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Neuer Chef von Isuzu Sales Deutschland kommt von Faraday Future

Autor: Andreas Grimm

Zwölf Jahre führte Isuzu in Deutschland unter Geschäftsführer Udo Emmerling ein stabiles Nischendasein. Nun geht der Chef in Ruhestand. Sein Nachfolger bringt Start-up-Flair ebenso mit wie Vertriebserfahrung in Asien und im Premiumsegment.

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(Bild: Achter / »kfz-betrieb«)

Isuzu Sales Deutschland bekommt nach zwölf Jahren einen neuen Geschäftsführer. Claudius Meynert hat die Leitung des Importeurs mit Sitz in Flörsheim bei Frankfurt übernommen. Er folgt auf Udo Emmerling, der in Ruhestand geht. Emmerling führte den Pick-up-Spezialisten seit 2006 und positionierte ihn in dieser Marktnische.

Meynert ist seit 25 Jahren in der Automobilbranche tätig und war sowohl im aktiven Verkauf wie am Aufbau und der Entwicklung von Vertriebsnetzen in unterschiedlichen Teilen der Welt tätig. Seit Anfang Juni hatte der scheidende Geschäftsführer seinen Nachfolger intensiv eingearbeitet. Unter anderem lernte Meynert die Händler auf einer Tagung in Österreich kennen, war in Meetings in Tschechien und der Slowakei eingebunden, hat die Import-Mitarbeiter in Bremerhaven besucht und seinen Antrittsbesuch beim Importeursverband VDIK bereits absolviert.

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Erstmals für einen Autobauer war Meynert ab 1995 aktiv, als der studierte Ökonom im Audi-Vertrieb für Nord- und Osteuropa tätig war. Ab 1998 arbeitete Meynert für die Premiummarke in China, Thailand und Singapur, wo er zuletzt von 2003 bis 2006 die Region Asien-Pazifik verantwortete. Ab 2008 war er dann in verschiedenen Funktionen für Proton in Malaysia tätig, bevor er für ein Jahr für Fiat Chrysler Automobiles in Saudi-Arabien aktiv war.

In den vergangenen drei Jahren stand Meynert in Diensten des Tesla-Konkurrenten Faraday Future und vertrat die Interessen des Start-ups in Europa von München aus.

In Flörsheim trifft der laut seinem Linkedin-Profil „bewährte Unternehmensführer mit (…) umfassender Kompetenz in Marken- / Geschäftsentwicklung, kaufmännischem Management, strategischer Planung und Ausführung in Verbindung mit einer praxisorientierten Arbeitsweise“ nun auf einen Importeur mit einem traditionellen, aber sehr schmalen Modellangebot.

Stabiles Vertriebsnetz mit einigen Open Points

Isuzu Sales Deuschland handelt hierzulande sowie in Österreich, der Tschechischen Republik und in der Slowakei mit dem Pick-up D-Max, den es in mehreren Ausführungen gibt. In Deutschland hat das Fabrikat 233 Servicepartner und 210 Vertriebspartner, die im vergangenen Jahr 920 Fahrzeuge verkauften. Nur eine Nebenrolle spielen zudem die „N-Serie“-Nutzfahrzeuge, für die Isuzu 42 Vertragspartner in Deutschland hat.

Im Gespräch mit »kfz-betrieb« hatte Emmerling im Frühjahr geäußert, dass das Fabrikat noch etwa 15 bis 20 Vertragspartner sucht, insbesondere im Nordwesten Deutschlands. Isuzu wird dabei nicht als Exklusivmarke vertreten. Vielmehr seien die Produkte für den Händler „eine Erweiterung seines Potenzials im gewerblichen Bereich“.

In den letzten Jahren ist der Markt für Pick-ups deutlich gewachsen, beginnend mit dem Verkauf des VW Amarok. Neuerdings ist mit der Mercedes X-Klasse ein weiterer Schritt getan in Richtung Premium- und Lifestyle-Produkt. Der nun ausgeschiedene Isuzu-Geschäftsführer sah in dieser grundsätzlich „eine Steigerung der Aufmerksamkeit für diese Fahrzeuggattung“.

Zudem prognostizierte er eine Differenzierung innerhalb des Segmentes. Auf der einen Seite bleibe der Bedarf an ausschließlich gewerblich genutzten Nutzfahrzeugen mit hohen Anforderungen an Robustheit, Nutzlast und hohen Anhängerlasten mit wirtschaftlichen Kosten. Auf der anderen Seite werde die Nachfrage nach Lifestyle-orientierten Pick-ups mit hohem Anspruch an Fahrkomfort, Leistung und Ausstattung deutlich steigen.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«