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Neue Verträge: 98 Prozent der Skoda-Händler haben unterschrieben

Autor: Andreas Grimm

Skoda wird 2018 einen Rekordabsatz erzielen und will dieses Ergebnis im kommenden Jahr nochmals toppen. Produktseitig sind die Voraussetzungen ebenso geschaffen wie durch die fast einhellige Zustimmung zu den neuen Händlerverträgen.

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(Foto: Skoda)

Die Skoda-Händler sind weiter von ihrer Marke überzeugt. Nach den intensiven, aber unaufgeregten Verhandlungen um die neuen Verträge sehen fast alle Betriebe im Ergebnis tragbare Rahmenbedingungen für die Zukunft. Nachdem allen Partnern neue Verträge angeboten worden waren, haben von ihnen 98 Prozent unterschrieben, berichtete Frank Jürgens, Geschäftsführer von Skoda Auto Deutschland auf der Jahresschlusskonferenz des Importeurs am Dienstag in Frankfurt.

Damit scheidet etwa ein Dutzend Händler bis 2020 aus dem Netz aus. Die Gründe für die Entscheidung gegen den neuen Vertrag sind dabei individuell, sagte Stefan Quary, Vertriebschef des Importeurs. Nachfolge-Fragen spielen ebenso eine Rolle wie die Herausforderungen der Zukunft, sprich Digitalisierung und Elektromobilität.

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Dass fast das ganze Netz den Weg des Fabrikats mitgeht, hat mehrere Gründe. Neben den nicht allzu lange zurückliegenden, vom Importeur geforderten erheblichen Investitionen in die Standorte (Stichwort „neue CI“), spielt sicher auch die günstige Perspektive von Skoda eine wichtige Rolle. Die Umsätze im renditestarken Originalteile- (+7,7 %) und Zubehörgeschäft (+4,2 %) sind deutlich gestiegen. Dazu wird das Fabrikat zum Jahresende das 26. Mal in Folge gewachsen sein. Per Ende November hatte Skoda 184.600 Neuwagen abgesetzt. Das ist ein Plus von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Gesamtjahr kratzt Skoda an der 200.000-Einheiten-Marke, könnte diese vielleicht sogar noch überspringen.

Erreicht hat Skoda das Ergebnis mit einer weiterhin zurückhaltenden Eigenzulassungspolitik. Man konzentriere sich auf die profitableren Kanäle des Privat- und Firmenkundengeschäfts, sagte Jürgens. In beiden Segmenten hat der Importeur den Marktanteil in den zurückliegenden elf Monaten um 0,4 Prozentpunkte gesteigert und hat nun einen Anteil von 6,3 bzw. 7,7 Prozent an den Neuwagenverkäufen.

Importeur verspricht größere Kontingente

Dass die 200.000er-Marke noch nicht gefallen ist, liegt neben den Lieferschwierigkeiten durch die WLTP-Umstellung auch an der begrenzten Verfügbarkeit der boomenden SUV-Modelle. Letzteres sorgte bei den Händlern durchaus für Unmut, soll nun aber der Vergangenheit angehören. Für 2019 hat der Importeur deutlich größere Kontingente, speziell der boomenden SUV-Modelle, mit dem tschechischen Hersteller ausgehandelt.

Das wachsende Neuwagengeschäft weckt beim Importeur natürlich Begehrlichkeiten für das Jahr 2019, ein weiterer Absatzrekord ist fest eingeplant. Zielzahlen nennt Geschäftsführer Frank Jürgens grundsätzlich nicht, doch aus Gesprächen mit Händlern lässt sich ableiten, dass die Gesamtplanungen auf ein Plus von etwa 10 Prozent hinauslaufen. Die Zielvereinbarungen mit dem Handel werden dabei individuell geschlossen.

Allerdings liefert das Fabrikat auch den Treibstoff für weiteres Wachstum. 2019 stehen wieder Produktneuerungen an. Zum Jahresstart kommen mit Karoq Scout und Sportsline sowie dem mit 240 PS motorisierten Kodiaq RS gleich einige renditestarke Derivate in den Handel. Dann folgen der Skoda Scala als Nachfolger des biederen Rapid sowie ein noch nicht benanntes kleines SUV auf Basis der Studie Vision X, das der Importeur selbst als Crossover – weniger hochbeinig, dafür urbaner und sportlicher – ankündigt.

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In beiden neuen Modellen sieht Vertriebschef Quary deutliches Potenzial für ein weiteres Verkaufsplus. Das Crossover-Modell wird schon deswegen Stückzahlen bringen, weil es ein neues Segment für Skoda besetzt. Und der Scala soll in der Kompaktklasse den Vorgänger mit seiner neuen Designsprache und den digitalen Features übertrumpfen. Bisher stellte der Rapid in Deutschland nur 8 Prozent der Skoda-Verkäufe, weltweit kommt er auf ein Fünftel.

Gleichzeitig wird 2019 ein Übergangsjahr werden. Zunächst noch geprägt vom konventionellen Geschäft, kommen gegen Ende des Jahres die ersten elektrischen Modelle in den Handel, ein Superb Plug-in-Hybrid sowie der elektrifizierte Kleinwagen Citigo. Bis dahin muss der Handel fit sein für diese Technologie und entsprechend auch in der Marktbearbeitung. Denkbare Schwierigkeiten werden sich aber letztlich erst im Jahr 2020 fühlbar niederschlagen. Insofern stehen die Chancen gut, dass die Händler ihre Vertragsunterschrift zumindest 2019 nicht bereuen werden.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«