Skoda Neue Modelle, neues Personal – wie die Marke global wachsen will

Autor: Andreas Grimm

Skoda soll und will gerade auch in Schwellenländern wachsen. Einen Beitrag dazu soll Nordafrika liefern – unter der Leitung von Arwa Oeljeklaus. Unterfüttert werden soll der Kurs mit entsprechenden Produkten, zum Teil auch in Europa.

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Arwa Oeljeklaus wird zum 1. Januar 2021 Leiterin der Skoda-Aktivitäten in Nordafrika. Zuletzt leitete sie den Bereich Business Development & Customer Relationship Management bei dem tschechischen Hersteller.
Arwa Oeljeklaus wird zum 1. Januar 2021 Leiterin der Skoda-Aktivitäten in Nordafrika. Zuletzt leitete sie den Bereich Business Development & Customer Relationship Management bei dem tschechischen Hersteller.
(Bild: Skoda)

Die VW-Konzerntochter Skoda will künftig mit besonders günstigen Einsteigermodelle in den Schwellenländern Asiens und Afrikas wachsen. Das kündigte der seit dem 1. September amtierende Skoda-Chef Thomas Schäfer im Interview mit der Zeitschrift „Auto Motor und Sport“ an (Ausgabe vom 18. Dezember). Personell findet die Strategie bereits Niederschlag in einer neuen globalen Führungsposition: Zum 1. Januar tritt Arwa Oeljeklaus ihre Stelle als Leiterin der Region Nordafrika an.

Hinter der Berufung der Weltbürgerin Oeljeklaus, die zuletzt in Mlada Boleslav als Leiterin Business Development & Customer Relationship Management aktiv war, steckt zudem die Zuständigkeit von Skoda innerhalb des Volkswagenkonzerns für die Region Nordafrika. Diese umfasst Ägypten, Tunesien, Marokko und Algerien. Der gebürtigen Französin kommt für ihren neuen Job entgegen, dass sie neben ihrer Muttersprache unter anderem fließend Englisch und Arabisch spricht.

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Zur Person
Arwa Oeljeklaus, Leiterin der Region Nordafrika

Arwa Oeljeklaus übernimmt zum 1. Januar 2021 die Leitung der neu geschaffenen Region Nordafrika von Skoda Auto. Sie bringt mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Automobilwirtschaft in ihre neue Position ein. Nach ihrem Abschluss an einer Wirtschaftsuniversität in Paris schloss sie Studiengänge in Internationalem Handel und Business Development an einer französischen Business School ab.

Ihre Laufbahn in der Automobilindustrie begann sie im Jahr 2000 bei der PSA-Gruppe. Dort war sie zuletzt als Leiterin für das Produktmanagement der A-SUV- und MPV-Modellfamilie bei Peugeot verantwortlich. 2011 wechselte sie zu Skoda Auto und leitete zunächst das Produktmanagement der A-SUV-Reihe. Dabei gehörte auch die internationale Koordination eines wichtigen SUV-Modells auf den Märkten Europas, Chinas, Indiens und Russlands zu ihren Aufgaben.

2014 übernahm Sie die Leitung im Bereich Business Development & Customer Relationship Management (CRM) für die Tschechische Republik. In dieser Führungsposition arbeitete sie an der strategischen Entwicklung der Tschechischen Importeur Organisation und richtete einen Bereich zum Aufbau und zur Steuerung von Kundenbeziehungen ein.

Skoda soll in Nordafrika wie schon in Russland und Indien alle Aktivitäten des Volkswagenkonzerns koordinieren. „Die Erschließung neuer Märkte mit Wachstumspotenzial ist für Skoda Auto eine der drei Top-Prioritäten, die das Unternehmen im Rahmen des Zukunftsprogramms Next Level Skoda angeht“, heißt es dazu offiziell vom Unternehmen. Allein Ägypten mit seinen knapp 100 Millionen Einwohnern hat großes Wachstums- und Absatzpotenzial.

Skoda werde sich von Indien aus „weiter nach Ost- und Nordafrika sowie Südostasien orientieren, kündigte Firmenchef Schäfer nun an. „In Indien bringen wir im nächsten Jahr einen kleinen SUV auf den Markt, und das ist potenziell auch ein tolles Auto für diese Märkte“, sagte er im AMS-Interview. Denkbar sei auch, Modelle wie Fabia und Kamiq in günstigen Varianten in den genannten Märkten anzubieten. Bislang waren solche Angebote aber nicht möglich, da die Skoda-Werke bereits zu 115 Prozent ausgelastet waren.

Budget-Modell kommt wohl nicht nach Europa

Abhilfe schaffen soll die Verlagerung der Superb-Produktion zum Modellwechsel 2023 ins slowakische VW-Werk in Bratislava. Dadurch würde eine Kapazität von 150.000 Fahrzeugen im tschechischen Skoda-Werk in Kvasiny frei, die vor allem aber zur Erhöhung der Kodiaq- und Karoq-Produktion genutzt werden soll. Dass die Billigvarianten für Afrika und Asien nach Dacia-Vorbild irgendwann auch in Westeuropa angeboten werden könnten, glaubt Schäfer dagegen „aus aktueller Sicht eher nicht“. Ein Auto, das für Indien entwickelt wird, könne nicht ohne Weiteres in Europa angeboten werden.

Die Antriebszukunft sieht Schäfer für Skoda in der Elektromobilität – allerdings nicht sofort und nicht überall zugleich. In Russland, Indien oder Afrika werde die Elektrifizierung erst langfristig eine Rolle spielen. Gleichwohl werde das E-Portfolio aber sicher erweitert. Darunter sei „mindestens ein elektrisches Modell unterhalb des Enyaq iV“. Zudem könne das Elektroangebot nicht allein aus SUV-Modellen bestehen. Ob es wieder einen Kleinwagen von Format des Citigo geben wird, ließ Schäfer offen. Diesen Kundenkreis soll zunächst ein „attraktiv eingepreistes Fabia-Modell“ ansprechen.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Fachredakteur Management & Handel, Redaktion »kfz-betrieb«