VW: Verkaufsstopp für EA189-Lagerwagen

Neuwagenverkäufe auf Vorjahresniveau erwartet

| Autor: Andreas Wehner

Das KBA hat mittlerweile den Rückruf der von der Softwaremanipulation betroffenen Diesel-Fahrzeuge angeordnet.
Das KBA hat mittlerweile den Rückruf der von der Softwaremanipulation betroffenen Diesel-Fahrzeuge angeordnet. (Foto: VW)

VW-Händler in Europa dürfen keine Lagerwagen mehr verkaufen, die mit einem vom Abgas-Skandal betroffenen Dieselmotor ausgestattet sind. „Für die Restbestände der bei Ihnen im Lager befindlichen Neuwagen mit EA189 Diesel ohne Erstzulassung sprechen wir mit sofortiger Wirkung einen Verkaufsstopp aus“, heißt es in einem Schreiben von VW-Vertriebschef Thomas Zahn an die Händler, das »kfz-betrieb« vorliegt.

Der Stopp gelte für alle 28 EU-Länder. Weitere Informationen, zum Beispiel zu Maßnahmen, die aus dem Verkaufsstopp resultieren, will VW „kurzfristig“ liefern. „Wie viele Fahrzeuge vom Verkaufsstopp betroffen sind, steht noch nicht fest. Die genaue Zahl ist aktuell noch in Prüfung. Es handelt sich um eine sehr begrenzte Anzahl“, sagte ein VW-Sprecher auf Anfrage von »kfz-betrieb«.

Ebenfalls unklar ist, was mit Fahrzeugen passiert, die bereits verkauft, aber noch nicht ausgeliefert sind. „Volkswagen kümmert sich auch hier um jeden einzelnen Kunden. Wir sind bereits im Austausch mit den betroffenen Kunden, deren Fahrzeug aufgrund des aktuellen Verkaufsstopps nun nicht ausgeliefert werden kann, und wir finden schnelle Lösungen wie zum Beispiel gleichwertige Ersatzmobilität“, sagte der Sprecher. Ob solche Fahrzeuge überhaupt zugelassen werden dürften, müsse das Kraftfahrt-Bundesamt entscheiden.

VW rechnet dem Schreiben zufolge im Oktober beim Neuwagenverkauf mit einem Marktanteil auf Vorjahresniveau. Die Auftragseingänge in der Handelsorganisation verliefen planmäßig. Daher sei ein Jahresabschluss machbar, der sich am Ergebnis des Jahres 2014 orientiere. Bei den Gebrauchtwagen zögerten die Kunden jedoch, speziell beim betroffenen Motor EA189.

VW habe einen „Deutschland-Plan“ erarbeitet, dessen überordnete Ziele seien, betroffene Kunden zufriedenzustellen, Neu- und Gebrauchtwagenverkäufe abzusichern, die Restwerte zu sichern sowie das Kundenvertrauen, das Image und die Marke zu stärken. In der Kommunikation will VW in Zukunft besonders betonen, dass alle neu zu bestellenden Fahrzeuge der Euro-6-Norm entsprechen.

Im Januar 2016 soll dann der europaweite Rückruf der 8,5 Millionen betroffenen Diesel starten. In Deutschland müssen 2,4 Millionen Autos in die Werkstätten. Ein genauer Zeitplan inklusive der durchzuführenden Arbeiten wird derzeit erstellt. Die geplanten technischen Lösungen können sowohl Software- als auch Hardware-Maßnahmen sein. Sie werden zunächst den zuständigen Behörden vorgestellt, anschließend will VW die Halter der Fahrzeuge informieren.

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43672446 / Neuwagen)

Plus-Fachartikel

Bremsenservice: Modular ausgetauscht

Bremsenservice: Modular ausgetauscht

Für ABS-Ausfälle ist meist ein Drucksensor verantwortlich, der in der Hydraulikeinheit des ABS-Steuergeräts sitzt. Diese lässt sich nun mit einem neuen Ersatzteil von Continental einzeln austauschen. lesen

Bremsprüfstände: Schluss mit Warten!

Bremsprüfstände: Schluss mit Warten!

Viele alte Bremsprüfstände erfüllen die mechanischen Anforderungen der Bremsprüfstandsrichtlinie von 2011. Doch ohne ASA-Livestream sind sie trotzdem Kandidaten fürs Alteisen. Eine neue universelle Nachrüstlösung schafft kostengünstig Abhilfe. lesen