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Neues Werkstattportal: Castrol startet Carama

| Autor: Martin Achter

Eine ganze Reihe von Plattformen hatte zuletzt aufgegeben – Castrol lässt sich davon nicht beirren: Die BP-Schmierstoffmarke startet mit dem neuen Werkstattportal Carama. Das Unternehmen sieht einen entsprechenden Bedarf und wählt für den Markteintritt ein besonderes Vorgehen.

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Neues Werkstattportal: Castrol startet mit seiner Plattform Carama in die Pilotphase.
Neues Werkstattportal: Castrol startet mit seiner Plattform Carama in die Pilotphase.
(Bild: Achter/»kfz-betrieb«)

Nach dem Scheitern einer Reihe von Werkstattportalen startet die Schmierstoffmarke Castrol mit einer neuen Plattform in den Markt. Das Angebot heißt Carama und befindet sich derzeit in einer Pilotphase, wie Thorsten Preuß, bei der BP-Schmierstoffmarke verantwortlich für den Vertrieb, im Gespräch mit »kfz-betrieb« sagte. Testregion für die Plattform sei Dortmund.

Zwar können sich auf der Plattform schon Werkstätten aus ganz Deutschland registrieren, so Preuß. Aktive Partnersuche betreibt Carama aktuell aber nur im Raum Dortmund.

Dort will die Plattform in den nächsten Monaten ein möglichst dichtes Netz von Betrieben knüpfen und dann regional begrenzt mit Werbung bei Verbrauchern starten. Carama verspricht sich davon maximale Werbewirkung. Nach einem Erfolg in Dortmund könnte das Portal auf ähnliche Weise bundesweit wachsen, erläutert Preuß.

Zielgruppe von Carama sind demnach vor allem freie Betriebe. Offen ist die Plattform aber für alle Werkstätten. Bis zum Jahresende ist sie für Betriebe kostenlos. Danach berechnet Carama Werkstätten eine monatliche Grundgebühr von knapp 30 Euro (netto).

Provisionsbasiertes Preismodell

Zusätzlich wird bei jedem erfolgreich vermittelten Auftrag eine Provision von fünf Prozent des Werkstattumsatzes fällig. Falls Werkstätten keine Angaben zu den Umsätzen machen, die womöglich auf eine Anfrage über die Plattform folgen, werden pauschal knapp zehn Euro fällig. Mit diesem Modell folgt Carama üblichen Konzepten.

Auf dem deutschen Markt ist Carama neu. In anderen Ländern – Spanien, Türkei und Malaysia – gab es schon Gehversuche mit der Plattform.

Und auch wenn eine Reihe vergleichbarer Plattformen zuletzt aufgegeben hatte, sieht der Vertriebsverantwortliche Preuß Chancen für das neue Konzept von Castrol – bei Werkstätten und Fahrzeughaltern: „Wir haben eine Menge Marktforschung auf beiden Seiten betrieben und festgestellt, dass es einen Bedarf an Werkstattportalen gibt.“ Gerade während der Corona-Zeit habe die Neigung von Verbrauchern zugenommen, Besorgungen digital zu erledigen.

Vorbehalte von Werkstätten

Über die Marktforschung habe Castrol aber auch Vorbehalte von Werkstätten gegenüber Werkstattportalen kennengelernt. Unter anderem hätten viele Betriebe – besonders bei Fahrzeugen, die noch nicht im eigenen Betrieb waren – Bedenken, online feste Preisangebote für Arbeiten zu machen.

Ergebnis der Marktforschungsergebnisse von Castrol ist, dass Kunden auf Carama bei Interesse an einem Auftrag zunächst keinen Preis für den gewünschten Werkstattservice angezeigt bekommen. Nach einer Terminanfrage geben die Betriebe dann zunächst einen unverbindlichen Kostenvoranschlag ab. Den endgültigen Preis erfährt der Kunde erst, nachdem sich der Betrieb ein Bild vom Fahrzeug machen konnte oder den Auftrag bearbeitet hat.

In den letzten Jahren hat sich eine ganze Reihe von Werkstattportalen vom Markt verabschiedet. Bosch zog 2018 bei seiner Plattform Drivelog den Stecker. Auch Autoscout 24 stellte sein Werkstattportal ein. Und auch das Ferndiagnose-Start-up Caroobi konnte sich nicht durchsetzten.

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Über den Autor

 Martin Achter

Martin Achter

Redakteur Management & Handel bei »kfz-betrieb«