Destatis Neue Antragspflicht ändert nichts an sinkenden Insolvenzzahlen

Autor: Andreas Grimm

Trotz Corona und mittelprächtigen Neuwagen-Verkaufszahlen sinkt die Zahl der Pleiten im Kfz-Gewerbe weiter. Den Trend hat selbst die endgültige Wiedereinführung der Insolvenzantragspflicht zunächst nicht bremsen können.

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Die Zahl der Pleiten im deutschen Kfz-Gewerbe ist weiterhin rückläufig.
Die Zahl der Pleiten im deutschen Kfz-Gewerbe ist weiterhin rückläufig.
(Foto: Grimm/»kfz-betrieb«)

Trotz der inzwischen wieder vollumfänglich gültigen Insolvenzantragspflicht ist die Zahl der Pleiten auch im Mai weiter gesunken. Wie aus einer Mitteilung des Statistischen Bundesamts (Destatis) vom Dienstag hervorgeht, hatten im fünften Monat des Jahres nur noch 34 Unternehmen aus dem Kfz-Gewerbe (inklusive Lackierereien, Waschanlagen und Motorradbetrieben) ihre Zahlungsunfähigkeit angezeigt. Im Mai 2020 waren es noch 53 gewesen (-36 %).

Betroffen von der Schieflage ihrer Arbeitgeber waren im Berichtszeitraum 84 Beschäftigte. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger summieren sich auf 11,7 Millionen Euro. Von den 34 Insolvenzverfahren wurden 8 mangels Masse abgewiesen.

Mit der rückläufigen Entwicklung geht das Kfz-Gewerbe im bundesdeutschen Wirtschaftsleben voran. Über alle Branchen hinweg ist die Zahl der Pleiten laut den Destatis-Zahlen „nur“ um 25,8 Prozent gesunken. Der fortgesetzte Rückgang verwundert insofern als die Pflicht zur Beantragung eines Insolvenzverfahrens seit dem 1. Mai wieder vollumfänglich gilt. Eine Erklärung sei die Bearbeitungszeit bei den Gerichten, so das Destatis. Eine Zunahme der Insolvenzen werde sich aber „voraussichtlich in späteren Berichtsmonaten zeigen“.

Blickt man auf die einzelnen Wirtschaftsbereiche des Kfz-Gewerbes zeigt sich ein besonders deutlicher Rückgang der Pleiten im Teile- und Zubehörhandel. Statt 13 betroffenen Unternehmen im Mai 2020 hatten zuletzt nur 4 Betriebe akute Geldsorgen. Im Kfz-Handel sank die Fallzahl von 20 auf 17 (-15 %), bei den Werkstätten (Pkw + Nfz) mussten 7 statt 10 Unternehmer beim Insolvenzgericht vorstellig werden (-30 %).

Nach fünf Berichtsmonaten weist das Destatis für das Kfz-Gewerbe 155 Insolvenzen aus. Das sind 113 Fälle oder 42 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die stärksten Rückgänge zeigten sich im bisherigen Jahresverlauf dabei im Teilehandel (-60 %) und im Kfz-Handel (-45 %). Bei den Werkstätten ging die Fallzahl um 30 Prozent zurück.

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 Andreas Grimm

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Fachredakteur Management & Handel, Redaktion »kfz-betrieb«