Nach Planinsolvenz: VW-Autohaus Stoll kauft deutsche Asag-Betriebe

Asag stellt Autohandel ein

| Autor: Yvonne Simon

Das Autohaus Stoll hat zwei Betriebe in Binzen (im Bild) und Lörrach übernommen.
Das Autohaus Stoll hat zwei Betriebe in Binzen (im Bild) und Lörrach übernommen. (Bild: Stoll Automotive)

Die letzten deutschen Betriebe der Schweizer Gesellschaft Asag haben einen neuen Besitzer: Das Autohaus Stoll teilte mit, den VW-Standort in Lörrach sowie den Audi-Betrieb in Binzen zum 22. Oktober übernommen zu haben.

Unter der Firmierung Stoll Automotive sind dadurch fortan zwei Gesellschaften vereint: Zur Autohaus Stoll GmbH gehören die beiden neuen Betriebe unter der Geschäftsführung von Florian Stoll. Die drei weiteren Filialen in Rickenbach, Waldshut-Tiengen und Häusern sind unter der Stoll GmbH zusammengefasst, die von Ralph Stoll geführt wird.

Mit der Übernahme der Asag-Betriebe erweitert Stoll Automotive seine Belegschaft um 115 Mitarbeiter, so dass nun insgesamt 260 Beschäftigte für das Unternehmen tätig sind. Am Standort Lörrach hat Stoll einen Skoda-Servicevertrag übernommen, welcher die bereits bestehenden VW-, VW-Nutzfahrzeuge- und Audi-Händlerverträge sowie den Porsche-Servicevertrag am Standort Tiengen ergänzt. Für das Jahr 2018 rechnet Stoll Automotive mit einem Umsatz von rund 90 Millionen Euro und wird circa 1.800 Gebrauchtwagen und 1.400 Neufahrzeuge verkaufen.

Derzeit befinde sich Stoll in einem „extremen Aufschwung“, berichtet Michael Vogel, Assistent der Geschäftsleitung, im Gespräch mit »kfz-betrieb«. Führt der zu weiteren Übernahmen? Man wisse nie, was die Zukunft bringt, so Vogel weiter, „aber Stillstand ist keine Option“.

Eigentümerstreit führte 2017 zur Planinsolvenz

Dabei liegt eine turbulente Zeit hinter Stoll. Im August 2017 hatte das damals noch als Stoll-Böttner firmierende Unternehmen eine Planinsolvenz angemeldet. Hintergrund war ein Streit der beiden Eigentümerfamilien, die sich nicht über einen Zukunftsplan für das Autohaus einigen konnten. Böttner schied im Zuge des Verfahrens aus der Firma aus und wurde durch einen neuen Gesellschafter ersetzt, den Stoll allerdings nicht benennen will. Erst seit dem 25. Oktober dieses Jahres läuft das Unternehmen wieder im Normalbetrieb.

Während Stoll wächst, befindet sich die Asag im Ausverkauf. Die im Raum Basel aktive Gesellschaft ist Teil der Fritz Meyer Holding, die sich zum Rückzug aus dem Automobilgeschäft entschieden hat. Auf deutscher Seite betrieb die Asag GmbH fünf Filialen an den Standorten Bad Säckingen, Lörrach, Rheinfelden und Binzen, die nun alle verkauft sind.

Im Juli 2018 war zudem bekannt geworden, dass die Asag Auto Service AG, welche die Marken Audi, Seat und Skoda auf Schweizer Seite vertritt, zum 1. Januar 2019 an die Zürcher Autohandelsgruppe Amag übergeht. Die Asag Auto AG, die in Basel für den Verkauf von Opel zuständig war, gehört außerdem seit dem 1. Oktober zur Emil-Frey-Gruppe. Unter dem Namen Asag wird innerhalb der Fritz Meyer Holding im kommenden Jahr einzig eine Immobilienfirma übrig bleiben, bestätigt Stefan Baltisberger, Vorsitzender der Asag-Geschäftsleitung, auf Anfrage.

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