Absatz-Einbruch bei Volkswagen

Zollstreitigkeiten sorgen für Kaufzurückhaltung in China

| Autor: Andreas Wehner

(Bild: Volkswagen)

Der weltweite Absatz des Volkswagen-Konzerns ist im September wegen des neuen Abgas-Prüfverfahrens WLTP deutlich zurückgegangen. Wie der Autobauer am Freitag mitteilte, sanken die Verkäufe der zwölf Marken im Vergleich zum Vorjahresmonat um 18,1 Prozent auf 827.700 Fahrzeuge.

„Wir haben erwartet, dass der September nach den sehr starken Sommermonaten durch die WLTP-Umstellung schwächer ausfällt, im Gesamtmarkt und auch für den Volkswagen-Konzern“, sagte Konzernvertriebsleiter Christian Dahlheim. In Westeuropa, wo die neuen Regelungen seit 1. September gelten, gingen die Verkäufe des Wolfsburger Konzerns um 41,5 Prozent zurück. Auf dem gesamten europäischen Markt betrug das Minus 36,5 Prozent.

Dahlheim erwartet auch im Oktober noch Auswirkungen in Europa. „Für November und Dezember rechnen wir in dieser Region wieder mit stärkeren Monaten“, sagte der Manager. Zum Jahresende werde die WLTP-Umstellung bei allen Marken nahezu vollständig abgeschlossen sein, kündigte er an. Im bisherigen Gesamtjahr liege der Konzern auf Rekordkurs, betonte Dahlheim.

Chinesen kaufen weniger Autos

Doch auch außerhalb Europas gibt es Probleme. In China sorgen die Zollauseinandersetzungen mit den USA für Unruhe. Deswegen halten sich die Autokäufer dort derzeit zurück. Auf dem wichtigsten Einzelmarkt verkaufte der Volkswagen-Konzern daher im September 5,7 Prozent weniger Autos als vor einem Jahr. In der gesamten Region Asien-Pazifik liegt das Minus bei 4,8 Prozent. Auch in Nordamerika gingen die Verkäufe um 4,8 Prozent zurück, während die Auslieferungen in Südamerika um 2,7 Prozent zulegten.

Alle Pkw-Volumenmarken des Konzerns waren im September rückläufig. Am stärksten traf es Audi. Der Absatz des Ingolstädter Premiumherstellers brach um 22 Prozent ein. Die Kernmarke VW Pkw verlor im Vergleich zum Vorjahresmonat 18,3 Prozent. Auch die Transporter-Tochter VW Nutzfahrzeuge verkaufte mit minus 20,5 Prozent deutlich weniger Fahrzeuge. Die Lkw-Fabrikate MAN und Scania legten dagegen um 11,9 beziehungsweise 5,5 Prozent zu.

VW hat erste WLTP-Freigaben für Golf und Tiguan

VW hat erste WLTP-Freigaben für Golf und Tiguan

19.09.18 - VW kommt bei der WLTP-Zertifizierung seiner Fahrzeuge voran. Mittlerweile liegen für bestimmte Varianten aller Baureihen Freigaben vor. Bis wirklich alle Autos der Wolfsburger umgestellt sind, wird es aber noch eine ganze Weile dauern. lesen

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45545272 / Neuwagen)

Plus-Fachartikel

Unternehmensfinanzierung: Finanzen neu justieren

Unternehmensfinanzierung: Finanzen neu justieren

Wer seinen Händlervertrag verliert, muss häufig auch seine Kredite neu regeln, da ihm dann auch meist der Zugang zur Herstellerbank fehlt. Der Unternehmensberater Carl-Dietrich Sander gibt Tipps, wie man mit einer solchen Situation umgehen sollte. lesen

Vertrag weg – was nun?

Vertrag weg – was nun?

Immer wieder passiert es: Der Hersteller kündigt seinem langjährigen Partner den Vertrag, oder der Kfz-Betrieb lehnt es ab, die steigenden Standardanforderungen zu erfüllen. Es folgt der mühsame und steinige Weg in die unternehmerische Freiheit. lesen