IAA Mobility Neu konzipierte Messe zeigt gut 100 Weltpremieren

Autor / Redakteur: ampnet / Andreas Grimm

Was die Besucher auf der IAA Mobility erwartet, war bislang nicht so recht greifbar. Inzwischen ist klar: es gibt Autos. Aber es gibt auch viele andere Inhalte. Die Messe soll zeigen: die Mobilität der Zukunft wird vielfältig.

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Die IAA Mobility in München wird nicht weniger international als die bisherige IAA in Frankfurt. Die Zusammensetzung der Aussteller hat sich aber verändert.
Die IAA Mobility in München wird nicht weniger international als die bisherige IAA in Frankfurt. Die Zusammensetzung der Aussteller hat sich aber verändert.
(Bild: Messe München)

Den erlösenden Satz bei der Vorab-Pressekonferenz zur „IAA Mobility 2021“ vom 7. bis 12. September im München sprach der Kommunikationsgeschäftsführer des Verbands der Automobilhersteller (VDA) Jürgen Mindel: „Kern der IAA ist weiterhin das Automobil.“ Auch Benziner und Diesel werde es zu sehen geben. Doch der Schwerpunkt der Aussteller liege auf dem batterieelektrischen Antrieb und den Plug-in-Hybriden. Geradezu kontrapunktisch berichtete seine Kollegin Christine von Breitenbuch, die „Mobility“ sei das größte Bike-Event Europas.

Beide – Mindel wie von Breitenbuch – wollen die Nachfolgerin der klassischen Automobilmesse IAA in Frankfurt nicht reduziert sehen auf eine enge Sicht des Themas Mobilität. Ihr Konzept – erarbeitet zwischen VDA, der Münchner Messe und den Ausstellern – wirkt eher grenzenlos als konzentriert: „Wir bringen heute zusammen, was morgen gemeinsam die Mobilität bestimmt“, lautet eine der Kernaussagen. Und dafür wollen die Veranstalter nicht nur das Messegelände, sondern die Stadt selbst einbinden mit „Open Spaces“ genannten lokalen Schwerpunkten von Neuheiten, Start-ups, Unterhaltung und gastronomischen Angeboten.

Hier oder bei den vielen Diskussionsveranstaltungen wie dem „Mobility Summit“ auf dem Messegelände werden vermutlich auch die Alternativen zum allseits favorisierten Elektroantrieb eine Chance bekommen. Schließlich kommen mehr als 1.000 Aussteller und mehr als 500 Redner sowie über 100 Weltpremieren nach München, was die „Mobility“ zur weltweit größten Veranstaltung ihrer Art werden lässt und zum ersten internationalen Nach-Corona-Event.

Demos gegen die neue Messe

Wer will, lässt sich auf den sogenannten Blue Lanes zum Beispiel von den rund 250 Testfahrzeugen chauffieren, zum Teil auch autonom, auf jeden Fall aber elektrisch. Hybrid-Modelle, die mit fossilen Kraftstoffen fahren – das soll es nicht geben, machten die Veranstalter auf der Vorabpressekonferenz klar. Auch für die Freunde der Zweiräder gibt es solche Blue Lanes, an die sich die Teilnehmer der für den 11. September angekündigten Gegen-Demo per Fahrrad (Fahrradsternfahrt und Kinder-Raddemo) und zu Fuß vermutlich nicht halten werden.

Die Messegegner haben ein klares Ziel: „In Frankfurt waren wir 25.000, und in München sollen es mindestens doppelt so viele sein“, sagt Mathias Biemann, einer der beiden Vorsitzenden des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) in Hessen. Die Gruppierung hatte die Demonstration gegen die IAA vor zwei Jahren in Frankfurt mit organisiert. Die VCD-Aktivisten wollen bis zum Jahr 2050 die Zahl der zugelassenen Pkw von 46,5 Millionen auf 17 Millionen gesenkt haben.

Bei so viel geplanten Teilnehmern auf allen Ebenen wird die Einhaltung der Corona-Regeln wieder wichtig. Die Veranstalter haben dafür ein umfassendes Konzept entwickelt, dass sich – wie sie sagen – täglich anpassen lässt. Mit einer Absage im letzten Moment rechnen sie deswegen nicht. Zur Zeit gilt als Standard: Geimpfte, Genesene und Getestete dürfen rein, in Innenräume nur mit Maske.

Alte und neue Auto-Aussteller und ein Rückkehrer

Die Besucher können Neuheiten sehen unter anderem von Audi, BMW, Cupra, Dacia, Ford, Genesis, Great Wall mit den Marken Ora und Wey, Hyundai, Kia, Mercedes-Benz, Mircolino, Polestar, Porsche, Rinspeed, Smart, Trasco sowie Volkswagen und Xpeng Motors. Bei den Zulieferern präsentieren sich u.a. Bosch, Brose, Continental, Faurecia, Hella, Hyundai Mobis, Kirchhoff, Magna, Mahle, Michelin, Muba sowie Schaeffler, Samsung, Siemens, Valeo, Velodyne Lidar, Webasto und ZF.

Stolz ist Jürgen Mindel darauf, dass Renault wieder dabei ist. Die hatten die letzte Frankfurter IAA ausgelassen. Doch die Länge der Aufzählung kann nicht verdecken, dass viele alte Bekannte aus Frankfurter Zeiten fehlen. Auch Tesla hat bis jetzt nicht zugesagt.

Digitalunternehmen wie Aurora, Cariad, Holoride, Huawei, IBM, Mobileye, Plastic Omnium und Qualcomm sehen sich aber sicher nicht als Lückenbüßer, sondern allesamt als Botschafter der digitalen Zukunft. Stolze Neulinge im Kreis der Aussteller sind die 50 Fahrrad- und Mikromobilität-Unternehmen, die 75 Marken vertreten. Sie stehen für jeden verständlich für einen wesentlichen Sektor, den die IAA unter dem Motto „What will move us next“ propagiert.

Eine der Botschaften in München lautet: Die deutsche Automobilindustrie ist nach wie vor die innovationsstärkste der Welt. Das sollen zahlreiche Entwicklungen zeigen, die das Fahren sicherer, sauberer und digitaler machen. Dazu gehören neue Fahrerassistenzsysteme und Technologien für hochautomatisiertes Fahren. Mit Designstudien und Concept Cars demonstrieren die Aussteller die neuen Möglichkeiten, die sich aus dem Wechsel zur E-Mobilität und zum autonomen Fahren ergeben, wie zum Beispiel das automatische Parken.

Dafür braucht es ein modernes und stabiles Mobilfunknetz. Die Messe München nimmt zusammen mit Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland / O2 eines der modernsten Public 5G-Netze auf dem Messegelände und in München in Betrieb. Das wird den Münchnern auch über die IAA Mobility 2021 hinaus bleiben.

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