Nissan-Nutzfahrzeuge Neues E-Modell und neue Namen

Autor / Redakteur: sp-x/ys / Yvonne Simon

Der Renault Kangoo kriegt erneut Nachwuchs. Diesmal einen japanischen Zwillingsbruder, der starke Akzente auf E-Mobilität legt. Auch in der restlichen LCV-Palette von Nissan gibt es Neuerungen.

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Bei Nissan tritt der Townstar die Nachfolge des NV 200 an.
Bei Nissan tritt der Townstar die Nachfolge des NV 200 an.
(Bild: Nissan)

Mit Elektro-Option, aber ohne Diesel schickt Nissan den Lieferwagen Townstar auf die Straße. Der Nachfolger des NV 200 basiert auf dem Renault Kangoo und ist als Kastenwagen sowie als Hochdachkombi zu haben. Erstmals setzen die Japaner bei der E-Variante auf den europäischen Schnellladestandard.

Nach der Mercedes T-Klasse ist der Nissan bereits der zweite Kangoo-Ableger, bleibt anders als der Schwabe aber optisch näher am französischen Original. Unterschiede gibt es vor allem an der Front, wo spezifische LED-Scheinwerfer und ein eigenständiger Kühlergrill als Differenzierungsmerkmal dienen. Kunden haben die Wahl zwischen einem bis zu siebensitzigen Kombi mit bis zu 775 Litern Kofferraumvolumen und einer Lieferwagen-Variante, die maximal 3.900 Liter Ladung schluckt.

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Elektroantrieb statt Diesel

Einziger konventioneller Antrieb ist ein 1,3-Liter-Turbobenziner mit 96 kW/130 PS. Nicht zu haben sind der schwächere Benziner aus dem Kangoo (75 kW/100 PS) sowie der dort ebenfalls angebotene Diesel mit 70 kW/95 PS. Andrew Limbert, Produkt- und Marketing-Manager LCV bei Nissan erklärte dazu in einer Fragerunde mit Journalisten, man wisse zwar, dass der E-Antrieb nicht für alle Kunden geeignet sei, wolle sich aber auf die Antriebe konzentrieren, bei denen in den kommenden Jahren Wachstum zu erwarten sei.

Der 90 kW/122 PS starke E-Motor wird von einer 44 Kilowattstunden großen Batterie mit Strom versorgt. Die Reichweite soll nach vorläufigen Daten rund 285 Kilometer betragen. Damit übertrumpft Nissan nach aktuellem Stand seine beiden Technik-Brüder Kangoo E-Tech und Mercedes EQT sowohl bei Leistung als auch Reichweite. Allerdings sind beide Modelle noch nicht auf dem Markt.

Von den anderen Marken abheben will sich Nissan zudem mit einer Fünf-Jahres-Garantie. Für die Elektrovariante gibt es eine Acht-Jahres-Garantie mit bis 160.000 Kilometer auf die Batterie. Auch bei den Assistenten soll es Unterschiede geben. Nissan biete als einziger Hersteller eine 360-Grad-Rundumsicht für einfacheres Manövrieren.

Geladen wird der Townstar an Wallbox oder Wechselstrom-Ladesäule mit wahlweise 11 oder 22 kW, am Gleichstrom-Anschluss sind es 75 kW. Erstmals setzt Nissan für das Schnellladen nicht auf den japanischen Chademo-Standard, sondern nutzt den in Europa gebräuchlicheren CCS-Stecker. Optional ist eine Batteriekühlung (Serie bei 22-kW-Bordlader) zu haben, so dass auch in der Praxis das Nachladen unterwegs ohne Leistungsverlust möglich sein sollte. Für die Ladung von null auf 80 Prozent Batterie-Füllstand gibt Nissan eine Dauer von 42 Minuten an.

Preise nennt Nissan noch nicht. Den Kangoo gibt es als Pkw mit dem 130-PS-Benziner ab rund 24.000 Euro. Die Elektro-Variante des Renault ist noch nicht bestellbar, den Vorgänger gab es als Nutzfahrzeug für rund 36.000 Euro (brutto).

Umbenennung der Palette

Der Townstar ist nicht die einzige Neuerung in Nissans Transporter-Portfolio. Auch bei den anderen Modellen gibt es Änderungen – zumindest auf dem Papier. Sie kehren zurück zu ihren früheren Namen: Der NV 400 heißt künftig wieder Interstar – den Namen trug er bereits bis 2010.

Aus dem NV 300 wird wieder der Nissan Primastar – so hieß das Modell bis 2016. Der Primastar erhält gleichzeitig eine überarbeitete Front sowie einige neue Fahrerassistenzsysteme, darunter ein Toter-Winkel-Warner, ein Spurhalteassistent sowie eine Verkehrszeichenerkennung.

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