyer@kfzgewerbe.de oder telefonisch unter 0228 9127-273 möglich.

Blauer Kalligraph soll für 2020/2021 verliehen werden

Um gute und ehrenamtliche PR-Arbeit im Kfz-Gewerbe soll es wieder beim Blauen Kalligraphen gehen, den der Zentralverband in diesem Jahr vergeben möchte. 2020 war der Wettbewerb wegen des allgemeinen Veranstaltungsverbots ausgefallen. Eingegangene Bewerbungen nehmen aber automatisch am neuen Verfahren teil. Bewerbungsschluss ist am 31. Mai 2021.

Die Verleihung soll wie in der Vergangenheit wieder in Frankfurt auf der Bundestagung des ZDK stattfinden, sofern das möglich ist. Sie ist für den 13. September angesetzt und soll am Vorabend der Automechanika stattfinden.

Über den geplanten Relaunch der ZDK-Website informierte Simon Pfost von der ZDK-Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit. Davon betroffen sind auch die Internetseiten der Landesverbände. Ziel ist zum einen, dass man die Seiten besser auf mobilen Geräten nutzen kann, aber auch die Anbindung des Intranets.

Die aktuelle Situation auf dem Ausbildungsmarkt stellte Claudia Kefferpütz von der ZDK-Abteilung Berufsbildung vor. Da Jugendliche laut einer Umfrage ihre Informationen vorwiegend über Ausbildungsmessen und Schulveranstaltungen beziehen, erschwere die aktuelle Situation deren Möglichkeiten, einen Beruf zu finden.

„Wir müssen neu denken und neue Wege gehen“, sagte Kefferpütz. Dabei haben Betriebe allerdings Schwierigkeiten. Nach einer Umfrage unter den Betrieben gaben 60 Prozent der Befragten an, sich bei einer Suche nach geeignetem Nachwuchs über die neuen Medien schwerzutun. Aber wenn sich die Unternehmen nicht darauf einstellten, werden sie die Folgen in Kürze spüren, warnte Kefferpütz.

Betriebefinder und Werkkasten für digitales Recruiting

Hilfe bietet der ZDK-Betriebefinder, eine Suchmaske, über die Jugendliche im Netz geeignete Ausbildungsbetriebe finden können. Der ZDK arbeitet daran, diese Funktion bundesweit aufzubauen; erste Landesverbände sind bereits eingebunden.

Auch an anderen Stellen müssen Betriebe digital für ihren Nachwuchs sichtbarer werden, um sie für Ausbildungsberufe gewinnen zu können, so Kefferpütz. Wie digitales Recruiting funktionieren kann, zeigt Verband auf der Website Autoberufe.de.

Über die Elektromobilität, die aktuellen Entwicklungen und die Auswirkungen auf das Aftersales-Geschäft berichtete Christoph Stricker von der ZDK-Abteilung Betriebswirtschaft. Er stellte eine Studie des ZDK vor, worauf sich der Kfz-Handel, vor allem der Service, einstellen muss. Auch wie sich die hohen Förderungen auf gebrauchte E-Fahrzeuge auswirken, sprach Stricker an.

AÜK auf gutem Weg, aber ambitioniert

Wie es um die AÜK (Akkreditierte Überwachung im Kraftfahrzeuggewerbe) bestellt ist, berichtete Bundesinnungsmeister und ZDK-Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk. Mehr als 7.000 Betriebe erfüllen inzwischen die Voraussetzung zur Teilnahme. Bis zum 1. Juli müssten jedoch die rund 37.000 Innungsbetriebe eingebunden sein.

„Das ist ambitioniert, aber machbar“, betonte Hülsdonk. Allerdings fehle immer noch der rechtliche Rahmen durch eine ausstehende Rechtsverordnung. Die vom Bundesrat schon verabschiedete Verordnung wurde immer noch nicht veröffentlicht.

Die Schwerpunkte ihrer Öffentlichkeitsarbeit präsentierten zudem die Partner des ZDK: BDK (Achim Kreyenpoth), Fuchs Schmierstoffe (Waldemar Gärtner), die Nürnberger Versicherungsgruppe (Grit Sonntag und Bernhard Heusl) sowie die Vogel Communications Group (Holger Zietz).

Das nächste PR-Seminar findet am kommenden Donnerstag für die Kfz-Landesverbände Hessen und Rheinland-Pfalz statt sowie am 10. März für die norddeutschen Kfz-Landesverbände, ebenfalls als Webkonferenz.

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