Neue Kraftstoffstrategie der EU

Autor / Redakteur: Edgar Schmidt / Edgar Schmidt

Die EU legt mit einem neuen Strategiepapier fest, welche Kraftstoffe bis zum Jahr 2020 einen größeren Stellenwert bekommen sollen. Ziel ist es, die Abhängigkeit vom Erdöl zu senken. Eine wesentliche Rolle spielen in der neuen Strategie Erdgas und Strom.

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Der VW-Konzern ist inzwischen der Hersteller mit dem größten Fahrzeugangebot mit CNG-Antrieb, das er in diesem Jahr sogar noch deutlich ausbaut. Der Caddy war 2012 mit 1917 Einheiten der bestverkaufte CNG-VW. Das Modell gibt es als Pkw...
Der VW-Konzern ist inzwischen der Hersteller mit dem größten Fahrzeugangebot mit CNG-Antrieb, das er in diesem Jahr sogar noch deutlich ausbaut. Der Caddy war 2012 mit 1917 Einheiten der bestverkaufte CNG-VW. Das Modell gibt es als Pkw...
(Foto: VW)

Laut EU-Kommission sollen im Verkehrssektor bis zum Jahr 2020 mindestens zehn Prozent erneuerbare Energien zum Einsatz kommen und die Abhängigkeit vom Erdöl sinken. Ein Weg ist für die EU dabei der verstärkte Einsatz von Erdgas als Kraftstoff – und zwar sowohl in komprimierter Form (CNG) für Pkw als auch in verflüssigter Form (LNG) für Nutzfahrzeuge. Laut Erdgas-Mobil empfehlen die EU-Experten in dem neuen Strategiepapier unter anderem den Aufbau eines flächendeckenden Erdgastankstellennetzes in allen EU-Mitgliedsländern und führen erstmals konkrete Vorgaben ins Feld: Zum Beispiel eine maximale Entfernung von 150 Kilometern zwischen den Erdgastankstellen. Außerdem soll in den nächsten sieben Jahren die Tankstellendichte in den Ballungszentren weiter steigen. Laut Timm Kehler, dem Geschäftsführer der Erdgas Mobil GmbH, gibt es in Deutschland derzeit über 900 Erdgastankstellen.

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Potenzial für LNG (Liquefied Natural Gas) sieht die Europäische Kommission bei schweren Nutzfahrzeugen – nicht zuletzt, da LNG die Umweltstandards der Euro-6-Norm erfülle. Das flüssige Erdgas sei genauso umweltschonend wie sein gasförmiges Pendant, ermögliche jedoch höhere Reichweiten. Damit es sich im europäischen Liefer- und Transportverkehr etablieren könne, sollen bis Ende 2020 an allen Autobahnen im Kernnetz öffentliche Tankstellen entstehen. Laut Strategiepapier soll ihr Abstand maximal 400 Kilometer betragen. Heute gibt es laut EU gerade einmal 38 LNG-Tankstellen in Europa.

Für den dritten Gaskraftstoff, LPG, sieht die neue europäische Strategie übrigens keine weiteren Maßnahmen vor, da die Kerninfrastruktur hier bereits gut ausgebaut sei.

150.000 Ladesäulen für Deutschland

Auch in Sachen Elektromobilität hat die EU-Kommission neue Vorschläge. So soll Deutschland bis zum Jahr 2020 zum Beispiel 150.000 öffentlich zugängliche Ladesäulen bekommen. Für Italien sieht die EU 125.000 Stationen und für Frankreich 97.000 vor. Für ganz Europa wünscht sie die Kommission rund 500.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte für E-Autos, um dieser Alternative auf die Räder zu helfen.

Die neue Kraftstoffstrategie soll dabei helfen, das Henne-Ei-Problem bei den alternativen Kraftstoffen zu bewältigen, damit sich Europa bis 2020 von Erdöl unabhängig machen kann. Jetzt müssen nur noch die Autohersteller und die Autofahrer mitspielen. Denn trotz ständig steigender Kraftstoffpreise sank beispielsweise die Zahl der in Deutschland neu zugelassenen Erdgas-Pkw 2012 im Vergleich zu 2011 von 6.283 auf nur noch 5.215 Fahrzeuge.

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