Bußgeldkatalog Neue Regeln können für Autofahrer richtig teuer werden

Autor: Andreas Grimm

Den Autofahrern drohen bei Regelverstößen künftig deutlich höhere Bußgelder. Auf die eine oder andere Regelung sollten Kfz-Betriebe die Kunden hinweisen, da es sonst teuer werden könnte.

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Zu schnelles Fahren wird künftig teuer. Vor allem aber müssen Autofahrer künftig ganz neue Regeln beachten.
Zu schnelles Fahren wird künftig teuer. Vor allem aber müssen Autofahrer künftig ganz neue Regeln beachten.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Nach langer Vorarbeit haben sich Bund und Länder auf einen neuen Bußgeldkatalog geeinigt. Die Strafen für falsches Parken und zu schnelles Fahren wurden darin zum Teil mehr als verdoppelt. Wer vorschriftswidrig Gehwege, Radwege oder den Seitenstreifen nutzt, zahlt beispielsweise statt 20 Euro in Zukunft 100 Euro. Wann genau der neue Bußgeldkatalog in Kraft tritt, ist allerdings noch nicht festgelegt.

Anlässlich der Regelung hat Autoscout 24 nun mit dem Marktforschungsinstitut Innofact eine repräsentative Gruppe von 1.000 Autohaltern befragt, wie sie die Verschärfungen einschätzen. Rund die Hälfte ist dafür, die andere ist dagegen. Vor allem jüngere Autofahrer lehnen die Maßnahmen aber mehrheitlich ab. Weibliche und männliche Autofahrende bewerten die neue Gebührenordnung unterm Strich gleich: Jeweils 52 Prozent sind dafür, 48 Prozent sind dagegen.

Für alle kann es künftig aber schnell teuer werden, denn die Reform führt zu einer teils drastischen Erhöhung der Bußgelder. Aufpassen sollten die Autofahrer insbesondere bei der neuen Vorschrift hinsichtlich der E- und Carsharing-Fahrzeuge. Unberechtigtes Parken auf einem Parkplatz für elektrisch betriebene Fahrzeuge und Carsharing-Fahrzeuge hat nun erstmals ein Verwarnungsgeld von 55 Euro zur Folge.

Höhere Bußgelder für Lärm- und Abgasbelästigung

Ziemlich teuer wird künftig auch die vorschriftswidrige Nutzung von Gehwegen, Radwegen und Seitenstreifen durch Fahrzeuge. Hier werden statt bis zu 25 Euro nun bis zu 100 Euro Geldbuße fällig. Und auch unnötiges Gasgeben kann ins Geld gehen. Die Geldbuße für das Verursachen von unnötigem Lärm und einer vermeidbaren Abgasbelästigung sowie dem belästigenden, unnützen Hin- und Herfahren wird von bis zu 20 Euro auf bis zu 100 Euro angehoben.

Zudem war der der allgemeine Halt- und Parkverstoß bislang eine lässliche Sünde. Doch dieser Verstoß wird nun anstatt wie bisher mit 15 Euro künftig mit einem Verwarnungsgeld von bis zu 55 Euro geahndet. Die weiteren wesentlichen Veränderungen sind:

  • Wer unberechtigt auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz parkt, muss mit einem Bußgeld von 55 statt wie bisher 35 Euro rechnen.
  • Wer auf die Idee kommt, eine amtlich gekennzeichnete Feuerwehrzufahrt zuzuparken oder ein Rettungsfahrzeug zu behindern, der muss mit 100 Euro Bußgeld rechnen.
  • Wer keine Rettungsgasse bildet oder die sogar selbst zum schnelleren Vorankommen mit dem Auto nutzt, muss mit einem Bußgeld zwischen 200 und 320 Euro sowie einem Monat Fahrverbot rechnen.
  • Lkw-Fahrer die gegen die neu eingeführte Pflicht verstoßen, mit dem Lastwagen beim Rechtsabbiegen innerorts nur mit Schrittgeschwindigkeit zu fahren, werden mit 70 Euro zur Kasse gebeten.

Dass überhöhte Geschwindigkeit ins Geld gehen kann, war schon immer klar. Trotzdem werden Raser nun noch mehr zur Kasse gebeten nach dem Motto: Je schneller, desto teurer. Die Regelung für Pkw innerorts:

  • 10 km/h zu schnell: künftig 30 statt 15 Euro
  • 11 km/h - 15 km/h zu schnell: 50 statt 25 Euro
  • 16 km/h - 20 km/h zu schnell: 70 statt 35 Euro
  • 21 km/h - 25 km/h zu schnell: 115 statt 80 Euro
  • 26 km/h - 30 km/h zu schnell: 180 statt 100 Euro
  • 31 km/h - 40 km/h zu schnell: 260 statt 160 Euro
  • 41 km/h - 50 km/h zu schnell: 400 statt 200 Euro
  • ...
  • über 70 km/h zu schnell: 800 statt 680 Euro

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«