Neue Opel-Verträge: Händler lehnen Außen-CI ab

Redakteur: Jens Rehberg

Opel nutzt die GVO-Neuregelung aus und stemmt sich wie erwartet gegen Mehrmarkenkonzepte. Die Händler sind weitgehend im Boot – nur nicht beim Thema Fassadengestaltung.

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Die neuen Vorgaben für die Fassadengestaltung sind bei den Opel-Händlern umstritten.
Die neuen Vorgaben für die Fassadengestaltung sind bei den Opel-Händlern umstritten.
( Archiv: Vogel Business Media )

Opel nutzt den fahrlässig zustande gekommenen Spielraum der GVO-Neuregelung und will seine Marke bei den Partnern wieder mehr in den Mittelpunkt rücken. Beim Thema Außen-CI haben die Partner den Händlerverband jedoch zurück an den Verhandlungstisch geschickt. Dies erfuhr »kfz-betrieb ONLINE« am Donnerstag aus Händlerkreisen. Der Opel-Händlerverband hatte in Frankfurt am Main die Partner unter Ausschluss der Presse über die nahezu fertigen neuen Händlerverträge informiert.

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Demnach zeigten sich die Opel-Händler von dem durch die Standards künftig vorgegebenen Eingangsportal sowie der in dunklem Anthrazit gehaltenen Fassadenverkleidung aus Aluminium wenig begeistert. „Diese Albernheiten haben die ansonsten gute Stimmung getrübt“, sagte ein Verbandsmitglied. Das neue Eingangsportal, bei dem das Opel-Logo abgeschnitten dargestellt wird (siehe Bildergalerie), sollen die Partner bis spätestens 2014 anbauen. Es soll 15.000 Euro kosten. Für die Fassadenverkleidung (siehe Bildergalerie), die bei großen Autohäusern mit bis zu 25.000 Euro zu Buche schlagen könnte, hätten die Betriebe bis 2015 Zeit. Der Händlerverband soll nun neu verhandeln: Unter anderem soll das Design des Eingangsportals überarbeitet werden. Zudem werden für die beiden Außen-CI-Elemente um ein Jahr verlängerte Umsetzungsfristen gefordert. Die Händler wollen insgesamt maximal 30.000 statt wie bisher vorgesehen bis zu 40.000 Euro für die Außenmaßnahmen bezahlen. Erst vor kurzem hatte Opel dem Handel ein umfangreiches Innen-CI-Paket verordnet.

Nach den Worten eines Händlers drängt Opel demnächst auf eine „brachiale Trennung der Marken“. Der Hersteller unterstreicht das nicht zuletzt durch eine vertragliche Verpflichtung, wonach künftig mindestens 80 Prozent des Neuwagenhandelsvolumens mit Opel-Modellen gemacht werden müssen. Worauf sich die großen deutschen Opel-Partner längst vorbereitet haben, dürfte einige der kleineren hart treffen. Sie müssten für entsprechende Fremdfabrikatsvolumina eigene Vertriebsgesellschaften gründen. Allerdings soll es hier wie auch bei den CI-Maßnahmen Bestandsschutz geben.

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