Neues Jeep-Margensystem: Händler fordern Nachbesserungen

Autor: Jens Rehberg

Der Alfa-Romeo- und Jeep-Händlerverband ringt derzeit mit dem Importeur um die geplante Anpassung des Margen- und Bonussystems. Einer solchen Änderung müssen bekanntlich alle Partner zustimmen. Und da liegt das Problem.

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(Bild: FCA)

Fiat Chrysler will ein einheitliches Margensystem, deshalb soll auch hierzulande das Jeep-Margen- und Bonussystem an die Vereinbarungen der anderen FCA-Fabrikate angeglichen werden. Der Vorsitzende des Alfa-Romeo- und Jeep-Händlerverbandes, Peter Jakob, fasste die aktuelle Situation auf Anfrage von »kfz-betrieb« folgendermaßen zusammen: „Wir haben ein sehr heterogenes Netz, da ist es normal, dass es einige Partner gibt, die befürchten, mit dem neuen System schlechter wegzukommen.“

Am Dienstag waren die Verbandsmitglieder in Fulda zu einer außerordentlichen Tagung zusammengekommen, um über die Einschätzung des Verbandsvorstandes zu den vom Importeur geplanten Änderungen zu beraten. Obgleich der Änderungsentwurf offenbar keine Punkte enthält, die nach Ansicht von Peter Jakob völlig inakzeptabel sind, hätten einige Partner aus nachvollziehbaren individuellen Beweggründen heraus ihre Zustimmung zu einer Änderung des Margensystems verweigert.

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Nach ausführlicher Diskussion hätten die anwesenden Händler den Verbandsvorstand beauftragt, in weiteren Gesprächen mit Importeursvertretern zu klären, inwieweit der Änderungsentwurf noch angepasst werden kann. „Wir werden jetzt kurzfristig mit der FCA Germany Termine vereinbaren, um die Belange unserer Händler zu verdeutlichen“, so Jakob zum weiteren Vorgehen. „Ich denke, wir kriegen das hin – wir brauchen einfach mehr Zeit.“

Darüber hinaus erläuterte der Verbandsvorstand in Fulda die neu eingeführten Zuschussrichtlinien für Werbekosten und kommentierte die schlechte Absatzlage vor dem Jahreswechsel. Außerdem diskutierten die Händler über die aktuellen Alfa- und Jeep-Vertriebsprogramme.

Jeep-Absatz geht klar zurück

Nachdem im Vorjahr das deutsche Volumen bereits stagnierte, setzte FCA 2017 deutlich weniger Jeep-Einheiten ab als im Vorjahr. Ursprünglich hatte FCA Deutschland sogar geplant, im vergangenen Jahr über 20.000 Jeep-Modelle hierzulande zu verkaufen. Letztlich wurden es dann rund 13.400 (2016: 14.800). Noch im Frühjahr letzten Jahres hatte der damalige Jeep-Markenverantwortliche Stefan Moldaner für 2018 ein Prozent Marktanteil als Zielmarke ausgegeben. Der Jeep-Marktanteil in Deutschland liegt derzeit bei 0,4 Prozent.

Die derzeitige Schwäche der FCA-Premiummarke hat nach Aussagen aus dem Händlernetz mehrere Gründe: Neben einer gewissen Marktsättigung sowie der schlechten Verfügbarkeit des Wrangler habe sich das Dieselthema negativ auf die Absatzsituation ausgewirkt. Noch immer stünden die Höfe der Partner voll – insbesondere im ersten Halbjahr 2017 sei der Abnahmedruck des Importeurs immens gewesen. Unter dem Zwang, die Stückzahlen wieder loszubekommen, hätten nicht wenige Händler die Preisschraube stark gelockert, was die Gesamtsituation weiter verschlechtert habe. So habe im letzten Jahr lediglich der Importeur gut verdient.

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