Neuer Nissan Qashqai: Erfolg ist Pflicht

Zweite Generation ist günstiger und bietet mehr Platz

| Autor: Andreas Wehner

Der neue Nissan Qashqai hat im März laut KBA den größten Anteil im Segment SUV.
Der neue Nissan Qashqai hat im März laut KBA den größten Anteil im Segment SUV. (Foto: Nissan)

Es kann durchaus eine Bürde sein, wenn der Vorgänger so erfolgreich war. Dessen muss sich auch der japanische Autobauer Nissan bewusst sein, der am 15. Februar die zweite Generation seines Kompakt-SUVs Qashqai auf den Markt bringt. Die Staffelübergabe erfolgt an der Spitze des Segments. Mit fast 27.000 Einheiten war der Qashqai 2013 das meistverkaufte C-Segment-SUV in Deutschland. 48,5 Prozent der gesamten Nissan-Neuzulassungen entfielen auf dieses Modell. Vor allem angesichts dieser Tatsache ist für den Handel klar: Der neue Qashqai muss ein Erfolg werden.

„Wir lehnen uns nicht zurück und ruhen uns auf unseren Lorbeeren aus. Wir wissen, dass wir mit dem neuen Qashqai noch einen drauflegen müssen“, sagte Thomas Hausch, Geschäftsführer von Nissan Center Europe, am Rande der Fahrzeugvorstellung in Madrid. Von Anfang an soll es Unterstützungsmaßnahmen für den Handel geben. Anfang Februar startet dazu eine TV-Kampagne, die durch Print- und Social-Media-Maßnahmen sowie Billboards flankiert wird. „Insgesamt haben wir mit dieser Kampagne einen Medienwert, der 50 bis 100 Prozent über dem liegt, was unsere Wettbewerber ausgegeben haben, die in den letzten Jahren ein neues Modell in diesem Segment eingeführt haben“, erläuterte Hausch.

Der Importeur nennt keine konkreten Absatzziele für den neuen Qashqai. Hausch rechnet jedoch 2014 mit einem deutlichen Plus im Vergleich zum Vorjahr – inklusive der zum Jahresanfang verkauften Fahrzeuge des alten Modells. „Wir wollen Marktführer bleiben“, betont der Geschäftsführer. Ob das klappt, wird auch davon abhängen, wie gut Nissan mit dem neuen Modell den Wünschen der Kunden entsprechen kann.

Beim Antrieb setzen die Japaner auf Downsizing. Zum Marktstart im Februar sind drei Motorisierungen verfügbar. Den Einstieg markiert ein 1,2-Liter-Benziner, der es dank Turboaufladung auf 85 kW/115 PS bringt. Er ersetzt den derzeitigen zwei PS stärkeren 1,6-Liter-Benziner und stieß im Handel zunächst auf Skepsis.

Auf einer ersten Testfahrt entpuppte er sich jedoch als für die meisten Fahrsituationen durchaus geeignet. Der Motor verlangt zwar nach fleißiger Benutzung des Schaltknüppels, ist aber für die Stadt oder zum Mitschwimmen auf der Autobahn ausreichend. Sobald ein bisschen mehr Kraft gefordert ist – zum Beispiel für einen schnellen Überholvorgang – muss sich der kleine Benziner allerdings anstrengen, um den 1,3 Tonnen schweren Qashqai auf Touren zu bringen. Schaltfaule Fahrer sollten zu einer anderen Variante greifen.

1,5-Liter-Diesel als Sparwunder

Als deutlich spritziger erwiesen sich die Diesel-Modelle. Bereits der die 1,5-Liter-Variante macht Spaß und fährt sich angenehm leichtfüßig. Dabei punktet der 81 kW/110 PS starke Motor vor allem durch seinen niedrigen Vebrauch. Mit laut Datenblatt 3,8 Litern und einem CO2-Ausstoß von 99 Gramm pro Kilometer wird der Qashqai 1,5 dCi zum sparsamsten Modell seiner Klasse. Ihren Anteil daran hat auch die automatische Schließung des Kühlers. Bei Geschwindigkeiten über 30 km/h werden die Lufteinlassschlitze dicht gemacht und nur bei Kühlungsbedarf wieder geöffnet. Das System ist bei allen Dieselmodellen mit Schaltgetriebe serienmäßig an Bord.

Als „schnellsten Qashqai aller Zeiten“ bezeichnet Nissan die Variante mit dem 96 kW/130 PS starken 1,6-Liter-Diesel. Sie schafft es in 9,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h. Der Normverbrauch beträgt dabei 4,4 Liter Diesel, was einem CO2-Ausstoß von 115 Gramm pro Kilometer entspricht.

Nissan geht davon aus, dass sich 60 Prozent der Kunden zunächst für den stärkeren Diesel entscheiden werden. 30 Prozent der Verkäufe sollen auf den Benziner entfallen und die restlichen 10 Prozent auf den 1,5-Liter-Diesel. Im Sommer ergänzt zudem ein 110 kW/150 PS starker 1,6-Liter-Ottomotor die Palette. Der Importeur schließt zudem nicht aus, das Motorenangebot nach oben auszubauen.

Die Lenkung kann beim Qashqai in zwei Stufen eingestellt werden. Die bessere Wahl ist dabei in praktisch allen Fahrsituationen die Einstellung „Sport“, mit der sich das Fahrzeug direkter steuern lässt und die mehr Rückmeldung von der Fahrbahn gibt. Im Modus „Normal“ fehlt es dagegen an Präzision.

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