Gefahren: Volvo V60 Cross Country – Offroadkombi für Feingeister

Preise starten bei 52.350 Euro

| Autor: Julia Mauritz

Der Volvo V60 Cross Country kombiniert die Geräumigkeit eines Premium-Sportkombis mit guten Offroadeigenschaften.
Der Volvo V60 Cross Country kombiniert die Geräumigkeit eines Premium-Sportkombis mit guten Offroadeigenschaften. (Bild: BERNHARD_LIMBERGER)

Vor genau 22 Jahren führte Volvo mit dem V70 XC sein erstes Cross-Country-Modell ein: 40.000 Fahrzeuge hat der schwedische Hersteller seitdem in Deutschland verkauft. Seiner Cross-Country-Grundidee ist er stets treu geblieben: Die Modelle sind dank des serienmäßigen Allradantriebs geländegängig, sie zeichnen sich durch eine höhere Bodenfreiheit aus und durch gezielt platzierte optische Designelemente, die Robustheit ausstrahlen. Der neue V60 Cross Country, der aktuell in die Schauräume der deutschen Volvo-Handelspartner rollt, macht da keine Ausnahme.

Volvo-Deutschland-Geschäftsführer Thomas Bauch traut dem dritten und zugleich letzten Derivat der neuenV60-Familie einen Verkaufsanteil von mindestens 25 Prozent zu, und das trotz des stolzen Verkaufspreises von mindestens 52.350 Euro. Dieser erklärt sich vor allem durch die hochwertige Ausstattung: Der V60 Cross Country basiert im Kern auf der höchsten V60-Version namens „Inscription“ mit Highlights wie Ledersitzen, einem Infotainmentsystem, vier adaptiven Fahrmodi oder einer Zwei-Zonen-Klimaautomatik und bietet noch ein paar weitere Besonderheiten wie eine Bergabfahrhilfe oder eine einstellbare Beinauflage für die Frontpassagiere.

Wer jedoch nützliche Sicherheitsfeatures wie den Toter-Winkel-Warner, den Cross-Traffic-Alert, eine Einparkhilfe vorne und hinten oder eine Parkkamera mit 360-Grad-Ansicht möchte, muss dafür trotzdem extra zahlen. Auch wer teilautonom fahren möchte und Wert auf Komfortfunktionen wie ein Navigationssystem, DAB-Radio oder elektrisch einstellbare Ledersitze legt, muss zusätzlich tief in die Tasche greifen: Der voll ausgestattete Testwagen brachte es auf stolze 73.110 Euro.

Zum Marktstart nur als Diesel

Optisch macht der 4,78 Meter lange V60 Cross Country mit seinen 210 Millimetern Bodenfreiheit, die in etwa der des SUVs XC60 entspricht, eine gute Figur. Anders als beim sehr rustikal anmutenden Ur-Cross-Country XC70 sind die Offroaddesignkomponenten beim V60 Cross Country gekonnt zurückhaltend platziert: So gibt es eine dezente, umlaufende Schutzleiste, Radhausverbreiterungen in Schwarz oder einen speziellen Frontgrill. Der Innenraum ist bis auf die besonderen Sitznähte identisch mit dem „normalen“ V60.

Erhältlich ist der schwedische Offroadkombi zum Marktstart nur in Kombination mit Volvos 140 kW/190 PS starken Vierzylindermotor mit zwei Litern Hubraum. Serienmäßig mit einem Achtgangautomatikgetriebe kombiniert, überzeugt er durch einen kraftvollen Durchzug. In akzeptablen 8,2 Sekunden beschleunigt er das gut 1,9 Tonnen schwere Modell auf 100 Stundenkilometer. Auch die Höchstgeschwindigkeit von 210 Stundenkilometern lässt sich durchaus sehen. Berücksichtigt man dann noch den Normverbrauch, der im WLTP-Zyklus gemessen bei 6,4 Litern liegt, ist der Dieselmotor geradezu die Idealbesetzung für diesen Lastenträger. Dennoch stellt Volvo dem Selbstzünder im Sommer noch einen 184 kW/250 PS starken Benziner an die Seite. Und angesichts der Vielfalt an Motorisierungen, mit denen der rund 5.000 Euro teurere V90 Cross Country erhältlich ist, kann man damit rechnen, dass die Antriebsauswahl auch beim V60 Cross Country noch steigen wird. Vor allem eine elektrifizierte Variante ist in nicht allzu ferner Zukunft wahrscheinlich: Im kommenden Sommer bringt der schwedische Hersteller schließlich für den S60 und V60 den Plug-in-Hybridmotor T6 auf den Markt, zudem startet er dann die Produktion seiner ersten Mild-Hybridmotoren mit 48-Volt-System.

Üppiges Platzangebot

Fazit: Wenngleich der V60 Cross Country dank des kraftvollen Motors, dem hohen Fahrkomfort und dem angenehm niedrigen Geräuschniveau im Innenraum bereits auf dem trockenen Asphalt eine sehr gute Figur macht, so spielt er seine Stärken vor allem bei widrigen Straßenbedingungen aus: Die Testfahrt auf einer vereisten, geschlossenen Schneedecke meisterte das Modell selbst bei hohem Tempo erstaunlich souverän. Diese Tugend, gepaart mit der erhöhten Sitzposition, einem üppigen Platzangebot im Innen- und Kofferraum, machen den V60 Cross Country zum perfekten, wenn auch preislich happigen Allrounder; der übrigens, wie die anderen Volvo-Modelle auch, wahlweise über die digitale Plattform „Care by Volvo“ abonniert werden kann – für eine Monatsrate ab 729 Euro.

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45733782 / Neuwagen)

Plus-Fachartikel

Fahrzeugtechnik: Neu neun elf

Fahrzeugtechnik: Neu neun elf

Die mittlerweile achte Generation des Porsche 911 versucht technisch das Unmögliche: perfekter als der vermeintlich perfekte Vorgänger zu sein. Optisch darf der Carrera dagegen Anleihen bei seinen Ahnen nehmen – oder muss? lesen

Lacktechnik: Der Lack ist ab

Lacktechnik: Der Lack ist ab

Eine saubere Spritzpistole ist die Basis für einen perfekten Lackauftrag. Herkömmliche Reinigungsmittel belasten die Raumluft stark mit flüchtigen Kohlenwasserstoffen, hinterlassen aber trotzdem qualitätsmindernde Ablagerungen. Das muss nicht mehr sein. lesen