Eine Ausfahrt im Hybrid-Beetle

Neuer Käfer kommt mit Doppelherz

| Autor: sp-x

Mit dem Hybrid-Beetle durch Manhattan: Bei der New York Autoshow lud VW zur Ausfahrt.
Mit dem Hybrid-Beetle durch Manhattan: Bei der New York Autoshow lud VW zur Ausfahrt. (Foto: Volkswagen)

Ein VW Käfer mit Hybridantrieb? Das passt etwa so gut zusammen wie ein Röhrenfernseher mit HD-Anschluss, ein Handy mit Wählscheibe oder ein ICE mit vorgespannter Dampflok. Die Auto-Ikone aus Wolfsburg gilt schließlich als das Nostalgie-Mobil schlechthin und behauptet sich gegen die durchgestylten Rivalen mit unverdrossen pummeliger Rundlichkeit. Insofern klang es fast wie ein platter Aprilscherz als VW am Rande der New Yorker Autoausstellung zur ersten Testfahrt mit dem Beetle Hybrid einlud.

Schon erstaunlich: Da wurde allerorts mit dem endgültigen Ableben des Ende der 90erJahre neu aufgelegten Käfer-Enkels gerechnet, der zusammen mit dem inzwischen nicht mehr begehrten Stahldach-Cabrio Eos dem Rotstift zum Opfer fallen würde. „Mitnichten“, so Entwicklungsvorstand Heinz-Jacob Neusser. „Der Beetle hat seine Zukunft noch vor sich. Wir entwickeln derzeit ein komplett neues Modell auf der MQB-Plattform“. Das würde laut Neusser eben auch die Chance eröffnen, dem Beetle einen Hybrid oder gar einen reinen Elektroantrieb zu spendieren.

Der golden lackierte Testwagen war natürlich noch von bekannter Machart. Schließlich rollt der heute verkaufte Beetle noch auf der Plattform des vor-vorletzten VW Golf. In der Werkstatt, die sich in Wolfsburg um die sogenannten Show-Cars kümmert, wurde ihm der Antrieb des Jetta Hybrid transplantiert. „Wir haben die in diesem Modell bewährten Komponenten genutzt, weil sie sehr gut in den Beetle passen“, erklärt Vorstand Neusser.

Dabei arbeiten der bekannte TSI-Benziner mit 1,4-Litern (110 kW/150 PS) und ein 20 kW/27 PS starker Elektromotor zusammen. Gemeinsam kommen sie auf 125 kW/170 PS. Bis zu zwei Kilometer weit kann rein elektrisch gefahren werden. Einen genauen Verbrauch des Versuchsträgers nennt VW nicht, er dürfte aber ähnlich wie beim Jetta nach geltender Norm um die 4 Liter auf 100 Kilometer liegen.

Auf der Testrunde durch das Herz von Manhattan spielen schnöde Zahlen auch keine Rolle. Schließlich werden dem heutigen Beetle die Segnungen der neuen Technik nicht mehr zuteil. VW wollte einfach einmal demonstrieren, wie sich der Klassiker mit einem Hybrid-System anfühlt. Auf dem kleinen Navi-Monitor ist stets sichtbar, mit welcher Kraft der Zweitürer gerade unterwegs ist. Im Stopp-and-Go-Verkehr des New Yorker Verkehrsgewühls reicht die bescheidene Leistung des E-Motors völlig aus. Geräuschlos ist der Beetle unterwegs, das Poltern der Reifen auf dem von Winter geschundenen Asphalt und das Dauergehupe ringsum lassen dem hellen Singen des Stromers keine Chance.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 43299963 / Neuwagen)

Plus-Fachartikel

Polestar: Verkaufen nicht erwünscht

Polestar: Verkaufen nicht erwünscht

In Oslo hat die Premium-Elektromarke ihren europaweit ersten Polestar-Space eröffnet. Einen Verkäufer sucht man hier vergeblich: Dennoch stellt der Hersteller auch den deutschen Store-Betreibern ein attraktives Geschäftsmodell in Aussicht. lesen

Buchhaltung: Jahresabschluss-Check

Buchhaltung: Jahresabschluss-Check

Es ist wie das große Reinemachen: Für den Jahresabschluss muss ein Unternehmen eine komplette Bestandsaufnahme durchführen und quasi in die letzten Winkel des Geschäfts blicken. Das erfordert einige Vorarbeiten. lesen