»kfz-betrieb« Auto-Check: BMW X4 – der Wintersport-Wagen

Erfreulicher Vertreter seines Segments

| Autor: Jan Rosenow

Mit Allradantrieb und viel Bodenfreiheit eignet sich der BMW X4 perfekt für den Winterurlaub.
Mit Allradantrieb und viel Bodenfreiheit eignet sich der BMW X4 perfekt für den Winterurlaub. (Bild: Jan Rosenow)

Die optischen Attribute von Geländewagen und Coupés zu kreuzen, ist eigentlich keine gute Idee. Die meisten Autos in dieser Crossover-Klasse wirken schwer und wuchtig und lassen die Eleganz eines klassischen Coupés vollkommen vermissen. Doch mit dem X4 ist BMW eine Ausnahme gelungen. Das „SAC“ (Sports Activity Coupé) ist vergleichsweise filigran gestaltet und sieht mit seiner sanft abfallenden Dachlinie und dem kurzen Heck harmonischer aus als beispielsweise die GT-Varianten der 3er- und 5er-Baureihe, findet jedenfalls der Autor.

Der X4 bietet großzügige Platzverhältnisse auf den Vordersitzen und auch hinten ein für Erwachsene ausreichendes Raumangebot. Der Kofferraum mit der großen, elektrisch betätigten Klappe ist gut zugänglich und fasst 500 bis 1.400 Liter. Dank der testwagentypischen Vollausstattung empfängt der X4 den Fahrer mit luxuriösem Ambiente. Mit dunkelbraunem Leder bezogene Sportsitze schmeicheln sowohl dem Auge als auch der Kehrseite des Fahrers, das Cockpit ist mit hochwertigen Kunststoffen und schwarzen Lackflächen ausgekleidet.

Echte Zeiger und Knöpfe sind einfach besser

Das Design des Armaturenbretts sieht aus wie in jedem anderen BMW – das mag das Markenprofil schärfen, aber ein wenig Abwechslung wäre auch mal ganz schön. Der Vorteil daran ist, dass sich der Münchener Hersteller ein paar Gestaltungselemente beibehalten hat, die anderswo dem vermeintlichen Fortschritt geopfert wurden: Analoginstrumente mit echten Zeigern etwa, Knöpfe für die Bedienung der Heizung und ein CD-Laufwerk. Wer beispielsweise das neue TFT-Display bei Audi mit seiner Informationsflut kennt, der empfindet die ruhige Gestaltung der BMW-Anzeigen als Wohltat.

Das Fahrwerk des X4 mit seinen elektronisch verstellbaren Dämpfern zeigt, dass es für angenehmen Komfort und souveränes Fahrverhalten nicht unbedingt eine Luftfederung braucht. Der schwere Wagen schwebt unbeeindruckt über Schlaglöcher und Bodenwellen hinweg und lässt sich trotzdem ohne große Seitenneigung um die Kurven werfen. Die Spreizung zwischen den Vorwahlmöglichkeiten Komfort und Sport fällt allerdings nicht so spürbar aus wie beispielsweise im aktuellen Audi Q5 mit Luftfederung. Aber wie oft nutzt der Fahrer schon solche Spielereien?

Seidiger Sechszylinder mit Dampf

Der X4 stand »kfz-betrieb« in der Variante 35d zur Verfügung, der derzeit leistungsstärksten Dieselversion. Der Sechszylindermotor in klassischer Reihenbauweise hat mit seiner Laufkultur und der enormen Power das Zeug dazu, auch Diesel-Verächter zu bekehren. Leise und vibrationslos stürmt er durch das Drehzahlband, das Selbstzünder-untypisch bis über 5.000 Umdrehungen reicht, und lässt mit seinen 630 Newtonmetern und dem traktionsstarken Allradantrieb manchen Sportwagen alt aussehen. Gerade einmal 5,5 Sekunden soll der Sprint von Null auf 100 km/h dauern. Wichtiger ist allerdings das gute Durchzugsvermögen auf der Autobahn. Hier kennt der X4 35d kaum Gegner.

Trotzdem kommt der Fahrer häufiger als vermutet zum Stehen – nämlich an der Tankstelle. Der Tank fasst nur 67 Liter, und der doppelt aufgeladene Sechszylinder ist kein Kostverächter. Selbst bei Landstraßentempo fällt der Verbrauch (laut Anzeige) nicht unter neun Liter auf 100 Kilometern, und im Durchschnitt flossen sogar zehn Liter durch die Einspritzdüsen.

Der BMW X4 35d ist mit einem Grundpreis von 63.450 ein Luxusgegenstand. Wer die Qualitäten des Sports Activity Coupés genießen will, aber nicht den Twinturbo-Dampfhammer braucht, muss immer noch mindestens 49.550 Euro einplanen. Doch der seidige Sechszylinder macht schon einen guten Teil des Reizes an diesem gelungenen Crossover aus.

Übrigens: Der neue X4 steht schon in den Startlöchern. Ab Sommer können BMW-Kunden die zweite Generation des SUV-Coupés kaufen. Seine Weltpremiere feiert das Auto im März auf dem Genfer Autosalon.

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