Neue Verträge: 98 Prozent der Skoda-Händler haben unterschrieben

Importeur erwartet weiteres Zulassungsplus im Jahr 2019

| Autor: Andreas Grimm

(Bild: Ebert Automobile)

Die Skoda-Händler sind weiter von ihrer Marke überzeugt. Nach den intensiven, aber unaufgeregten Verhandlungen um die neuen Verträge sehen fast alle Betriebe im Ergebnis tragbare Rahmenbedingungen für die Zukunft. Nachdem allen Partnern neue Verträge angeboten worden waren, haben von ihnen 98 Prozent unterschrieben, berichtete Frank Jürgens, Geschäftsführer von Skoda Auto Deutschland auf der Jahresschlusskonferenz des Importeurs am Dienstag in Frankfurt.

Damit scheidet etwa ein Dutzend Händler bis 2020 aus dem Netz aus. Die Gründe für die Entscheidung gegen den neuen Vertrag sind dabei individuell, sagte Stefan Quary, Vertriebschef des Importeurs. Nachfolge-Fragen spielen ebenso eine Rolle wie die Herausforderungen der Zukunft, sprich Digitalisierung und Elektromobilität.

Dass fast das ganze Netz den Weg des Fabrikats mitgeht, hat mehrere Gründe. Neben den nicht allzu lange zurückliegenden, vom Importeur geforderten erheblichen Investitionen in die Standorte (Stichwort „neue CI“), spielt sicher auch die günstige Perspektive von Skoda eine wichtige Rolle. Die Umsätze im renditestarken Originalteile- (+7,7 %) und Zubehörgeschäft (+4,2 %) sind deutlich gestiegen. Dazu wird das Fabrikat zum Jahresende das 26. Mal in Folge gewachsen sein. Per Ende November hatte Skoda 184.600 Neuwagen abgesetzt. Das ist ein Plus von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Gesamtjahr kratzt Skoda an der 200.000-Einheiten-Marke, könnte diese vielleicht sogar noch überspringen.

Erreicht hat Skoda das Ergebnis mit einer weiterhin zurückhaltenden Eigenzulassungspolitik. Man konzentriere sich auf die profitableren Kanäle des Privat- und Firmenkundengeschäfts, sagte Jürgens. In beiden Segmenten hat der Importeur den Marktanteil in den zurückliegenden elf Monaten um 0,4 Prozentpunkte gesteigert und hat nun einen Anteil von 6,3 bzw. 7,7 Prozent an den Neuwagenverkäufen.

Importeur verspricht größere Kontingente

Dass die 200.000er-Marke noch nicht gefallen ist, liegt neben den Lieferschwierigkeiten durch die WLTP-Umstellung auch an der begrenzten Verfügbarkeit der boomenden SUV-Modelle. Letzteres sorgte bei den Händlern durchaus für Unmut, soll nun aber der Vergangenheit angehören. Für 2019 hat der Importeur deutlich größere Kontingente, speziell der boomenden SUV-Modelle, mit dem tschechischen Hersteller ausgehandelt.

Das wachsende Neuwagengeschäft weckt beim Importeur natürlich Begehrlichkeiten für das Jahr 2019, ein weiterer Absatzrekord ist fest eingeplant. Zielzahlen nennt Geschäftsführer Frank Jürgens grundsätzlich nicht, doch aus Gesprächen mit Händlern lässt sich ableiten, dass die Gesamtplanungen auf ein Plus von etwa 10 Prozent hinauslaufen. Die Zielvereinbarungen mit dem Handel werden dabei individuell geschlossen.

Allerdings liefert das Fabrikat auch den Treibstoff für weiteres Wachstum. 2019 stehen wieder Produktneuerungen an. Zum Jahresstart kommen mit Karoq Scout und Sportsline sowie dem mit 240 PS motorisierten Kodiaq RS gleich einige renditestarke Derivate in den Handel. Dann folgen der Skoda Scala als Nachfolger des biederen Rapid sowie ein noch nicht benanntes kleines SUV auf Basis der Studie Vision X, das der Importeur selbst als Crossover – weniger hochbeinig, dafür urbaner und sportlicher – ankündigt.

Skoda Scala: Frisches Design und neue Technik

In beiden neuen Modellen sieht Vertriebschef Quary deutliches Potenzial für ein weiteres Verkaufsplus. Das Crossover-Modell wird schon deswegen Stückzahlen bringen, weil es ein neues Segment für Skoda besetzt. Und der Scala soll in der Kompaktklasse den Vorgänger mit seiner neuen Designsprache und den digitalen Features übertrumpfen. Bisher stellte der Rapid in Deutschland nur 8 Prozent der Skoda-Verkäufe, weltweit kommt er auf ein Fünftel.

Gleichzeitig wird 2019 ein Übergangsjahr werden. Zunächst noch geprägt vom konventionellen Geschäft, kommen gegen Ende des Jahres die ersten elektrischen Modelle in den Handel, ein Superb Plug-in-Hybrid sowie der elektrifizierte Kleinwagen Citigo. Bis dahin muss der Handel fit sein für diese Technologie und entsprechend auch in der Marktbearbeitung. Denkbare Schwierigkeiten werden sich aber letztlich erst im Jahr 2020 fühlbar niederschlagen. Insofern stehen die Chancen gut, dass die Händler ihre Vertragsunterschrift zumindest 2019 nicht bereuen werden.

„Skoda-Vertrieb hat noch einige Pfeile im Köcher“

„Skoda-Vertrieb hat noch einige Pfeile im Köcher“

20.08.18 - Der Skoda-Absatz läuft von einem Rekord zum nächsten. Im Gespräch mit »kfz-betrieb« erläutert Vertriebsvorstand Alain Favey, warum diese Entwicklung weitergehen wird und welchen Anteil daran die Marketing-Effekte aus dem Sponsoring der Tour de France haben. lesen

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45662116 / Neuwagen)

Plus-Fachartikel

Nutzfahrzeugwerkstatt: Mit vereinten Kräften

Nutzfahrzeugwerkstatt: Mit vereinten Kräften

Das Truckcenter Schüttorfer Kreuz ist aus der Kooperation dreier Einzelunternehmen entstanden und vereint eine markenunabhängige Nfz-Werkstatt und eine Vertragswerkstatt für diverse Fabrikate unter einem Dach. Dabei war alles ganz anders geplant. lesen

Autohaus Jakob: Dodge und Ram wagen

Autohaus Jakob: Dodge und Ram wagen

Mit Nissan und Jeep haben Peter Jakob und sein Sohn Benjamin zwei Marken an Bord, die das Familienunternehmen derzeit stark herausfordern. Als wäre das nicht schon genug, vermarktet das Autohaus seit Kurzem auch noch Dodge und Ram. lesen