Kia EV6 Neuer Stromer mit fast 600 PS

Autor Andreas Wehner

Kias neuer Elektro-Crossover soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Die ersten Daten klingen nach Spaß: Das Auto hat in der Topversion 584 PS. Doch auch der Nutzwert soll nicht zu kurz kommen.

Firmen zum Thema

Der Kia EV6 kommt mit einer Akkufüllung im Idealfall über 500 Kilometer weit.
Der Kia EV6 kommt mit einer Akkufüllung im Idealfall über 500 Kilometer weit.
(Bild: Kia)

Kias neuer Elektro-Crossover EV6 rollt in der zweiten Jahreshälfte zu den deutschen Händlern. Am Dienstag haben die Koreaner das Auto offiziell vorgestellt. Wie sein Schwestermodell Hyundai Ioniq 5 basiert der EV6 auf der neuen Konzern-Elektroplattform E-GMP.

Optisch kommt der Neue ziemlich auffällig daher – und bricht mit Gewohntem. An der Front prangt nicht nur das neue Logo. Auch ein neues Markengesicht gibt es. Die „Tigernase“ ist Geschichte. Stattdessen trägt der EV6 ein „digitales Tigergesicht“: Ein flacher Lufteinlass ist von auffälligen Tagfahrlichtern mit einem dynamischen Lichtmuster eingefasst. Im Vergleich zu Hyundais kantigem Ioniq 5 will der EV6 eher mit runden, geschwungenen Formen punkten. „Opposites United“ nennt Kia seine Designphilosophie, die dahinter steht.

Kia EV6: Stromer mit fast 600 PS
Bildergalerie mit 13 Bildern

Der EV6 ist 4,69 Meter lang und soll dank einem Radstand von 2,90 Metern viel Platz für die Passagiere bieten. Den Antrieb übernimmt je nach Variante – Heck- oder Allrad - einer oder zwei Elektromotoren. Kia bietet zwei Akkugrößen (58 und 77,4 kWh) und eine Leistung zwischen 125 kW/169 PS und 430 kW/584 PS an. Das Top-Modell GT schafft es in 3,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Schluss ist bei 260 km/h.

Je nach Antriebsvariante kommt der EV6 nach WLTP bis zu 510 Kilometer weit. Dank 800-Volt-Technologie lässt sich der Akku in 18 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden. Dank Vehicle-to-Load-Funktion (V2L) lassen sich auch externe Geräte mit Strom aus der Fahrzeugbatterie versorgen. Laut Kia können beispielsweise ein 55-Zoll-Fernseher und eine mittelgroße Klimaanlage gleichzeitig bis zu 24 Stunden lang betrieben werden. Falls erforderlich, lässt sich auch ein anderes Elektrofahrzeug laden.

„Das Auto hat durchaus Flaggschiff-Charakter“, sagte Steffen Cost, Geschäftsführer von Kia Motors Deutschland im Gespräch mit »kfz-betrieb«. „Wir haben aktuell schon einen höheren Anteil alternativer Antriebe als der Gesamtmarkt. Und dieses Auto wird uns helfen, diese Position zu zementieren“, erläuterte Cost seine Erwartungen an das Auto.

Der EV6 ist gleichzeitig der erste Schritt in der neuen Markenstrategie des Unternehmens, in deren Fokus unter anderem die Elektromobilität steht. Bis 2030 sollen 40 Prozent des Kia-Gesamtabsatzes auf Batteriefahrzeuge, Plug-in-Hybride und Vollhybride entfallen. Das entspricht dem Kia-Plan zufolge 1,6 Millionen Einheiten. 880.000 davon sollen reine Elektroautos sein.

Der EV6 ist das erste von elf neuen, batteriebetriebenen Modellen, die Kia bis 2026 einführen will. Sieben davon stehen auf der E-GMP-Plattform, vier zusätzliche sollen als Elektroversionen bestehender Modelle kommen.

Der EV6 ist das erste Kia-Modell, das das neue Markenlogo trägt. Mit der neuen Markenstrategie geht auch eine Veränderung der Corporate Identity einher. Somit werden auch die Betriebe an das neue Erscheinungsbild angepasst. Die ersten Pilotprojekte dazu will Kia noch in diesem Jahr mit Händlern starten. Ein flächendeckendes Ausrollen startet nicht vor 2022 – „aber mit Augenmaß“, wie Steffen Cost betont.

(ID:47320471)