Presse: Absatzschwierigkeiten zwingen VW zu Produktionsstopp

Stehen in der ersten Oktoberwoche die Bänder komplett still?

| Autor: Christoph Seyerlein

Volkswagen plant angeblich, auch die Produktion des Golf herunterzufahren.
Volkswagen plant angeblich, auch die Produktion des Golf herunterzufahren. (Bild: Volkswagen AG)

Dass VW aktuell wegen der Probleme mit der Umstellung auf den neuen Prüfzyklus WLTP aktuell nur mit gedrosseltem Tempo neue Autos produziert, ist bekannt. Einem Bericht des „Handelsblatts“ zufolge hat der Autohersteller darüber hinaus aber auch handfeste Absatzprobleme. Wie die Zeitung unter Berufung auf „Unternehmenskreise“ weiter schreibt, plant Volkswagen deshalb, die Fertigung im Stammwerk Wolfsburg in der ersten Oktoberwoche komplett stillzulegen. Vor allem beim Golf soll die Nachfrage derzeit zu gering sein.

VW selbst wollte den Bericht auf Nachfrage von »kfz-betrieb« weder bestätigen noch dementieren. Ein Sprecher teilte mit: „Der Golf dominiert sein Segment in Westeuropa seit Jahren und gehört auch weltweit zu den meistverkauften Fahrzeugen. Im laufenden Jahr hat er seine führende Segment-Position in Westeuropa deutlich ausgebaut und darin Marktanteile hinzugewonnen. Damit bleibt der Golf klar Segmentführer und das mit Abstand erfolgreichste Kurzheck-Fahrzeug.“

Volkswagen selbst hatte zuletzt mehrfach darauf hingewiesen, wegen der Schwierigkeiten mit der WLTP-Umstellung im September und Oktober mit einer Absatzdelle zu rechnen.

Beim Golf lässt sich aus den aktuell verfügbaren Zahlen bislang kein signifikanter Absatz-Einbruch herauslesen. Im ersten Halbjahr 2018 setzte VW laut dem Portal „Focus-2-move“ weltweit über 440.000 Golf-Einheiten ab und damit sogar leicht mehr als im Vorjahreszeitraum. Auch der Datendienstleister Jato Automotive kam auf ähnliche Zahlen und registrierte 432.000 Golf-Auslieferungen. Das reichte jeweils für Rang drei in den globalen Bestseller-Rankings. In Deutschland hat das Kraftfahrt-Bundesamt zwischen Januar und August 2018 insgesamt 155.800 neue Golf-Modelle registriert. Das waren nach Angaben der Behörde sechs Prozent mehr als in den ersten acht Monaten 2017.

Golf weiter nicht nach WLTP zertifiziert

Klar ist aber auch, dass der Golf immer noch keine WLTP-Freigabe von den Behörden hat. Zudem nähert sich der Lebenszyklus des aktuellen Modells langsam aber sicher seinem Ende, noch 2019 wird die nächste Golf-Generation erwartet.

Die Schwierigkeiten mit der WLTP-Zertifizierung lähmen die Produktion des Autobauers bereits jetzt. Für August und September hat VW eine Vier- statt der gewohnten Fünf-Tage-Woche in Wolfsburg angeordnet. Bei den Beschäftigten kommt das nicht allzu gut an, wie Betriebsratschef Bernd Osterloh in einem Doppelinterview mit Volkswagen-Chef Herbert Diess erst diese Woche gesagt hatte: „Die Schließtage haben bei den Kolleginnen und Kollegen keine Freude ausgelöst. Viele fragen sich, warum wir bei WLTP so spät dran sind“, so Osterloh wörtlich.

Der Konzern hofft nun darauf, die Probleme möglichst schnell in den Griff zu bekommen und dann einige der ausgefallenen Produktionstage im vierten Quartal nachholen zu können. Dann rechnet VW auch wieder mit anziehenden Absatzzahlen.

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